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Testbericht

Jürgen Wolff, 6. Juni 2018
Noch in diesem Jahr läuft die vierte Generation des BMW X5 vom Band. Der Bayern-SUV mit Produktionsstandort USA soll vor allem in Sachen Komfort zulegen. Wir hatten schon mal Gelegenheit, ihn uns in Spartanburg genauer anzusehen.

Johann Kistler ist \"X-Klässler\" mit Leib und Seele. Selbst in seinem linken Ohrläppchen glänzt ein silbernes \"X\" als Sticker. Der 62jährige Bayer ist unter anderem Produktionsleiter für die neue Generation des BMW X5, die ab November dieses Jahres im amerikanischen BMW-Werk Spartanburg vom Band rollen soll. Es geht um viel: Der X5 ist nicht nur BMWs erster SUV, er ist auch der Verkaufsschlager der X-Modelle. Über 2,2 Millionen Stück und drei Generationen wurden seit der Markteinführung 1999 gebaut und rund um den Globus verkauft.

Zumindest optisch und außen hat sich bei der dann vierten X5-Generation nicht allzu viel geändert. Der Kühlergrill, die typische BMW-Niere, fällt künftig deutlich größer aus, ist vor allem in die Höhe gewachsen und bietet eine aktive Luftklappensteuerung. Das macht die ganze Front wuchtiger und bulliger. In den schmalen Scheinwerferschlitzen sorgen optional Laserstrahler für die gute Sicht bei Nacht. Statt 300 Meter weit wie LED, reicht der Lichtstrahl des Lasers 500 Meter weit.

Die Seitenlinie ist weitgehend gleich geblieben, die Dimensionen des Fahrzeugs haben sich gegenüber dem Vorgänger nur wenig geändert: Die Länge beträgt 4.921 mm (plus 36 mm), die Breite liegt bei 1.970 mm (plus 66 mm) und die Höhe 1.734 mm (plus 19 mm). Der Radstand: 2.975 mm, ein Plus von 42 mm. Auch das Gewicht wird sich wohl nicht wesentlich von dem der aktuellen Modelle unterscheiden. In die Radhäuser passen künftig allerdings auch 22-Zoll-Räder. Der neue X5 basiert auf der CLAR-Plattform, bei der Aluminium und Verbundwerkstoffe das Gewicht reduzieren. Am Heck fallen vor allem die neuen, dreidimensional gestalteten Rückleuchten auf. Der Heckdiffusor wird links und rechts von zwei rechteckigen Endrohren flankiert.

Deutlich zugelegt hat der neue X5 vor allem in Sachen Komfort. Optional gibt es ihn zum Beispiel mit Luftfederung an beiden Achsen. Die Höhe über Boden lässt sich per Schalter auf der Mittelkonsole über fünf Level und über insgesamt 80 mm einstellen. Der niedrigste Level dient dabei weniger zum Fahren denn für mehr Bequemlichkeit: Er erleichtert das Beladen des Kofferraums und das Einsteigen. Nicht von ungefähr ist die Luftfederung auch Bestandteil des Offroad-Paketes - sie verleiht dem neuen X5 eine deutlich bessere Geländegängigkeit als dem aktuellen Modell. Neben dem Offroad-Package bietet BMW auch beim neuen X5 die bekannten Ausstattungslinien an - von der xLine bis zum Sport-Package.

Der Laderaum lässt sich durch das Umklappen der zweiten Reihe von 645 Liter auf 1.860 Liter erweitern - auch das entspricht weitgehend den aktuellen Werten. Allerdings hat BMW - gegen Aufpreis - dem neuen X5 ein paar nette Gimmicks ins Heck gebaut. Die Klappe etwa lässt sich zweigeteilt öffnen, wobei der untere Teil als Sitzbank oder bequeme Verlängerung der Ladefläche dient. Der obere Teil der Klappe schwingt wie gehabt nach oben. Im Kofferraum selbst sollen spezielle Gummileisten ein Verrutschen der Ladung verhindern, ohne dass man sie mit Netzen oder Gummibändern extra festzurren muss. Auch beim Abdeckrollo hat sich BMW etwas Neues einfallen lassen: Vorbei die Zeit, da man das Rollo noch ausbauen und irgendwie in der Garage verstauen musste. Auf Knopfdruck verschwindet die komplette Abdeckung beim neuen X5 nun elektrisch gesteuert in einem abgedeckten Staufach unter dem Ladeboden. Verfügbar sein wird das voraussichtlich allerdings erst ab Ende 2018 - und natürlich gegen Aufpreis.

Im Innenraum wird der X5 ähnlich aussehen wie etwa der künftige X7, der in Spartanburg vom gleichen Band laufen wird. Der Startknopf wandert vom Armaturenbrett auf die Mittelkonsole neben den Gangwahlhebel. Optional haben die Cupholder Kühl- und Warmhaltefunktion. Die verfügbaren Lenkräder finden sich auch in den diversen Austattungslinien der anderen BMW-Modelle wieder. Die Sitze sind bequem und augenscheinlich langstreckentauglich. Ab Ende 2018 soll es auch eine X5-Version mit dritter Sitzreihe und sieben Sitzen geben. Vor dem Fahrer zeigt ein digitales Display vor allem Tacho und Drehzahlmesser, dazwischen diverse Kennwerte oder die Navigation. Über die Fahrmodi ist das Display veränderbar: Rot als Grundfarbe für den Sport-Modus, Blau für den Eco-Modus. Das optionale Head-up-Display ist in seinen Dimensionen gewachsen und zeigt deutlich mehr Informationen an. Auch das überarbeitete Head-up-Display ist gewachsen und zeigt mehr Informationen.

Neben dem Fahrer-Display ist im Cockpit über der Mittelkonsole ein zweites, ebenfalls 12,3 Zoll großes Display zu finden. Darüber lassen sich unter anderem das Infotainmentsystem und die Fahrzeugeinstellungen steuern. Gegen Aufpreis bietet BMW auch Gestensteuerung an. Das Soundsystem kommt von Bowers Wilkins. Die 20 im Fahrzeug verteilten Lautsprecher bringen zusammen eine Leistung von 1.500 Watt, alleine zwei der Lautsprecher schaffen jeweils 750 Watt. Natürlich ebenfalls auf dem zentralen Display: die hoch auflösende Navigationsanzeige.

Das Angebot der zum Marktstart verfügbaren Motoren beginnt mit einem Reihensechszylinder-Benziner mit 250 kW/340 PS und 450 Nm maximalem Drehmoment im BMW X5 xDrive 40i sowie zwei Reihensechszylinder-Dieselmotoren mit 294 kW/400 PS (760 Nm, vier Turbolader) im BMW X5 M50d und 195 kW/265 kW (620 Nm) im BMW X5 xDrive 30d. Alle Motoren erfüllen die Abgasnorm EU6d-TEMP und übertragen ihre Kraft serienmäßig über ein 8-Gang Steptronic Getriebe auf die Straße. Nicht in Europa angeboten wird ein neu entwickelter V8-Ottomotor mit 340 kW/462 PS im BMW X5 xDrive 50i. Über die Preise schweigt sich BMW naturgemäß noch aus. Aber auch sie dürften nicht wesentlich über dem aktuellen Preisgefüge liegen. Das startet für vergleichbare Motorisierungen um die 65.000 Euro.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2018-06-06

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