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Testbericht

Stefan Grundhoff, 15. Juli 2010
Echte Neuerungen gibt es kaum mehr zu berichten, denn Aussehen und Eckdaten des neuen BMW X3 waren bereits weitgehend bekannt.

Der neue BMW X3 wird Ende des Jahres zu den europäischen Händlern kommen. Die Chancen auf einen Verkaufserfolg erscheinen viel versprechend, denn wie schon bei der ersten X3-Generation ist BMW mit seinem Mittelklasse-SUV früher als die Konkurrenz dran. Audi, Mercedes und Volvo haben in den letzten Jahren erst die Generation eins ihrer Crossover mit Namen GLK, Q5 oder XC 60 im Markt, da legen die Bayern bereits die zweite Generation auf. Der BMW X3 genoss jahrelang die Gunst der frühen Geburt. Während die Konkurrenz den Trend zu kleineren SUV komplett verschlief, sahnte BMW mit seiner ersten X3-Generation mächtig ab. Bisher wurden mehr als 600.000 Fahrzeuge verkauft. Abgesehen von den allzu müden Vierzylinder-Benzinern, der rustikalen Innenraum-Haptik und der strammen Federung gab es am bei Magna in Graz produzierten BMW kaum etwas auszusetzen.

Am 20. November kommt der neue BMW X3 zu den deutschen Händlern – wie X5 und X6 eingeschifft aus Spartanburg / South Carolina. Mit der Neuauflage sind die Bayern der Konkurrenz wieder einen Schritt voraus. Der gefährlichste Gegner könnte daher der kleine Bruder X1 sein, der dem Mittleren der X-Modelle von unten wertvolle Kunden klaut. Der X1 ist elf Zentimeter kleiner als der X3, wiegt weniger und bietet zu großen Teilen die gleichen Triebwerke.

Dabei ist der 4,65 Meter lange neue X3 im Vergleich zum alles andere als enttäuschendem X1 das bessere Auto. Besonders in Sachen Fahrdynamik, Antrieb und Innenraum haben die BMW-Entwickler gegenüber der ersten Generation deutlich draufgesattelt. Die elektromechanische Lenkung ist nicht nur auf kurvenreicher Landstraße Referenzklasse. „Besonders breit konnten wir das Fahrwerk mit den optional erhältlichen elektronischen Dämpfern abstimmen“, so Heinz Krusche, seit Jahren für die Fahrdynamik im Hause BMW verantwortlich, „hier hat der Fahrer die Wahl zwischen komfortabel und besonders sportlich. Das sind zwei völlig unterschiedliche Autos.“ Zudem wird das neue X-Modell der erste BMW sein, bei dem alle Modelle über eine Start-Stopp-Automatik verfügen. Neben dem manuellen Sechsgang-Getriebe gibt es eine Achtstufen-Automatik aus dem Hause ZF.

Zum Marktstart im November kommt der X3 zunächst in zwei Motorvarianten auf den Markt. Topmodell ist der BMW X3 xDrive 35i, der vom bekannten Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum, Turboaufladung und 225 KW / 306 PS befeuert wird. Er soll sparsame 8,8 Liter Super auf 100 Kilometern verbrauchen und läuft Tempo 245. „Alle Sechszylinder-Modelle verfügen alle über unsere neue Sportautomatik“, ergänzt Mister Fahrdynamik Heinz Krusche, „die Automatik hat dann nicht nur acht Gangstufen, sondern auch Schaltpaddel am Lenkrad und eine geänderte Elektronik.“

Erwartetes Volumenmodell soll der BMW X3 xDrive 20d sein, der von einem Vierzylinder-Commonrail-Diesel mit 135 KW / 184 PS angetrieben wird. Er verbraucht Dank Start-Stopp-Automatik und regenerativem Bremssystem 5,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer und läuft 210 km/h. Im kommenden Frühjahr werden die nächsten Triebwerke folgen. Dann komplettieren das Angebot unter anderem ein Vierzylinder-Diesel mit doppelter Turboaufladung mit knapp 210 PS sowie ein Sechszylinder- Benziner mit drei Litern Hubraum und rund 250 PS. Im kommenden Jahr wird zudem auch die kommende Generation an Vierzylinder-Benzinern mit einfacher und doppelter Turboaufladung Einzug halten. Eine Heckantriebsversion wie beim X1 ist nicht geplant. Jedoch wurde bei allen X3-Modellen im Vergleich zum Vorgänger 20 bis 25 Kilogramm Gewicht eingespart.

Im Bereich Assistenzsysteme patzt der neue BMW. So wird er bis auf weiteres weder über Spurwechsel- noch Spurhalteassistent, noch über einem Abstandstempomaten verfügen. Nicht nur die Damenwelt wird dagegen die elektrische Heckklappe zu schätzen wissen, die jedoch nur gegen Aufpreis zu bekommen ist. Der Laderaum kann durch Umklappen der Rückbank von 550 auf 1.600 Liter erweitert werden. Die Insassen werden sich umso mehr über den komplett neu entwickelten Innenraum mit mehr Knie- und Schulterfreiheit sowie wertigen Materialien freuen. Auch auf der Rückbank sind die Passagiere nunmehr deutlich komfortabler unterwegs; wenngleich dem neuen X3 mehr Beinauflage und eine weicher gepolsterte Rückbank gut tun würde. Der Basispreis des BMW X3 xDrive 20d dürfte auf dem Niveau des Vorgängers, somit bei rund 38.000 Euro liegen.
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Quelle: Autoplenum, 2010-07-15

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