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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 10. September 2019
BMW setzt bei der Elektromobilität nicht nur auf batteriebetriebene Automobile, sondern hat auch die Brennstoffzelle aufgrund der Kooperation mit Toyota aus dem Dornröschenschlaf geküsst. Ab 2022 wird es ein Brennstoffzellen-Fahrzeug auf Basis des X5 in einer Kleinserie geben. Die Studie BMW i Hydrogen Next gibt einen Ausblick auf dieses Auto. Allerdings stehen die Kosten dem Projekt noch im Weg.

Die Brennstoffzelle lebt! Zumindest in den Planungen BMWs und Toyotas. Wer sich jetzt schon auf den Schenkel klopft und triumphierend ruft, \"Ha, ich habe es doch gewusst\", sollte sich noch ein wenig gedulden. \"Frühestens ab 2025 und abhängig von Marktanforderungen und Rahmenbedingungen wird die BMW Group Fahrzeuge mit Brennstoffzelle für Kunden anbieten\", lässt der Münchner Autobauer verlauten. Davor wird es eine Kleinserie auf Basis des X5 geben. Dass dies überhaupt möglich ist, liegt an der Kooperation mit Toyota, die sich nicht nur auf Motoren und Autos, wie den BMW Z4 oder den Toyota Supra bezieht, sondern eben auch auf die Brennstoffzellen-Technologie. Seit vier Jahren testet der Münchner Autobauer Toyota Brennstoffzellen-Stacks in BMW 5er GT.

Der Plan steht: Bereits 2022 wird es eine Kleinserie von Brennstoffzellen-Fahrzeugen geben, die auf dem BMW X5 basieren. Äußerlich werden sich diese Wagen kaum von den Modellen mit konventionellem Antrieb unterscheiden. Das ist auch bei der Studie BMW i Hydrogen Next so: Lediglich blaue Farbtupfer, etwa auf den Felgen oder am Kühlergrill, sowie Muster auf der Motorhaube und der Flanke des SUVs weisen auf die Brennstoffzellentechnik hin.

Technische Details hat BMW noch nicht verraten. Die Vorteile des Brennstoffzellen-Antriebs liegen auf der Hand: Das Nutzungsverhalten entspricht dem herkömmlicher Fahrzeuge mit Benzinmotor. Das bedeutet: In knapp fünf Minuten ist das Auto mit Wasserstoff vollgetankt und dann kann die Fahrt fortgesetzt werden. Die Reichweite der Brennstoffzellen-Wagen, ist denen aktueller batterieelektrische Modelle überlegen. Auch klimatische Bedingungen, wie die Außentemperatur beeinflussen die Brennstoffzelle bei weitem nicht in dem Maße, wie die Batterie.

Allerdings hat auch diese Technologie zwei Haken. Die Infrastruktur ist noch nicht genügend ausgebaut und die Preise für die Brennstoffzellen-Stacks sind noch zu hoch. Erst, wenn die Stacks für 10.000 Euro zu haben sind, lohnt sich laut BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich eine Großserienproduktion.

BMW hat immer wieder betont, dass man schon heute in der Lage sei, ein Brennstoffzellenfahrzeug zu bauen, allerdings bremsen die Kosten dieses Vorhaben noch ein. Da sich aber BMW und Toyota zusammentun, dürfte es bald bei den Skaleneffekte Fortschritte geben, die die Kosten der Bauteile und Materialien nach unten drücken. Auch die politischen Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, zum Beispiel, wenn es um die Infrastruktur geht.
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Quelle: Autoplenum, 2019-09-10

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