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Testbericht

Stefan Grundhoff, 28. Juli 2020
BMW lässt seinen grandiosen M 760 Li in diesem Herbst auslaufen und streicht den V12 damit komplett aus dem Portfolio. Darüber wird man in Buchloe nicht unglücklich sein, denn wer im eleganten 7er Leistung im Überfluss sucht, gönnt sich den Alpina B7. Ein perfekter Trans-Europ-Express der Neuzeit.

BMW-CEO Oliver Zipse hat mehr als sein Vorgänger Harald Krüger die Luxusära im hausinternen GKL+-Segment ausgerufen. Gerade in den obersten Fahrzeugsegmenten will BMW in den nächsten Jahren neue Kunden gewinnen; solche, die bisher in erster Linie bei Mercedes, Porsche oder gar Bentley den rechten fahrbaren Untersatz fanden. Dazu mag nicht so recht passen, dass das absolute Topmodell der Marke, der 760er BMW nach den Werksferien ebenso ersatzlos gestrichen wird wie der Topdiesel des BMW 750d. Für strahlende Gesichter sorgen derlei Nachrichten im Allgäu. Der herstellernahe Edeltuner Alpina aus Buchloe hat zwar aktuell keinen Zwölfzylinder im Portfolio, aber einen Hochleistungsachtzylinder, der mit seinen 447 kW / 608 PS noch eindrucksvollere Fahrleistungen als der BMW M 760 Li xDrive bietet.

Optisch ist der BMW Alpina B7 ein echter Alpina. Schweller und dezenter Spoilerzierrat rundum, dazu die schneidige Strahlenfelde und vier Endrohre - fertig ist die nahezu perfekte Sportversion einer eleganten Luxuslimousine. Deren Antrieb ist ein alter Bekannter. Der 4,4 Liter große V8-Doppelturbo aus dem hauseigenen Antriebsregal befeuert bei BMW ebenso wie bei Alpina allerhand sportliche Fahrzeuge. Im B7 hat der wohlig wummernde Achtzylinder zwar nicht die 621 PS des neuen XB7, aber mit 447 kW / 608 PS und 800 Nm eben auch nicht viel weniger Dampf unter der voluminösen Haube. Hinter der Steuer ist der Alpina B7 ein ganz normaler Siebener mit allen seinen bekannten Luxusattributen, seinem grandiosen Komfortniveau und mächtig Leistung. Doch im Unterschied zum alles andere als schwach motorisierten BMW 750i mit seinen mittlerweile 530 Pferden donnert die Allradlimousine deutlich vehementer und bissiger nach vorn als man es kennt. Dabei ist die Leistungsentfaltung eine völlig andere als beim ebenfalls sportlichen M 760 Li mit seinen 6,6 Litern Hubraum verteilt auf zwölf Brennkammern, der nach dem Einbau eines Ottopartikelfilters nur noch 585 statt ehemals 610 PS leistet.

Der 760er mit seinem gewaltigen V12-Antrieb ist lässiger, mehr im Hintergrund und jederzeit Herr über alle Langen auf der Straße. Der Alpina B7 arbeitet dagegen bissiger, hungriger und williger ohne dabei nur eine Spur unsouverän zu erscheinen. Dabei sind seine Fahrleistungen eben schlicht brachial wie der Vortrieb an sich, denn wer das Gaspedal sportlich durchtritt, der bewegt gerade auf der leeren Autobahn einen 5,26 Meter langen TEE der Neuzeit. Einst war der Trans-Europ-Express die schnellste Art mit dem Zug durchs Land zu rasen. Wie dies komfortabler und deutlich schneller geht, zeigt der BMW Alpina B7. Nicht nur bei einem Spurtpotenzial 0 auf Tempo 100 in 3,6 Sekunden nimmt der zum Pilot aufgestiegene Fahrer höchst wohlwollend zur Kenntnis, dass die opulente Motorleistung obligatorisch auf alle vier Räder übertragen wird. Selbst bei 250 oder 280 km/h hat der Allgäuer noch Schub ohne Ende und donnert der potenten Konkurrenz davon. Erst bei 330 km/h stellt die rote Tachonadel auf blauem Hintergrund ihren Vortrieb ein. Da haben sich selbst die allermeisten Hochleistungssportwagen schon lange ausgeklinkt. Der V12-Zwilling des BMW M 760 Li hat dies bei 305 km/h und war damit bereits einer der schnellsten.

Es ist überraschend, wie viel Power aus dem 4,4 Liter großen Achtzylinder mit einem größerem Turbo Dank zweier 54-Millimeter-Turbinen, zusätzlicher Kühlung und nennenswert mehr Ladedruck herauszuholen ist. Der Normverbrauch von 11,6 Litern pro 100 Kilometer ist fraglos möglich - angesichts des Fahrvermögens aber ebenso unwahrscheinlich wie die Gefahr mit einem schnöden BMW 730d auf der Autobahn verwechselt zu werden. Dies alles genießen die Insassen in der Langversion mit dem grandiosen Luxus eines Siebener BMWs. Vorne wie hinten räkelt man sich auf weichem Leder, mit dem viel klimatisierten und mannigfaltig verstellbaren Sitzen bezogen sind. Auf Knopfdruck wird der Innenraum angenehm verschattet und egal ob im Volant oder im verlängerten Fond entspannt sitzend, gleitet die Landschaft im Wunschtempo an einem vorbei. Wem ein D-Zug der Neuzeit nicht ausreicht und wer sich jeden Luxus gönnen will, der ist beim BMW Alpina B7 zweifelslohne genau richtig. Zumindest wenn er sich mit acht Zylindern arrangieren kann. Immerhin ist der Alpina B7 mit einem Preis von 151.287 Euro nennenswert günstiger als der BMW M 760 Li, der aktuell bei 173.512 Euro startet.
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Technische Daten
Antrieb:Allrad
Getriebe:Achtgang-Automatik
Motor Bauart:V8 mit doppelter Turboaufladung
Hubraum:4395
Preis
Neupreis: 151287 € (Stand: 2020-07-28)
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2020-07-28

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