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Testbericht

Benjamin Bessinger/SP-X, 1. April 2014

Wer zum ersten Mal den Schlüssel für den neuen Porsche 911 Targa in den Händen hält, könnte versucht sein, immer und immer wieder das Dach zu öffnen und schließen, so spektakulär ist die 19-sekündige Darbietung.

Wo immer man diese Show startet, bilden sich um den Elfer kleine Menschentrauben. Und wer das erlebt hat weiß, dass die rund 12.000 Euro Aufschlag zum konventionellen Coupé gut angelegt waren, als er für mindestens 109.338 Euro den Kaufvertrag unterschrieben hat.

Sobald das Spektakel mit der nach hinten klappenden Glaskuppel, den beiden selbst öffnenden Halbschalen auf dem Überrollbügel und den in Z-Form abgelegten Dachplatten vorbei ist, bleibt zwar ein faszinierendes Design, das mit der Rückkehr des aluminiumfarbenen Bügels über dem Scheitel samt klassischem Targa-Schriftzug näher am Original von 1965 ist als je zuvor. Doch wenn man sich irgendwann einmal von diesem Anblick löst und hinters Steuer klettert, dann erlebt man den Targa als Elfer wie jeden anderen – im guten wie im schlechten Sinne.

Im guten, weil auch der Targa messerscharf ist, sich präzise um die Ecken treiben lässt, mit explosionsartiger Beschleunigung glänzt und einen längeren Atem hat als die meisten seiner Fahrer. Und im schlechten, weil man in dieser Karosserievariante den Unterschied zu Cabrio oder Coupé nicht im Hintern, sondern nur in den Haaren fühlt. Wo im Cabrio selbst bei geschlossenen Fenstern und stehendem Windschott bereits auf der Landstraße eine steife Briese bläst, muss man im Targa schon alle Luken öffnen und kräftig Gas geben, damit die Frisur aus der Fassung gerät.

Die Verdeckkonstruktion mag weitgehend neu sein. Doch bis zur Gürtellinie ist der Targa technisch und stilistisch identisch mit den Allrad-Cabrios. Das gilt für den etwas breiteren Hintern genauso wie für die hecklastige Kraftverteilung des 4x4-Antriebs und natürlich für die beiden Sechszylinder-Boxer: Im Grundmodell arbeitet ein 3,4 Liter mit 257 kW/350 PS, im Targa S röhrt der 3,8-Liter-Boxer mit 294 kW/400 PS. Je nach Motor- und Getriebevariante schafft das Cabrio für Unentschlossene den Sprint von 0 auf 100 damit in bestenfalls 4,4 Sekunden und erreicht ein Spitzentempo von maximal 296 km/h. Der Verbrauch bewegt sich zwischen 9,2 und 10,0 Litern.

Mit bislang rund 100.000 verkauften Targas und einem Verkaufsanteil von 15 Prozent gehört diese Variante für Projektleiter Erhard Mössle längst fest zur Familie. Und ganz nebenbei passt der Targa natürlich zur Porsche-Strategie, eine Modellfamilie immer weiter aufzuspalten, um das Auto jung, frisch und in den Schlagzeilen zu halten. Auf ewig lässt sich dieses Spiel so aber nicht weiter treiben, räumt Mössle ein. Selbst wenn neben Cabrio und Targa auch der Speedster zur Elfer-Geschichte zählt, werde es deshalb auf absehbare Zeit keine weitere Open-Air-Variante mehr geben.

Endlich gibt es den Porsche 911 wieder mit breitem Überrollbügel. Mit dem Targa holen die Zuffenhausener Vergangenes in die Gegenwart. Doch außer der spannenden Dachkonstruktion ist der Sportler ganz der Alte.

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Fazit
Endlich gibt es den Porsche 911 wieder mit breitem Überrollbügel. Mit dem Targa holen die Zuffenhausener Vergangenes in die Gegenwart. Doch außer der spannenden Dachkonstruktion ist der Sportler ganz der Alte.

Quelle: Autoplenum, 2014-04-01

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