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Testbericht

Marcel Sommer, 25. Juni 2013
Wer sein Auto einfach vor der eigenen Haustüre wäscht, kann bestraft werden. Wie lauten aber die Alternativen?

Die Schwiegermutter kommt vorbei, die Temperaturen steigen oder der letzte Ausflug führte über unbefestigte Schlammstraßen - für eine ordentliche Autowäsche gibt es tausend Gründe. Spätestens, wenn der unglaublich witzige Nachbar schon wieder mit seinen Wurstfingern die Worte "Wasch mich" auf die verstaubte Heckscheibe gekritzelt hat, sollte entweder selbst Hand angelegt oder bei der nächsten Waschanlage beziehungsweise Waschstraße vorbeigeschaut werden. Wer sich für letzteren Ausweg entscheidet muss sich auf ein Loch von rund zehn Euro in seiner Haushaltskasse einstellen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es geht schneller und erspart dem Besitzer schmutzige Hände. Wer sich die Ausgaben sparen möchte, kommt allerdings schnell in die Versuchung vor der eigenen Türe den Hochdruckstrahler samt Bürste und Schrubber zu schwingen. An einem ruhigen Samstagvormittag dürfte doch eigentlich nichts dagegensprechen, oder?

Eines direkt vorweg: Eine spezielle bundesgesetzliche Regelung für das heimische Autowaschen existiert in Deutschland nicht. Was nicht heißt, dass jetzt die Putzeimer schon einmal gefüllt werden sollten. Denn was durchaus ordnungswidrig ist, ist eine unerlaubte Fahrzeugwäsche auf unbefestigtem Grund. Da dort in der Regel eine hinreichende Verbindung zum Grundwasser und somit der Tatbestand des Einleitens von Stoffen in das Grundwasser vorliegt, ist es verboten. Die sogenannte Einleitung muss dabei noch nicht einmal absichtlicher Natur sein, das heißt auch das Waschen mit klarem Wasser ist nicht erlaubt, weil auf diese Art Treib- und Schmierstoffreste vom Auto abgespült werden und in das Grundwasser gelangen können. Doch auch, wenn der Untergrund hinreichend befestigt und garantiert wird, dass die Schmutzabwässer in die Kanalisation gelangen, kann nicht einfach drauflosgewaschen werden. Zuvor muss erst noch bei den zuständigen Behörden, in den meisten Fällen ist dies die Untere Wasserbehörde, um Erlaubnis gefragt werden.

Wer sich die bürokratischen Diskussionen ersparen, jedoch immer noch selbst Handanlegen möchte, der kann dies in SB-Waschboxen realisieren. Besonders Cabriofahrer, deren Fahrzeuge über ein Stoffdach verfügen, bevorzugen diese Art der Reinigung. Zwar halten aktuelle Stoffverdecke dem Wasserdruck und dem Trockengebläse stand, doch ist besonders bei älteren Fahrzeugen von dieser Art der Wäsche abzuraten. Zumal bei Verdecken mit Kunststoffscheiben diese durch die Verwendung von klassischen Bürsten zerkratzt und damit blind werden können. Bei der Handwäsche selbst muss nur auf wenige Dinge geachtet werden. So sollte der Abstand des Hochdruckstrahlers zum Fahrzeug knapp 20 Zentimeter betragen, da dieser ansonsten dem Lack und der Felge mehr Schaden als Glanz beschert. Gleichzeitig ist eine Vorwäsche mit Hilfe eines Hochdruckstrahlers sinnvoll, wird anschließend mit dem Lappen weitergeputzt. Denn sonst wirkt der Schmutz zwischen Lappen und Lack wie Schmirgelpapier.

Das gilt auch für Waschanlagen oder -Straßenfahrer. Der obligatorische Euro sollte daher auf jeden Fall zur Hand sein, wenn kein Mitarbeiter der Waschanlage für eine druckvolle Vorwäsche sorgt. Laut ADAC reicht, entgegen den Vorstellungen vieler Fahrzeugliebhaber, "eine einfache Schaumwäsche. Ist das Auto sehr schmutzig, zweifache Wäsche wählen." Und auch die oft als Nanoversiegelung glorifizierten Wachsbehandlungen können gespart werden, da diese oft nur eine kurze Zeit halten. "Sinnvoller, um den Lack zu schützen und glänzen zu lassen: Nach dem Waschen per Hand mit Hartwachs behandeln und polieren", erklärt Hubert Paulus, Ingenieur und ADAC-Fahrzeugexperte.

Des Weiteren sind Waschanlagen mit Lappen, denen mit Bürsten zu bevorzugen. Lappen sind zum Verteilen von Wasser und Shampoo schonender für den Lack. Eine Unterbodenwäsche ist im Sommer gänzlich unnötig. Einen fahrzeugerhaltenden Grund für regelmäßige Autowäschen gibt es laut Hubert Paulus übrigens nicht: "Moderne Lacke sind robust, der Schmutz greift sie nicht an. Ausnahme: Streusalzkrusten im Winter, die Sie sofort entfernen sollten. Waschen Sie deshalb nur, wenn Sie Staub oder Schmutz optisch stören." Oder, wenn der Nachbar mal wieder sein Finger nicht im Zaum halten kann.
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Quelle: Autoplenum, 2013-06-25

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