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Testbericht

Elfriede Munsch/SP-X, 24. Juli 2013

Mehr als nur eine kleine Auffrischung hat der 2008 vorgestellte Opel Insignia erhalten. Das Rüsselsheimer Flaggschiff steht ab 29. September umfassend optisch und technisch überarbeitet bei den Händlern. Neue, sparsame Motoren sowie ein modernes Infotainment-Bediensystem werten das weiterhin als Stufenheck, Fünftürer oder Kombi erhältliche Topmodell auf. Der 1.4 Turbo mit 103 kW/140 PS kostet als neues Einstiegsmodell ab 24.325 Euro (Stufenheck) und ist damit 2.000 Euro günstiger als zuvor.

Die bisherige Basisversion mit dem 1,8-Liter-Sauger wird in Deutschland nicht mehr angeboten. Die Sports Tourer genannte Kombiversion, auf die mehr als Zweidrittel der Bestellungen fallen, startet ab 25.255 Euro. Insgesamt bleiben die Preise stabil bei verbesserter Ausstattung. Ende November ergänzt der mit SUV-ähnlichen Stilelementen versehene und höherbauende Country Tourer die Karosserievielfalt.

Ein Schwerpunkt der Anstrengungen lag auf der Optimierung des Motorenangebots. Sparaushängeschild ist der 2,0-Liter-Selbstzünder, der in den zwei weiteren Leistungsstufen 88 kW/120 PS und 103 kW/140 PS offeriert wird. Der Durchschnittsverbrauch der drehmomentstarken Versionen liegt sowohl beim Vier- als auch beim Fünftürer in Kombination mit Start-Stopp-Automatik jeweils bei 3,7 Litern, das entspricht CO2-Emissionen von 99 g/km. Der Kombi genehmigt sich 0,2 Liter mehr. Ebenfalls noch im Angebot sind die bekannten Selbstzünder mit 96 kW/130 PS, 120 kW/163 PS sowie der Bi-Turbo mit143 kW/195 PS.

Bei den Benzinern feiert der neue 1,6-Liter-Turbo seine Premiere in der Mittelklasse. Der 125 kW/170 PS starke Vierzylinder ist unter anderem aus Astra sowie Cascada bekannt. Im Insignia verfügt er über eine zusätzliche Ausgleichwelle, so dass er sich durch Laufruhe und sparsamen Umgang mit Treibstoff auszeichnen soll. Opel gibt 6,1 bzw. 6,3 Liter (Kombi) als Normverbrauch an. Neuer Top-Vierzylinder ist ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit 184 kW/250 PS, der in ähnlicher Form im Astra OPC eingesetzt wird. Wahlweise ist er statt mit Front- auch mit Allradantrieb erhältlich. Beide Triebwerke können mit Sechsgang-Schaltgetriebe und Start-Stopp oder mit einer Sechsstufen-Automatik gekoppelt werden.

Nicht komplett neu, aber überarbeitet präsentiert sich der 1,4-Liter-Turbobenziner mit 103 kW/140 PS, der nun die Vorgaben der Schadstoffnorm Euro 6 einhält und mit einem Normverbrauch von 5,3 Litern zu den sparsameren Motoren seiner Klasse zählt. Ein 1,4-Liter-Turbo-Autogasmotor sowie das Toptriebwerk im OPC mit 239 kW/325 PS komplimentieren das Angebot.

Neben den Triebwerken haben sich die Ingenieure auch des Fahrwerks angenommen. Zahlreiche Veränderungen an Achsen, Federung und Lenkung sollen dafür sorgen, dass das Flaggschiff weniger hart abrollt und komfortabler wirkt. Aufgerüstet hat Opel das Angebot an Assistenzsystemen. Zum Einsatz kommen nun radar- und kamerabasierte Systeme. So sind jetzt adaptiver Geschwindigkeitsregler, Toter-Winkel- und Kollisionswarner erhältlich. Letzterer arbeitet nun auch bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h und kann bis zum Stillstand selbständig bremsen. Die Verkehrsschilderkennung wurde ebenfalls verbessert.

Natürlich durften auch die Designer beim Facelift ein Wörtchen mitreden. Schon von außen zeigen sich Stufenheck, Fließheck und Kombi jetzt deutlich moderner. Der Kühlergrill wächst in die Breite und nähert sich der Straßenoberfläche an, was für einen bulligeren Auftritt sorgt. Zentrales Element ist eine nun weiter mittig verlaufende Chromspange, deren nach oben gebogene Ausläufer jetzt bis an die neu gestalteten Scheinwerfer heranreichen. Am Heck fallen markante LED-Leuchten und ein tiefer gezogenes Chromband ins Auge. Stufenheck- und Fließheckversion – bislang äußerlich kaum zu unterscheiden – differenzieren sich nun über eigenständige Linienführungen zwischen C-Säule und Heckspoiler. Der Fünftürer wirkt etwas coupéhafter. Unverändert blieben die Karosserievarianten in ihren Abmessungen.

Auffälliger sind die Veränderungen im Innenraum. Hier wurde ordentlich entrümpelt und aufgeräumt. Der Hauptkritikpunkt galt bisher der durch zu viele Knöpfe und Schalter unübersichtlichen Mittelkonsole. Opel setzt auf ein modernes, intuitiv bedienbares Konzept, das mit deutlich weniger Bedienelementen auskommt. Per Fingerkommando oder Sprachsteuerung lassen sich zahlreiche Funktionen von Telefon, Radio oder Navigationssystem über ein Display oder ein optionales Touchpad steuern. Komplett neu ist das Zentralinstrument, das nicht mehr aus analogen Uhren, sondern aus einem hochauflösenden Bildschirm besteht. Es lässt sich vom Fahrer individuell konfigurieren.

Der Zeitpunkt für das große Facelift des Vectra-Nachfolgers ist günstig gewählt: Der neue Ford Mondeo lässt auf sich warten, der VW Passat ist auch nicht mehr ganz taufrisch und die ausländische Konkurrenz hat es traditionell schwer, gegen die Deutschen zu punkten. Es sollte Opel gelingen, sein Flaggschiff wieder in den vorderen Verkaufsrängen zu positionieren.

Der Insignia ist das Flaggschiff von Opel. Das Mittelklasse-Fahrzeug hat ein umfangreiches Facelift erhalten. Dabei haben sich die Verantwortlichen ganz schön ins Zeug gelegt und auch mächtig aufgeräumt.

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Fazit
Der Insignia ist das Flaggschiff von Opel. Das Mittelklasse-Fahrzeug hat ein umfangreiches Facelift erhalten. Dabei haben sich die Verantwortlichen ganz schön ins Zeug gelegt und auch mächtig aufgeräumt.

Quelle: Autoplenum, 2013-07-24

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