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Testbericht

Fabian Hoberg, 27. August 2012

Weniger Gewicht, weniger Reibung gleich weniger Verbrauch. Die Vorteile von Dreizylindermotoren liegen auf der Hand. Und doch üben sich die meisten Hersteller erst seit kurzem im Verzicht auf einen Brennraum.  Der neue Peugeot 208 ist kaum im Handel, da schieben die Franzosen einen Dreizylinder-Motor nach. Der soll den Kleinwagen sparsamer machen und wird gleich mit den beiden Hubraumklassen 1,0 und 1,2 Liter angeboten. Der Motor ist bis zu 25 Prozent sparsamer als das Vorgängeraggregat mit 1,4 Liter Hubraum und verbraucht auf 100 Kilometer 4,5 Liter. Auch der Citroen C2 könnte bald den Antrieb erhalten.

Die Idee des Dreizylinders aus Spargründen ist nicht neu. Schon in den 80er-Jahren hatten zum Beispiel japanische Kleinwagen wie der Suzuki Alto oder der Daihatsu Cuore Dreizylinder  unter der Haube. Bei deutschen Herstellern galt der Dreizylinder lange Zeit als zu unkomfortabel. Die ungerade Zylinderzahl verursachte Schwingungen und Verbrennungsgeräusche, die man den Kunden nicht zumuten wollte. Das scheint aber vorbei zu sein. Durch neue Materialien, Ausgleichswellen und speziellen Schwungscheiben kann auch ein Dreier ausreichend Laufruhe entwickeln

Ford hat Anfang des Jahres eine neue Dreizylinder-Motorengeneration aufgelegt. Der passt nicht nur in den neuen Mini-Van B-Max, sondern treibt auch den Focus an. Der Einliter-Dreizylinder leistet je nach Version 74 kW/100 PS bzw. 94 kW/125 PS.

Der koreanische Hersteller Hyundai übt sich besonders bei seinen Kleinwagen im Verzicht. Den i20 gibt es mit einem Dreizylinder-Diesel mit 1,1 Liter Hubraumund 55 kW/ 75 PS. Das Triebwerk war bisher nur für das Schwestermodell Kia Rio zu haben, setzt aber nun auch im Hyundai einen Verbrauchs-Bestwert. Mit 3,2 Litern Diesel beziehungsweise einem Ausstoß von 84 Gramm CO2 pro Kilometer schlägt der Kleinwagen sogar den zweisitzigen Smart Fortwo Diesel.
Toyota bietet seinen 1,0-Liter-Dreizylinder mit 60 kW/68 PS gleich in mehreren Modellen wie dem iQ, Yaris und Aygo an. Auch in den beiden Kleinstwagen-Schwestermodellen Peugeot 107 und Citroen C1 kommt der Knauserer zum Einsatz. Auf drei Zylinder setzen zum Teil auch Mitsubishi Colt, Suzuki Alto, Kia Picanto, Nissan Pixo und Micra. Selbst Minivans wie die baugleichen Opel Agila und Suzuki Splash kommen mit drei Zylindern über die Runden.

Auch der VW-Konzern hat einen Dreizylinder im Programm und setzt ihn in seinen Modellen VW Up, Polo, Skoda Fabia, Roomster und Citigo sowie dem Seat Ibiza und Mii ein. Einen sparsamen Dreizylinderdiesel gibt es auch für den Polo. Mit der neuen Generation des VW Golf kann auch mit einem Dreizylinder in der Kompaktklasse gerechnet werden. Dann wäre auch der Einsatz in Derivaten wie dem Touran möglich.  

Aber nicht nur Sparwütige sollen künftig auf drei Zylindern durch die Gegend fahren. Auch die sogenannten Premiumhersteller haben den Antrieb für sich entdeckt. So arbeitet BMW an einer neuen Motorengeneration, die neben Vier- auch Dreizylinder-Aggregate umfassen wird – und zwar als Otto- wie als Dieselmotor. Als erster wird der neue Mini ab 2013 Dreier erhalten, die mit 1,2 Liter Hubraum und Turbolader bis zu 184 PS leisten sollen.

Auch bei Mercedes denkt man über den Einsatz von Dreizylindern nach. Dabei haben die Stuttgarter schon einen Klassiker im Angebot: den Smart Fortwo. Und selbst mit zwei Zylindern muss man kein Verkehrshindernis sein, wie der Fiat 500 und der Lancia Ypsilon zeigen. Die Italiener bringen ihr Aggregat mit 0,9 Litern und Leistungen von 48 kW/65 PS bis 77 kW/105 PS an den Start. Und sind damit der deutschen Konkurrenz bis auf weiteres einen Schritt voraus.

Der Dreizylinder ist auf dem Vormarsch. Immer mehr Hersteller verzichten auf einen Brennraum um durch weniger Reibung Sprit zu sparen – und das nicht nur im Kleinwagen.

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Fazit
Der Dreizylinder ist auf dem Vormarsch. Immer mehr Hersteller verzichten auf einen Brennraum um durch weniger Reibung Sprit zu sparen – und das nicht nur im Kleinwagen.

Quelle: Autoplenum, 2012-08-27

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