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Testbericht

Stefan Grundhoff, 4. Dezember 2018
Einst galt Bangkok als eine der verrufensten Städte der Welt. Doch das asiatische Sündenbabel will sich mit dem Image vergangener Zeiten längst nicht mehr zufrieden geben. Es tut sich etwas in der thailändischen Metropole und der alltägliche Straßenverkehr ist der pure Wahnsinn.

Bangkok war seit den späten sechziger Jahren nicht gerade für seine Sauberkeit und Integrität bekannt. Stundenlange Staus in der City, Prostitution oder Drogen waren die dominierenden Themen. Doch die Zeiten ändern sich und heute gibt es beides: Das alte Bangkok erfreut die Herzen der Touristen nach wie vor mit klischeehaften Massagesalons, Nachtclubs und Prostitution. Das neue Bangkok bietet dagegen weitaus mehr: Moderne Designhotels, edle In-Restaurants oder kulturelle Einrichtungen. Auf einem Asientrip kommt man an der Hauptstadt Thailands kaum vorbei. Und wer besonders mutig ist, taucht in ihr alltägliches Verkehrschaos ein, das weltweit keinen Vergleich scheuen muss.

Die Straßen von Thailand und speziell der Metropole Bangkok werden bevölkert von asiatischen Kleinwagen und Mittelklassemodellen sowie den allgegenwärtigen Pick Ups. Nach den USA gilt Thailand als die Pick-Up-Nation Nummer zwei auf der Welt. Isuzu, Ford, Mazda, Mitsubishi und Toyota produzieren ihren Pick Ups größtenteils rund eineinhalb Stunden südöstlich von Bangkok nahe der Touristenhochburg Pattaya in mäßig automatisierten Produktionsstätten. Von hier aus sind es nur ein paar Kilometer nach Laem Chabang, wo die großen Autotransporter anlegen und die Fahrzeuge von hier in die ganze Welt exportieren. Auf einem imposanten Großparkplatz finden rund 15.000 Fahrzeuge Platz, die auf ihre Ausschiffung warten. Pro Jahr werden hier mehr als 800.000 Fahrzeuge umgeschlagen; die allermeisten Pick Ups vom Typ Mitsubishi L200, Toyota Hilux, Ford Ranger und Isuzu D-Max. Allesamt rund 5,20 Meter lang, mit einer Tonne Traglast und einem knapp 200 PS starken Dieselmotor unterwegs. Mit den Pick Ups wird in Thailand alles und jeder transportiert. Menschen, Tiere und Waren aller Art finden auf den Ladeflächen Platz. Nicht wenige haben sich in den Eisenaufbau auf der Ladefläche eine Hängematte gespannt und nutzen jede Wartezeit für einen kleinen Schlaf am Straßenrand - nicht einfach bei dem ohrenbetäubenden Lärm, mehr als 30 Grad Celsius und mindestens 80 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Die Zehn-Millionen-Metropole heißt in der Landessprache Krung Thep und ist wirtschaftlicher, kultureller und politischer Mittelpunkt von Thailand. Die Anziehungskraft ist insbesondere für Europäer seit Jahrzehnten ungebrochen. Vieles wirkt hier geheimnisvoll, erschreckend und berauschend zugleich. Das Leben in den meist überfüllten Straßen zieht einen schnell in seinen Bann. Dabei beherrscht der Buddhismus die pulsierende Metropole in allen Bereichen des täglichen Lebens; gerade auch den Verkehr. Darauf sollten sich auch Touristen einstellen. Die Tempelanlagen sind vielfältig und meist überaus sehenswert. So müssen Frauen lange Hosen oder einen Rock tragen, der mindestens das Knie bedeckt. Kurzärmlige Hemden sind ebenfalls nicht gerne gesehen. Auch Männern wird der Eintritt mit Bermuda-Shorts generell verwehrt. Am Ufer des Flusses Chao Phraya befindet sich der Große Palast, eine der sehenswertesten Anlagen in der Innenstadt. Das Palastgelände ist so mächtig wie zwei große Stadtteile. Hier befindet sich unter anderem die Wat Phra Kaeo, der Tempel des Smaragdbuddha.

Zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten kommt am besten mit einem der unzähligen Taxis, bevorzugt in gelb-grün oder einem kräftigen rosé lackiert. Sie sind günstig und kämpfen sich wie Ameisen durch überfüllte Gassen und Straßen. Ein paar wenige Kilometer in der Innenstadt können schnell einmal ein bis zwei Stunden in Anspruch nehmen. Die Fahrer steigen im Stau gerne einmal aus und stecken sich in aller Ruhe eine Zigarette an, die nicht unbedingt einer offizielle Verpackung entspringt. Hat der Taxler erst einmal sein Auto verlassen, kann man sich bestens im Volant umsehen. Die Schaltknaufe sind zumeist mit prächtigen Kristallornaten verziert und rund um die Instrumente sollen Buddhas für allzeit gute Fahrt sorgen. Es wird wenig gedrängelt und im Gegensatz zu anderen Metropolen auch vergleichsweise wenig gehupt. Der Thailänder gilt im Straßenverkehr als alles andere als ungeduldig oder gar aggressiv. Das gilt besonders für die Hauptstadt Bangkok. Bereits jetzt gibt es auf den Straßen von Bangkok erste Elektrotaxis zu sehen. BYD hat von Thailands Ministerium für Land und Transport jüngst einen Auftrag für 1.100 Kompaktlimousinen vom Typ e6 erhalten, die als Taxis eingesetzt werden sollen.

Am besten eintauchen kann man in das Leben von Bangkok jedoch mit einem Tuk Tuk, die sam lor (Dreirad) heißen. Die offenen Motorradtaxis haben oft schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel; sind jedoch reich verziert und allemal eine Fahrt wert. Besonders abends erstrahlen sie hell und bunt mit LED-Ketten illuminiert und wer in Bangkok unterwegs ist, sollte sich eine solche Fahrt allemal gönnen. Die Tuk Tuks sind dabei nicht komfortabel und man sollte sich darüber im klaren sein, dass die Luft auf den überfüllten Straßen der Innenstadt nicht die beste ist. Kein Wunder, dass viele Einheimische die offenen Motorradtaxis nur mit einem Mundschutz nutzen. Über den Fahrpreis muss man vorher verhandeln. Hier heißt es mutig sein, denn den Touristen werden zumeist allzu hohe Fahrpreise entgegengeworfen.

Ein wichtiges Verkehrsmittel in Bangkok ist das Boot. Auf dem Chao Phraya gibt es schmale Einbäume, mit denen man exklusiv und für viel Geld zu den Sehenswürdigkeiten kommt. Zudem gibt es die regelmäßig verkehrenden Fähren, mit denen man auch zu Sehenswürdigkeiten wir dem königlichen Bootshaus, ebenfalls am Ufer des Chao Phraya, gelangt. Hier liegen die zahlreichen reich geschmückten königlichen Barkassen, die mit den tausenden von normalen Kähnen auf der flüssigen Lebensader Bangkoks nicht viel gemein haben. Es gibt über das Jahr verteilt immer wieder zahlreiche Prozessionen. Das farbenprächtige Spektakel entführt Urlauber in eine fremde, bisher verschlossen geglaubte Welt. Auf den Flüssen und Kanälen von Bangkok herrscht besonders tagsüber ein quirliges Treiben. So findet täglich der schwimmende Markt statt, wo zahlreiche Mitbringsel, Lebensmittel, lebende Tiere und Kleidung dargeboten werden.

Der Automobilstandort Thailand und speziell der Großraum Bangkok dürfte sich in den kommenden Jahren weiter entwickeln. So plant Toyota plant bis zum Jahre 2020 in Thailand einen Produktionsstandort für Hybridbatterien aufzubauen. Das Werk soll in der Provinz Chachoengsao östlich von Bangkok liegen, wo die Japaner bereits eine Fahrzeugproduktion betreiben. Damit ist Toyota der erste Autohersteller, der die Anreize der thailändischen Regierung für eine lokale Produktion von Fahrzeugen mit alternativem Antriebsstrang erhält. Die thailändische Regierung hatte vor einiger Zeit Änderungen der Verbrauchsteuersätze angekündigt, die darauf abzielen, die Einführung entsprechender Fahrzeuge in dem asiatischen Staat zu begünstigen. Bis zum Jahre 2036 sollen 1,2 Millionen Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybriden auf Thailands Straßen unterwegs sein.

Auch BMW produziert in Thailand Fahrzeuge. Derzeit werden in Rayong, rund 200 Kilometer südöstlich von Bangkok die PHEV-Modelle 330e, 530e, X5 xDrive40e und 740Le produziert. Die Batterien für diese Fahrzeuge kommen nach wie vor aus Europa. Die Bayern bauen ihr Werk ebenso aus, wie Mercedes, die im Süden von Bangkok in Samut Prakan mit Joint-Venture-Partner Thonburi Automotive Akkus für Elektrofahrzeuge produzieren wollen. Die Anlage baut aktuell Modelle der C-, E-, S- und ML-Klasse sowie die Modelle GLA, GLC, CLA, C-Klasse Coupé und GLC Coupé aus Bausätzen zusammen.
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Quelle: Autoplenum, 2018-12-04

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