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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 2. April 2020
SP-X/Köln. Die Zeiten, in denen ein Ssangyong die Blicke durch ein besonders schräges Design auf sich zog, sind lange vorbei. Das Kompakt-SUV Korando weckt stattdessen durch seine modische und gefällige Optik Aufmerksamkeit. Seit dem Modellwechsel 2019 ist der Koreaner endgültig in der Moderne angekommen – und hat sich trotzdem einen eigenen Charakter bewahrt.Beim Design hat sich Ssangyong für den klassischen Geländewagen-Ansatz entschieden: Der 4,45 Meter lange Korando setzt auf klare Kante mit flacher Motoraube und weitgehend quaderförmigem Passagierabteil. Dabei wirkt er dank dezenter Schwünge im Blech, sparsam eingesetztem Chrom und einem charaktervollen Gesicht jedoch keinesfalls nüchtern oder bieder. An Gestaltungs-Sünden wie den gut 15 Jahre alten Rodius erinnert hier auf jeden Fall überhaupt nichts mehr. Dass die Optik nicht nur gut ausschaut, sondern auch praktisch ist, zeigt sich im Inneren. Weil das Dach nicht zum Heck hin abfällt, wie es zurzeit vielerorts Mode ist, fühlt man sich auch als Hochgewachsener auf der Rückbank nicht beengt. Da auch die Sitze bequem und vor allem groß genug ausfallen, lässt es sich dort auch auf langen Strecken gut aushalten. Zusammen mit dem großen Kofferraum hinter der breit öffnenden Klappe ist der Fünfsitzer bei Bedarf ein sehr taugliches Reiseauto für die ganze Familie.Dass die Koreaner viel Mühe und Detailarbeit in ihr wohl wichtigstes Modell gesteckt haben, sieht man vor allem vom Fahrersitz aus. Das Cockpit ist mit Schwung im digitalen Zeitalter angekommen: Der an Stelle der Analog-Uhren platzierte Instrumenten-Bildschirm spielt zu Begrüßung ein Jingle und eine Animation ab, die beide fast schon Kurzfilm-Format haben. Daneben erden Kunststoff in Klavierlack-Optik und zahlreiche Chrom-Zierteile das Ambiente wieder etwas – ein fahrender Computer will der Korando eben auch nicht sein.Auf der Straße spielt das SUV dann wieder die Traditions-Karte. Wo viele Wettbewerber mittlerweile einfach nur etwas bulligere Kompaktwagen sind, hat sich der Korando noch Reste seines Offroader-Charakters bewahrt. Nicht in dem Sinne, dass er schwammig lenkte oder träge führe – im Gegenteil: Der ausgewogene Koreaner schafft den Spagat zwischen Komfort und Restdynamik erstaunlich gut. Das Geländewagen-Gefühl entsteht eher durch das dezidiert erhabene Fahrgefühl – man sitzt mehr auf als in dem Auto, blickt gut über den Verkehr und fühlt sich, als könnte man auch mal querfeldein abkürzen. Im Prinzip ginge das auch, zumindest, wenn man den optionalen Allradantrieb wählt. Den gibt es gleich für beide verfügbare Motorisierungen, den 1,5-Liter Benziner (120 kW/163 PS) und den 1,6-Liter-Diesel (100 kW/136 PS).Im Testwagen betätigte sich der Vierzylinder-Selbstzünder (mit Allradantrieb), der seine Arbeit im besten Sinne unauffällig verrichtet. Die 300 Nm Drehmoment liegen früh an, reichen dafür nicht ewig, so dass der Korando kaum schneller als 180 km/h wird. In der Spurtwertung stellt der knapp 1,6 Tonnen schwere Wagen ebenfalls keine Rekorde auf, für ein flottes Mitschwimmen im Stadtverkehr und das konzentrierte Überholen auf der Autobahn reicht der Motor aber allemal. Lediglich der Verbrauch kann nicht voll überzeugen, knapp 7 Liter genehmigte sich das SUV im Schnitt. Andere können das besser.In einer finanziellen Kosten-Nutzen-Rechnung wäre der erhöhte Durst aber wohl nur eine Randnotiz. Denn beim Listenpreis düpiert der Korando seinerseits die Konkurrenz. 23.000 Euro kostet die günstigste Variante mit Frontantrieb, Ottomotor und durchaus ordentlicher Ausstattung. Inklusive sind neben Klimaanlage und DAB-Radio auch bereits einige Assistenzsysteme. Der Diesel kostet in dieser Variante 26.000 Euro, das günstigste Allradmodell gibt es mit erweiterter Ausstattung für 28.000 Euro (Diesel: 31.000 Euro). Bei Wettbewerbern wie Ford Kuga oder VW Tiguan fängt in diesen Regionen die Preisliste für die Basismodelle überhaupt erst an.Wer ein modernes, geräumiges und kompetent gemachtes Kompakt-SUV sucht, sollte den Ssangyong durchaus auf die Liste nehmen, auch wenn der Diesel sicherlich kein Sparmotor ist. Doch Kosten lassen sich auch an anderer Stelle kürzen – beim Korando nicht zuletzt mit Hilfe der vergleichsweise günstigen Anschaffungspreise.Technische Daten - Ssangyong Korando 1.6 e-XDi Diesel 4WD:SUV der Kompaktklasse, Länge: 4,45 Meter, Breite: 1,87 Meter, Höhe: 1,62 Meter, Radstand: 2,68 Meter, Kofferraumvolumen: 551 bis 1.248 Liter.1,6-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel; 100 kW/136 PS, Allradantrieb, maximales Drehmoment: 320 Nm bei 1.500 – 3.000 U/min, Vmax: 180 km/h, 0-100 km/h: k.A., Normverbrauch: 5,0 – 5,9 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 130 - 155 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-temp, Effizienzklasse: B/C, Preis ab: 30.990 Euro.Kurzcharakteristik – Ssangyong Korando:Warum: günstige Preise, viel PlatzWarum nicht: durstiger Diesel, hoher WertverlustWas sonst: VW Tiguan, Ford Kuga, Hyundai TucsonDer Ssangyong Korando ist in der Mitte der SUV-Gesellschaft angekommen. Trotzdem setzt er eigene Akzente.
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Fazit
Der Ssangyong Korando ist in der Mitte der SUV-Gesellschaft angekommen. Trotzdem setzt er eigene Akzente.

Quelle: Autoplenum, 2020-04-02

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