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Testbericht

Sebastian Viehmann, 5. Mai 2011
Audis Entwicklungsvorstand Michael Dick verordnet der Marke eine Schlankheitskur. Der neue Q7 soll weniger als zwei Tonnen auf die Waage bringen. Der neue A2 wird dynamischer und nur als Elektroauto oder Plug-In-Hybrid unterwegs sein.

„Derzeit geht der Trend wieder zu großen Autos“, sagt Audis Entwicklungschef Michael Dick. Gerade der Q7 erlebe ein Revival, dass er nicht mehr für möglich gehalten habe – nicht nur in China und den USA, auch in Europa kletterten die Verkaufszahlen des Dickschiffes wieder nach oben. Groß bedeutet allerdings nicht automatisch größere Motoren. In China mit seiner strengen Besteuerung hubraumstarker Autos zum Beispiel erfreut sich beim Q7 vor allem der Benziner 3.0 TFSI großer Beliebtheit. In den USA scheint sich die Liebe zum Diesel zu entwickeln, den Audi, BMW und Mercedes in den vergangenen Jahren unermüdlich angepriesen haben. Fast jeder zweite Q7 werde in den USA mittlerweile mit Selbstzünder an Bord verkauft, freut sich Michael Dick.

In rund drei Jahren steht die nächste Generation des Q7 an, und sie soll vor allem eins werden: leichter. „Die Zielvorgabe lautet, das Gewicht unter 2000 Kilogramm zu halten“, betont Dick. Da haben die Ingenieure einiges zu tun – der aktuelle Q7 ist mit seinem Leergewicht bis zu 2,6 Tonnen so schwer, dass beim Top-Modell mit V12-Diesel mit voller Beladung das zulässige Gesamtgewicht knapp unter 3,5 Tonnen liegt.

Auch nach unten lässt die Modellpalette noch Luft. Der neue A3 wird flacher und dynamischer, der Audi-intern „Tornado-Linie“ genannte Schwung prägt die Seitenansicht des Wagens. Wie beim aktuellen Modell kommt zudem ein Sportback mit fünf Türen. Die Konzeptstudie einer viertürigen Limousine soll ebenfalls Realität werden. Damit will Audi den A3 in die Limousinenmärkte in Asien und den USA tragen. Bei den Motoren des neuen A3 gibt es das bekannte Angebot von Vierzylindern zwischen 1,2 und 2,0 Litern Hubraum mit 105 bis 200 PS. Auf der Automesse Shanghai gab der A3 e-tron Concept zudem einen Ausblick auf einen kleinen Plug-In-Hybriden.

Die Ingolstädter werden aber noch weiter nach unten anbauen. Spekulationen über ein ganz kleines Audi-Modell auf Basis des Up von Volkswagen erteilt Michael Dick zwar eine Absage: „Diese Frage stellt sich zurzeit nicht, da wir voll damit beschäftigt sind, den A1 zu etablieren, der Ende des Jahres auch als Fünftürer erscheint.“ Die Verkaufszahlen des kleinsten A1 sind bislang bescheiden im Vergleich zu den enormen Erwartungen, die Audi an den Wagen hatte. Über seine Laufzeit werde der A1 vielleicht noch das ein oder andere Derivat bekommen, so Michael Dick – es könnte also ein A1 Cabrio ins Haus stehen. Auch einen Allrad-Prototypen mit dem 2.0 TFSI-Benziner konnte man bereits fahren.

Zum A1 und A3 wird sich aber bald ein weiteres Modell gesellen, das eigentlich ein alter Bekannter ist. „Es gibt Platz zwischen A1 und A3“, sagt Dick. Damit ist natürlich der Nachfolger des berühmten Sparwunders A2 gemeint, den Audi 2005 in Rente geschickt hat. Ob der Nachfolger wieder A2 heißen wird, ist unklar, doch wohin die Reise geht, ist sicher: „Der Wagen wird ungefähr soviel wiegen wie das Megacity Vehicle von BMW“, so Dick.

Ähnlich wie der BMW i3 wird auch der A2-Nachfolger von vornherein als Elektroauto konzipiert, entweder als rein batterieelektrisches Fahrzeug oder als Plug-In-Hybrid mit einem kleinen Verbrennungsmotor. „Der Wagen wird immer einen Stecker haben“, so Dick. „Das Fahrzeug ist sowohl für Kurzstrecken geeignet als auch für Fahrten bis 500 Kilometer“, stellt er in Aussicht. Damit unterscheide sich der Wagen auch vom A1 e-tron, der klar als Kurzstreckenfahrzeug konzipiert werde. Beim A1 e-tron wartet Audi nun die Ergebnisse der ersten Flottenversuche ab, doch man fahre schon „Vollgas in Richtung Serienentwicklung“, so Dick.

Die Gewichtsreduzierung beim A2-Nachfolger wollen die Ingolstädter nicht wie beim alten A2 vorrangig durch den Einsatz von Aluminium erreichen. „Es wird ein Multimaterial-Auto werden“, deutet Audis Entwicklungschef an. Optisch soll der neue Audi-Stromer zwar an den ersten A2 erinnern, aber sportlicher und emotionaler wirken. „Er wird in jedem Fall etwas flacher und breiter sein und eine deutlich dynamischere Linienführung haben als bisher“, sagt Michael Dick.

Bei der nächsten Generation des Audi A4, die 2014 zu erwarten ist und eine ganz neue Fahrzeugarchitektur bekommt, steht ebenfalls eine Abspeckkur an. Minus 120 Kilo im Vergleich zur aktuellen Version heißt das Ziel, zu erwarten ist also ein Leergewicht ab 1,3 Tonnen. Die Notwendigkeit zum Abspecken ergibt sich auch durch eine neue Generation des Allradantriebs: Im nächsten A4 wird der teilelektrische Allradantrieb e-tron quattro verfügbar sein, der zurzeit in einem A5 erprobt wird. Das System benötigt natürlich Batterien, die beim Versuchsträger mittig im Fahrzeug platziert sind. Es werde aber auch weiterhin ein mechanisches Quattro-System bei Audi geben, betont Michael Dick.
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Quelle: Autoplenum, 2011-05-05

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