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Testbericht

Stefan Grundhoff, 30. September 2009
Ein gewaltiger SUV mit weit über zwei Tonnen Leergewicht, bis zu sieben Sitzplätzen und allem nur erdenklichen Komfort – hört sich kaum nach Sparmobil an. Doch wer es drauf anlegt, kann den Audi Q7 3.0 TDI mit unter neun Litern Diesel auf 100 Kilometern bewegen.

Der erfolgreiche Audi Q7 ist vor zwei Jahren ins Gerede gekommen. Zu groß, zu gewaltig, zu unzeitgemäß und zu durstig so der einhellige Tenor der europäischen Öko-Gemeinde. Hersteller Audi ist mit seinem ersten Sport-Utility-Vehicle auch dreieinhalb Jahre nach der Markteinführung nach wie vor sehr zufrieden. In Europa ist man aufgrund der gigantischen Dimensionen eine Klasse oberhalb von BMW X5, Mercedes ML und den Schwestermodellen Porsche Cayenne und VW Touareg unterwegs. Mehr als bei den Konkurrenzmarken entscheiden sich die Kunden des 5,09 Meter langen Q7 gerne auch für die leistungsstarken Diesel mit acht und zwölf Zylindern. Kein anderer Hersteller bietet derzeit einen Geländewagen mit 500 PS starkem V12-Triebwerk und 250 km/h Spitze an. Doch das Gros der Kunden entscheidet sich auch beim Q7 für den Volumendiesel mit sechs Brennkammern, drei Liter Hubraum und 177 KW / 240 PS.

Nach der jüngsten Modellpflege ist der Basisdiesel auch als Saubermann-Version 3.0 TDI Clean Diesel zu bekommen. Bei den Fahrleistungen muss man trotz zusätzlicher Abgasreinigung keinerlei Kompromisse machen. Das Commonrail-System ringt dem Sechszylinder nicht nur sanft säuselnde 240 PS, sondern ab 2.000 U/min auch 550 Nm maximales Drehmoment ab. 0 auf 100 km/h in 8,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 216 km/h lassen ebenfalls vorsichtige Zweifel am Sparpotenzial des Q7 aufkommen. Doch die versprochenen 8,9 Litern Diesel auf 100 Kilometer lassen sich in der Realität durchaus realisieren. Vorausgesetzt, man spart sich entsprechende Überholvorgänge und drückt den Audi mit seiner Stirnfläche von knapp 2,9 Quadratmetern nicht allzu vehement gegen den Fahrtwind. Voraussetzungen für einen entsprechend geringen Verbrauch sind die weitgehende Vermeidung von Innenstädten und entsprechendem Staupotenzial.

Auf Landstraßen und im sanften Autobahntempo sind so sogar Verbräuche unter der Werksangabe drin. Ein beachtlicher Wert angesichts der üppigen Dimensionen und des Leergewichts von 2,4 Tonnen. Die nächste Q7-Generation soll demgegenüber deutlich abspecken. Von Gewichten zwischen 2 bis 2,2 Tonnen ist die Rede. Immer noch mächtig viel Ballast; doch der Abstand zum kleineren Konzernbruder VW Touareg muss gewahrt bleiben. Auch bei der nächsten Q7-Generation erspart sich Audi die Blöße eines reinen Effizienzmodells mit einer Antriebsachse. So bleibt es auch bei der optionalen dritten Sitzreihe, die den aktuell 775 Liter großen Stauraum im Bedarfsfall auf ein Minimum reduziert. Legt man die Sitze in der zweiten Reihe um, kann der voll beladen bis zu drei Tonnen schwere Allradler 2.035 Liter im Gepäckraum unterbringen.

Weitere Sparpotenziale des zukünftigen Q7-Modells liegen bei entkoppelbaren und bedarfsbetriebenen Nebenaggregaten, Bremsenergie-Rückgewinnung und einer neuen Getriebeautomatik. So wird auch die Q7-Generation 2012 über eine Getriebeautomatik verfügen. Acht Schaltstufen und eine Start-Stopp-Automatik sollen die Verbräuche dann jedoch sogar unter die Acht-Liter-Marke drücken. Diese Hochtechnologie wird ihren Preis haben. Der aktuelle Verkaufspreis von 54.700 Euro wird damit kaum zu halten sein. Immerhin, ein Aufpreis von 2.000 Euro für die zusätzliche Abgasnachbehandlung im Vergleich zum normalen Q7 3.0 TDI wie aktuell dürfte dann nicht mehr zu machen sein. Sie dürfte angesichts der strengen Euro6-Abgasnorm ab 2015 serienmäßig sein. Hoffentlich auch die Zeiten, in denen Ausstattungsdetails wie Xenonlicht (1.145 Euro) und Navigationssystem (2.380 Euro) zur Selbstverständlichkeit werden. Dann spart der Fahrer doppelt gern.
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Quelle: Autoplenum, 2009-09-30

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