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Testbericht

Stefan Grundhoff, 10. September 2019
Audi schließt mit der Zukunftsstudie des AI:Trail sein Gedankenquartett zur Zukunft der Marke mit den vier Ringen ab. Der AI:Trail hat dabei keinen konkreten Bezug zur Realität; doch elektrisch träumen abseits befestigter Straßen sollte einmal erlaubt sein.

Fahren wir in Zukunft genau so durch Wald und Flur? Audi zeigt mit dem AI:Trail wie ein visionärer Geländewagen der Zukunft aussehen könnte - natürlich rein elektrisch. Mit der kompakten Konzeptstudie, die problemlos einem Endzeitstreifen der Hollywood Filmstudios entsprungen sein könnte, schließen die Ingolstädter das Quartett der vier Visionsfahrzeuge ab, die seit der IAA 2017 vorgestellt wurden. Nach Aicon, AI:me, und PB18, der über Nacht die neue Nomenklatur AI:Race erhielt, gibt es auf der IAA in diesem Jahr den Audi AI:Trail zu sehen. Das automobile Gedankenspiel ist ein visionärer Allradler, der sich als geländegängige Glaskanzel abseits befestigter Straßen für das Wochenendvergnügen in Szene setzen will. Er ist dabei 4,15 Meter lang und bietet bis zu vier Insassen Platz für einen Ausflug ins harte Gelände.

Mit einer Bodenfreiheit von 34 Zentimetern und seinen mächtigen 22-Zoll-Rädern inklusiv 850-Millimeter-Durchmesser sind Sand, Geröll und selbst Wasserdurchfahrten von einem halben Meter Tiefe kein Problem. Angetrieben wird der Audi AI:Trail dabei von vier radnah verbauten Elektromotoren, die gemeinsam 320 kW / 435 PS leisten und den Kraxler mit seinen Stollenpneus immerhin 130 km/h schnell machen. Seine Heimat ist jedoch nicht die Straße, wo der 1.750 Kilogramm schwere Geländewagen eine Reichweite von 500 Kilometern ohne Nachladen realisieren soll, sondern die urwüchsige Natur abseits befestigter Straßen. Hier helfen bei steilsten Anstiegen die bis zu 1.000 Nm maximales Drehmoment, die nahezu aus dem Stand zur Verfügung stehen. Selbst im harten Offroad-Einsatz soll die maximale Reichweite des Elektromobils, das sein Batteriepaket im geschützten Unterboden trägt, noch 250 Kilometer betragen. Da jedes Rad einzeln angetrieben wird, konnte auf Sperren oder Untersetzungen verzichtet werden.

Massive Querlenker und McPherson-Federbeine mit Schraubenfedern sowie adaptiven Dämpfern sorgen für eine robuste Fahrstabilität. Die Stollenreifen haben in ihrem Innern eine tragende Struktur aus Streben, die in die Laufflächen integriert sind. Diese Konstruktion ermöglicht es, dass die Reifen - zusätzlich zu den Federbeinen - noch weitere 60 Millimeter Federweg beisteuern können. Die Reifen verfügen dabei über eine variable, sensorgesteuerte Luftdruckregelung. Optische Sensoren im Zusammenspiel mit dem Stabilisierungskontrolle tasten die Beschaffenheit der Fahrbahnoberfläche und regeln entsprechend den Luftdruck und lassen den Audi AI:Trail auch hochautomatisiert fahren. Für die Traktion kann es dann sinnvoll sein, etwa auf sandigem Untergrund, den Druck zu reduzieren und damit die Reifenaufstandsfläche zu erhöhen. Umgekehrt steigert es die Fahrstabilität, beim Wechsel auf Asphalt wieder den Druck zu erhöhen.

Das Designteam rund um Kreativkopf Marc Lichte hat dem Audi AI-Trail abgesehen vom auffälligen Äußeren noch eine Reihe von interessanten Ausstattungsdetails mitgegeben, die Offroadfans träumen lassen. So gibt es am Fahrzeug selbst vorne nur Tagfahrlichter. Die Hauptscheinwerfer sind als Spots an steuerbare Drohnen gekoppelt, die vorausfliegen und den Fahrer über alles wichtige auf seinem Weg vorab informieren. Der Innenraum selbst ist spartanisch ausgestattet. Statt der üblichen Großdisplays gibt es in Lenkradnähe kleine Anzeigen für das nötigste. Die Fahrinformationen werden dagegen auf dem eigenen Smartphone widergegeben, das oben auf dem Lenkradträger befestigt wird. Die wichtigste Informationsquelle des Fahrers sind jedoch die großen Glasflächen, denn es gibt aufgrund der Skelettstruktur mit ihrer niedrigen Schulterlinie im Audi AI: Trail eine exzellente Rundumsicht. Die vordere Glasscheibe und die Heckklappe lassen sich für das Verstauen von Gepäck öffnen. Wenn das nicht reicht, gibt es einen Gepäckträger auf dem Dach. Die hinteren Einzelsitze lassen sich ähnlich einer Hängematte aus dem Fahrzeug entnehmen und als Campingstühle an einem Baum nutzen.
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Quelle: Autoplenum, 2019-09-10

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