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Testbericht

Sebastian Viehmann, 15. April 2011
Kaufanreize für Elektroautos, kostenloser Strom, Vorfahrt für Fahrräder: Amsterdam will seinen Verkehr komplett umkrempeln und zur „Smart City“ werden. Bis 2040 sollen Benzinkutschen die Ausnahme sein.

Die niederländische Metropole Amsterdam will in den nächsten Jahren den Verkehr komplett umkrempeln. Bis 2015 sollen rund 10.000 Elektroautos auf den Straßen rollen. Dafür gibt es direkte Subventionen, allerdings nur für eine begrenzte Zeit und bis zu einer bestimmten Gesamtsumme. Die Stadt schießt dabei bis zu 50 Prozent des Aufpreises zu, den ein Elektroauto im Vergleich zu seinem Benzin-Pendant verursacht.

Außerdem ist die Ladung an den 100 städtischen Ladesäulen derzeit kostenlos. Den Strom, der laut Stadtverwaltung zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gewonnen wird, bezahlt die Stadt. In den Genuss der Vorteile kommen nur Elektroautos, elektrisch betriebene Roller oder Plug-In-Hybride, die mindestens 30 Kilometer weit ohne Hilfe ihres Verbrennungsmotors fahren können. Der Opel Ampera zum Beispiel würde also darunter fallen, der Toyota Prius Plug-In nicht. Zu den ersten Stromern auf den Straßen gehört der Nissan Leaf, der Think City und bald auch der Elektro-Smart. Der Hersteller will sein Carsharing-Programm Car2Go Ende 2011 auf Amsterdam ausweiten und dabei 300 Smart Fortwo Electric Drive einsetzen.

Wenn die Zahl der Elektroautos wie geplant stark wächst, dürfte der Strom für Elektroautos in Amsterdam wohl nicht für immer kostenlos bleiben. 2012 soll es mehr als 1000 öffentliche Ladestationen geben. Für die bestehenden Säulen haben schon mehrere hundert Personen eine Kundenkarte erworben. Damit entsperrt man die Station und der Ladevorgang kann beginnen. Die Strom-Zapfsäulen sind untereinander vernetzt: Auf Google Maps kann der Fahrer sich die Säulen anzeigen lassen und sehen, welche Station gerade frei ist.

Die Stadtverwaltung von Amsterdam will aber auch den Autoverkehr insgesamt im Zentrum eindämmen. Parkflächen in der Innenstadt sollen schrittweise reduziert werden, dafür macht die Stadt aber Park-and-Ride-Plätze billiger und schafft mehr als 400 Kilometer Radwege. Fahrer von Elektroautos parken kostenlos, und das will in Amsterdam etwas heißen: „Unsere Parkgebühren gehören mit fünf Euro pro Stunde zu den höchsten in Europa“, sagt Christine van 't Hull, die in der Stadtverwaltung in der Abteilung zur Verbesserung der Luftqualität arbeitet. Außerdem soll auf den meisten Straßen der Innenstadt Tempo 30 gelten, damit der Autoverkehr langsamer und Radfahren somit zeitlich attraktiver wird.

Die Niederländer erhoffen sich von ihrem Programm nicht nur eine Verbesserung der Luftqualität, sondern auch einen wirtschaftlichen Schub. Sie wollen Amsterdam als besonders umweltfreundliches Touristenziel etablieren und Unternehmen aus den Branchen alternativer Energien und Elektromobilität anlocken. „Bis 2040 könnten in Amsterdam fast alle Motorroller und Autos rein elektrisch unterwegs sein. Der Strom muss dann natürlich komplett aus regenerativen Energien gewonnen werden“, sagt Christine van 't Hull. Sollten die Amsterdamer ihr Programm konsequent durchziehen, könnte ihre Stadt zu einer der ersten Smart Cities Europas werden.

Bis 2020 sind weltweit mehr als 100 solcher Smart Cities geplant, in denen sich alles der Nachhaltigkeit und alternativen Energiekonzepten unterordnen muss. Smart Cities – der Begriff hat nichts mit der Automarke zu tun - sind entweder auf dem Reißbrett geplant wie die Öko-Stadt Masdar City in Abu Dhabi, oder man wandelt bestehende Städte Schritt für Schritt um. Für Surendar Chandrasekar von der Unternehmensberatung Frost & Sullivan ist Amsterdam das perfekte Beispiel einer solchen Evolving Smart City. Chandrasekar untersucht die Trends, von denen die Megastädte der Zukunft geprägt sein werden. „In Amsterdam versucht man, die CO2-Emissionen bis 2025 um 40 Prozent zu reduzieren. Das funktioniert natürlich nur, wenn man Anreize für eine Verhaltensänderung schafft“, so der Analyst.

Neben dem Elektroauto müsse man auf ein komfortables Nahverkehrssystem setzen, mit dem die Nutzer deutlich schneller ans Ziel kommen als mit dem Auto. „Die Menschen werden ja nicht aufhören, Autos zu kaufen", sagt Chandrasekar. Aber man kann könne sie immerhin davon überzeugen, ihre Autos in der Stadt seltener zu benutzen.
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Quelle: Autoplenum, 2011-04-15

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