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Testbericht

Mario Hommen/SP-X, 26. Juli 2018
Statt Kompakter mit Offroad-Optik ist der Subaru XV eher ein SUV, das in einer Kompakt-Karosserie steckt. Auch in anderer Hinsicht wirkt der Japaner etwas schrullig. Das kann gefallen oder auch abtörnen, wie wir im Verlauf eines fünfmonatigen Dauertests erleben durften. Eine Schlussbetrachtung in sieben Kapiteln. Ausnahmeerscheinung Anders etwa als in den USA ist der neue Subaru XV hierzulade ein Exot. Optisch bewegt sich die Robustheit suggerierende Außenhaut etwas abseits vom Mainstream. Allerdings hat das auch einen gewissen Charme, zumal der Japaner mit filigranen Details im Blechkleid und ausdrucksstarke LED-Scheinwerfern auch schnittig und modern wirkt. Verborgenes Talent Neben der Optik macht ihn auch die Technik zum Charakterdarsteller. Das liegt vor allem am Antrieb, denn die Kombination aus schlauer Allradtechnik, Boxermotor und CVT-Getriebe ist einzigartig. Zwei Liter Hubraum und 115 kW/156 PS sind durchaus üppig, doch bewegt man den XV meist wie einen gemütlichen Gleiter. Das liegt vor allem am CVT-Getriebe, dem weiterhin ein gewisser Gummiband-Effekt eigen ist. Außerdem kommt der Motor erst bei höheren Touren so richtig in Fahrt. Man gewöhnt sich dennoch daran, mit dem XV eher lässig im Verkehr mit zu schwimmen. Wer doch einmal das Gaspedal ordentlich durchtritt, könnte vom kräftigen Durchzug und dem kernigen Boxersound überrascht sein. Gemütlicher Gleiter Dass man den XV meist geruhsam bewegt, hat auch einen anderen Grund: der Verbrauch. Den für einen Allradler durchaus akzeptablen Normwert von 6,9 Liter haben wir in der Praxis stets überschritten. Siebeneinhalb waren es bei entspannter, neun bei flotter Fahrweise. Wer jenseits der 160 km/h auf der Autobahn unterwegs ist, wird sogar mit zweistelligen Werten leben müssen. Da hilft dann auch keine spezielle Spritspartechnik wie das Start-Stopp-System mehr: Während der gut 12.000 problemfrei abgespulten Kilometer hat dieses für über fünf Stunden den Vierzylinder bei Ampelstopps automatisch abgeschaltet. Gespart wurden dabei laut Bordcomputer gut sechseinhalb Liter Benzin. Nicht die Welt, aber immerhin. Schön zu erleben war jedenfalls, wie geschmeidig und prompt der Motor jeweils an- und ausschaltet. Bei dir piept es wohl Der XV zählt zu den jüngeren Subaru-Baureihen, die von der neuen Eyesight-Technik profitieren. Dabei geht es um eine kamerabasierte Sensorik, auf der ein Füllhorn von Assistenzsystemen basiert. Dazu gehört auch ein Abstandstempomat, der vor allem auf Autobahntouren den Fahrer deutlich entlasten kann. Manchmal, wie etwa bei Warnungen des Spurverlassens- oder Kollisionswarners, ist die übereifrige Sicherheitstechnik auch nervig. Das Fahrbahnmarkierungschaos in Baustellen oder vermeintliche Hindernisse provozieren Warntöne, auch wenn der Fahrer alles unter Kontrolle hat. Fährt man etwas schwungvoll in eine Parklücke, kann darauf die Sicherheitstechnik mit einer Vollbremsung reagieren. Fortschritt hat auch seine Schattenseiten. Aber wenn es mal bitter nötig ist, wird man froh sein, wenn diese Technik auch so aufmerksam arbeitet wie sie es manchmal nicht soll. Traktionsstark, doch meistens nutzlos Ähnlich ist das auch mit dem Allradantrieb, der ja eine Subaru-Spezialität ist. Doch wann braucht man die? Im urbanen Autoalltag jedenfalls selten bis gar nicht. Und so ist auch der XV letztlich einer der vielen 4x4-Hochbeiner, die könnten, wenn denn ihr Fahrer wollte. Einmal sind wir über Schotterwege gebrettert und das herzhafter als man es mit einem normalen Kompakten machen würde. Und ja, der XV vermittelt dabei den Eindruck, auch gröbere Passagen meistern zu können. Doch in den fast fünf Monaten musste sich der Kraxler dennoch kein einziges Mal im Gelände bewähren. Souverän im Alltag Dafür war seine Alltags-Kompetenz so gefragt wie überzeugend. Das Platzangebot für Kind und Kegel ist gut, wenn auch nicht überragend. Der Innenraum ist modern und funktional. Wie schon seit einiger Zeit bei Subaru üblich, gibt es reichlich Displayanzeigen. Die größte ist ein Touchscreen in der Mittelkonsole für das vielseitige aber auch in einigen Details etwas eigenwillige Infotainmentsystem. Dieses ist mit Navigation, zeitgemäßen Konnektivitätslösungen, Smartphone-Einbindung oder Spracherkennung gesegnet. Der Fahrkomfort geht auch in Ordnung, wenngleich der XV keine Sänfte ist. Dafür lässt er sich erfreulich flott mit etwas Schräglage aber stets vertrauenerweckend durch Kurven scheuchen.   Der Preis ist heiß In der Basis mit dem schwächeren 1,6-Liter-Boxer kostet der XV rund 23.000 Euro. Das ist nicht wenig, doch die bereits hier umfangreiche Ausstattung beinhaltet unter anderem Allrad und Automatik. Rund 7.000 Euro mehr kostet die Zweiliter-Variante in der gehobenen Ausstattung Exclusive, die kaum noch Wünsche offenlässt. Für nochmals 3.000 Euro gibt das zusätzlich um Ledersitze und Glasschiebedach erweiterte Paket Exclusive+. Ein Mitbewerber wie etwa der in Seat Leon X-Perience kostet auf diesem Ausstattungsniveau gut 20 Prozent mehr. Ein weiterer Vorteil, den Subaru bietet, ist eine Fünf-Jahres-Garantie bis 160.000 Kilometer.Subaru XV 2.0i - Technische Daten: Fünftürer der Kompaktklasse mit erhöhter Bodenfreiheit, Länge: 4,47 Meter, Breite: 1,80 Meter, Höhe: 1,62 Meter, Radstand: 2,67 Meter, Kofferraumvolumen: 385 bis 1.290 Liter. 2,0-Liter Boxer-Vierzylinder-Otto-Saugmotor, Automatik (stufenlos), Allradantrieb, 115 kW/156 PS, maximales Drehmoment: 196 Nm bei 4.000 U/min, 0-100 km/h: 10,4 s, Vmax: 194 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,9 Liter, CO2-Ausstoß: 155 g/km, Testverbrauch: 7,5 bis 9 Liter, Abgasnorm: Euro 6 ohne Partikelfilter, Effizienzklasse: C, Preis: ab 27.980 EuroKurzcharakteristik – Subaru XV: Warum: gute Sicherheitsausstattung, relativ günstiger Preis Warum nicht: durstig bei gehobenem Tempo, eingeschränkte Antriebsauswahl Was sonst: Mitsubishi Eclipse Cross, Kia Sportage, Hyundai TucsonSchrullig muss nicht schlecht sein. Diesen Eindruck hat zumindest der neue Subaru XV im Langzeittest vermittelt.
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Fazit
Schrullig muss nicht schlecht sein. Diesen Eindruck hat zumindest der neue Subaru XV im Langzeittest vermittelt.

Quelle: Autoplenum, 2018-07-26

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