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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 29. Februar 2012

Erst groß, dann mittel, nun klein: Nach Mittel- und Kompaktklasse hat der SUV-Boom nun den Kleinwagen erreicht. Immer mehr Hersteller setzen auf Softroader mit Stadtflitzer-Technik unterm kantigen Blech. Einige Modelle gibt es bereits, viele weitere werden in den kommenden Monaten dazu stoßen. Eine Übersicht.

Was dem Kunden gefällt, ist bei Mini-SUV nicht anders als bei den großen Brüdern: Hohe Sitzposition, leichter Einstieg, ein auffallendes Äußeres und ein Plus an Gepäckraum – zumindest im Vergleich mit einem normalen Kleinwagen. Offroad-Tugenden und Allradtechnik sind in der kleinen Klasse hingegen kaum gefragt.

Das gilt auch für den neuesten Vertreter unter den kleinen SUV. Der Opel Mokka, der nach seiner Messepremiere in Genf Ende des Jahres auf den Markt kommt, wird serienmäßig mit Frontantrieb ausgeliefert. Allradtechnik gibt es nur gegen Aufpreis. Punkten will der robuste Ableger der Corsa vor allem mit viel Platz. Bis zu 1.372 Liter stehen bei umgeklappter Rückenlehne zur Verfügung – mehr als im Kompaktmodell Astra. Zwei Benziner und ein Diesel mit Leistungswerten zwischen 85 kW/115 PS und 103 kW/140 PS stehen zur Auswahl, alle Triebwerke sind serienmäßig mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet. Der Basispreis wird vermutlich bei rund 18.000 Euro liegen.

Zu den optisch auffälligsten Vertretern der neuen Klasse gehört der Nissan Juke. Trotz seiner gewöhnungsbedürftigen Front, die mit Rundscheinwerfern und darüber liegenden Tagfahrlichtern etwas Reptilienhaftes ausstrahlt, verkaufte sich der Fünftürer im vergangenen Jahr rund 11.000 Mal. Und damit fast so gut wie der konventionelle Kleinwagen Micra, mit dem er sich viele Technikkomponenten teilt. Allradantrieb ist hier lediglich in Verbindung mit dem 140 kW/190 PS starken Top-Benziner optional zu haben, der 86 kW/117 PS starke Einstiegsbenziner sowie der Diesel mit 81 kW/110 PS müssen mit Frontantrieb vorlieb nehmen. Die Preise starten bei 15.690 Euro.

Genau wie der Juke will auch der Mini Countryman vor allem junge Kunden mit Design locken. Das mit Abstand geräumigste Modell in der Markenfamilie trägt die typische Kulleraugen-Retro-Optik seiner Verwandten, bläst das Ganze aber auf 4,10 Meter Länge und 1,56 Meter Höhe auf. So ist Platz für zwei Fondtüren und einen Gepäckraum mit bis zu 1.170 Litern. Das bekannt agile Handling bleibt trotzdem erhalten. Die Motorenpalette reicht von 72 kW/98 PS bis aktuell 135 kW/184 PS. Allradantrieb ist nur für die stärksten Triebwerke zu haben. Preislich gibt sich aber auch schon die Variante mit Frontantrieb selbstbewusst: Mindestens 20.200 Euro werden fällig.

Beim Toyota Urban Cruiser zeugt schon der Name vom bevorzugten Einsatzgebiet: der Stadt. Der robustere und muskulösere Bruder des Yaris gehört mit 3,93 Metern zu den kleinsten Vertretern seiner Klasse, bietet daher aber auch nicht mehr Platz oder eine höhrere Sitzposition als ein konventioneller Fünftürer. Punkten soll er daher vor allem die Optik mit breiten Kotflügeln und bulligem Grill. Allerdings verlangt Toyota dafür einen hohen Preis; der ab 17.070 Euro angebotene Urban Cruiser ist selbst mit Frontantrieb rund 3.000 Euro teurer als ein Yaris. Die Motorenpalette besteht aus einem 73 kW/99 PS starken Benziner und einem Diesel mit 66 kW/90 PS, der optional mit Allradantrieb zu haben ist.

Zu den Urgesteinen unter den kleinen SUV zählen die Schwestermodelle Suzuki SX4 und Fiat Sedici. Sie griffen 2006 unter Federführung der Japaner als erste den Crossover-Gedanken in der Klasse unter 4,20 Metern auf. Mit höher gelegtem Fahrwerk, Dachreling und angedeutetem Unterfahrschutz unterschieden sie sich deutlich von anderen Kleinwagen. Ein überraschend leistungsfähiger, zuschaltbarer Allradantrieb ist zwar nicht Serie, kann aber zumindest mit beiden angebotenen Motoren kombiniert werden. Der Benziner leistet 88 kW/120 PS, der von Fiat bereitgestellte Diesel kommt auf 99 kW/135 PS. 15.830 Euro verlangen die Italiener, die Japaner wollen 160 Euro mehr.

Die große Mini-SUV-Welle kommt aber erst noch. Der Crossover verdrängt bei den kommenden Generationswechseln den klassischen Kleinwagen-Kombi. So auch bei Peugeot. Die Franzosen werden ihren neuen 208 nicht mehr in der Rucksackversion SW anbieten, sondern als schickes Mini-SUV. Renault plant offenbar beim Clio ähnliches; statt des vanartigen Modus soll es künftig ebenfalls eine Version in Offroad-Optik geben.

Und auch bei Audi liegen offenbar entsprechende Pläne in der Schublade. Als Q1 würde sich das neue Modell auf A1-Basis nahtlos in die SUV-Familie der Ingolstädter einfügen. Als mögliche Alternative gilt eine gemäßigtere Lösung mit einem A1 Allroad, der analog zum A4 Allroad lediglich über Karosserie-Zierteile in Offroad-Design verfügt.

SUV bieten das Flair von Freiheit und Abenteuer. Das gilt selbst dann, wenn sie mit Kleinwagentechnik und ohne Allradantrieb daher kommen. Das Segment der Mini-SUV boomt.

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Fazit
SUV bieten das Flair von Freiheit und Abenteuer. Das gilt selbst dann, wenn sie mit Kleinwagentechnik und ohne Allradantrieb daher kommen. Das Segment der Mini-SUV boomt.

Quelle: Autoplenum, 2012-02-29

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