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Testbericht

Sebastian Viehmann, 29. Juni 2010
Bald kommt das „A-Team“ in die Kinos, ein Remake der berühmten Fernsehserie. Noch heute schwärmen die Fans vom wichtigsten Nebendarsteller - dem bulligen GMC-Van mit Spoilern und Rallyestreifen.

Sie haben ein Problem, bei dem sie nicht weiter wissen? Sie lieben es, wenn ein Plan funktioniert? Sie hassen es, wenn Verbrecher sich an wehrlosen Menschen vergreifen? Dann gehören Sie wahrscheinlich zu denen, die in den 80er Jahren jede Woche im Fernsehsessel klebten, weil „Das A-Team“ über die Mattscheibe flimmerte. Wenn die Vietnam-Veteranen John „Hannibal“ Smith, Templeton „Faceman“ Peck, H. M. („Howlin’ Mad“) Murdock und B. A. („Bad Attitude“) Baracus als Söldner im Auftrag der kleinen Leute für Gerechtigkeit sorgten, war die Welt wenigstens für eine Stunde in bester Ordnung.

Die Handlung war fast in jeder Folge identisch. Erster Akt: Irgendjemand wird von zwielichtigen Typen bedrängt und ruft das A-Team um Hilfe. Zweiter Akt: Das Team kommt, kriegt von den Verbrechern aber erst einmal was auf die Mütze. Dritter Akt: Hannibal und seine Freunde schlagen zurück, die Bösewichter erhalten ihre gerechte Strafe und das A-Team klettert schnell in seinen GMC-Van, um mit quietschenden Reifen vor der Militärpolizei zu flüchten. Denn wie schon der Vorspann der Serie verrät, sind Hannibal, Face und B.A. immer noch auf der Fahndungsliste wegen eines Verbrechens, das sie nicht begangen haben. Die drei sollten im Vietnamkrieg auf Befehl ihrer Vorgesetzten die Bank von Hanoi ausrauben, landeten aber trotzdem vor dem Militärgericht. Von da an konnte ihnen die Army gestohlen bleiben, und das A-Team arbeitet auf eigene Rechnung – fast 100 Episoden lang, von 1983 bis 1987.

Auch Mario Bergner war als Kind beim A-Team nicht vom Fernseher wegzulocken. Vor allem ein Requisit hatte es ihm angetan: B.A.s getunter GMC-Van mit seinem grollenden V8-Motor und der coolen Optik. Unten schwarz und oben metallisch grau, getrennt durch einen roten Streifen, ein gewaltiger Dachspoiler, etliche Zusatzleuchten und der bullige Rammbügel an der Front – davon träumten Jungs in einer Zeit, in der Doppelscheinwerfer beim VW Golf schon als aufregend galten.

Die Basis für das berühmte Filmauto lieferte ein GMC Vandura Baujahr 1983. Der kastenförmige Lastesel war ein Dauerbrenner bei General Motors. Das erste Modell kam schon 1964 auf den Markt. 1971 folgte die zweite Generation, bis 1997 wurde der Wagen ohne große Änderungen gebaut. Das Konzept war einfach: Kurze Schnauze, großer Laderaum, Frontmotor mit Hinterradantrieb, Starrachse und Blattfedern für größtmögliche Nutzlast. Die Stunt-Vans der Fernsehserie wurden natürlich an allen Ecken und Enden zusätzlich verstärkt.

Mit unerschütterlicher Konsequenz verdrängten Fans die gewaltigen Logik-Löcher der Serie: Hätte der Van nicht eigentlich nach jeder Folge zahllose Einschusslöcher haben müssen? Warum hat der Wagen in einer Szene ein durchgehendes Dach, in der nächsten aber klettert „Face“ durch eine Luke hinein? Und überhaupt: Wieso fährt eine Gruppe, die auf der Flucht vor dem Gesetz ist, ein derart auffälliges Auto? Solche Fragen kamen auf dem Schulhof meistens von den Brillenschlangen aus der Schach-AG. Da half zu Ehrenrettung der Fernseh-Helden nur eins: Drohend beide Fäuste ballen und B.A. mit den Worten zitieren: „Guck mal, das hier ist Friedhof und das ist Krankenhaus“.

Um seinen persönlichen Traum vom A-Team-Van zu verwirklichen, kaufte sich Mario Bergner für 950 Euro einen Chevrolet-Van, der weitgehend baugleich mit dem GMC Vandura ist. Bergner ließ Bleche in die Fenster schweißen und die Außenfront glätten, so dass aus dem Fensterbus ein Kastenwagen wurde. Den Dachspoiler und die Felgen bestellte sich der A-Team-Fan aus den USA, die vorbildgerechte Zweifarblackierung übernahm ein Fachbetrieb. Unzählige Stunden und viel Geld hat Bergner investiert, auch wenn er als gelernter Kfz-Mechaniker diverse Arbeiten selbst übernahm. Nun sieht der Wagen dem Fernseh-Van zum Verwechseln ähnlich.

Wenn der Van mit seinem brabbelnden V8-Motor durch die Gegend cruist, sich an jeder Tankstelle begeisterte Fans mit dem Auto fotografieren lassen und Mario Bergner auf US-Car-Treffen viel Anerkennung bekommt, hat sich für ihn die Plackerei gelohnt. Doch ihm schwebt schon das nächste Projekt vor: „Ein originalgetreuer General Lee“, sagt der Auto- und Filmfan. So hieß bekanntlich der orangefarbene 69er Dodge Charger aus der Kultserie „Ein Duke kommt selten allein“.

Übrigens: Auch im Kino-Remake des A-Teams, einem knalligen Action-Reißer mit viel Geballer und flotten Sprüchen, spielt der Van eine Nebenrolle - wenn auch nur eine kurze. Er wird nach ein paar effektvollen Auftritten von einer riesigen Klimaanlage platt gedrückt, die von einem Hausdach stürzt. Macht aber nichts: So originalgetreu wie Mario Bergners Replika ist der Kino-Van den Filmemachern ohnehin nicht gelungen.
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Quelle: Autoplenum, 2010-06-29

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