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Testbericht

Stefan Grundhoff, 1. Februar 2010
Was den Europäern Nürburgring und Le Mans sind den Amerikanern die 24 Stunden von Daytona – eines der schwersten Autorennen der Welt.

Nach diesem Mal ist endgültig Schluss. Rennsportlegende Hurley Haywood beendete bei den legendären 24 Stunden von Daytona seine Motorsportkarriere. „Ich fahre hier dieses Mal zum 37. Mal“, so Haywood vor dem Start, „ich denke, es ist der rechte Zeitpunkt, um Schluss zu machen.“ 37 Male gestartet, fünf Mal gewonnen – so oft wie kein anderer. Der 62jährige ist nicht nur in den USA eine Rennsportlegende. Fünfmal hat er in Daytona gewonnen, dreimal in Le Mans und zweimal in Sebring – die Siege in anderen Klassen wie IMSA oder GT sind ungezählt. Seine Fans in Daytona wissen das und beäugten jeden Durchlauf des weiß-blau-toten Brumos-Porsche mit der Nummer 59 besonders aufmerksam. Kaum ein anderes Motorsportpublikum auf dem amerikanischen Kontinent ist derart treu wie das im Norden Floridas. Die 24 Stunden von Daytona haben einen Ruf wie Donnerhall und gelten neben dem Indy 500 und dem 12-h- Rennen in Sebring als amerikanisches Motorsporthighlight jedes Jahres.

„Wenn ich Le Mans und Daytona vergleiche muss ich sagen, dass es schwerer ist, hier in Daytona zu gewinnen“, erzählt Hurley Haywood, „hier ist das Spektrum der Fahrer breiter. Einige sind absolute Top-Profis aus den besten Rennserien der Welt wie Nascar, Formel 1 und Indy. Andere sind halbprofessionelle Fahrer, die sich in die Cockpits eingekauft haben. Dazu kommt diese einmalige Strecke.“ Der Rennkurs in Daytona gehört neben dem Nürburgring und Le Mans zu dem bekanntesten und spektakulärsten Rennstrecken der Welt. Bei den 24 Stunden von Daytona gibt es eine 3,6 Meilen lange Mischung aus dem Hochgeschwindigkeitsoval und dem kurvigen Innenkurs. „Das sind an sich zwei komplett unterschiedliche Rennstrecken“, erzählt Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister, der letztlich Platz zwei der GT-KLasse holte, „überholen kann man nur auf dem Oval. In Infield ist kaum etwas zu machen.“ Material und Fahrer werden in Daytona wie bei kaum einem anderen Rennen beansprucht. Mit Vollgas geht es 24 Stunden lang über die bis zu 33 Grad geneigten Steilkurven. „Anders als in Le Mans gibt es in Daytona beim Rennen zwölf Stunden Dunkelheit“, so Hurley Haywood, „in Le Mans sind es gerade einmal fünf. Man weiß nie, was beim nächsten Überholmanöver folgt. Man muss seine Augen überall haben.“

Dieses Mal ist es in Daytona besonders haarig. Zwei Stunden vor dem Start fing es an, in Strömen zu gießen. Start im Regen und rund zehn Runden hinter dem schwächlich motorisierten Pacecar, einem Serien-Mazda RX-8. Erst nach knapp einer Stunde nahm das Feld mi seinen mehr als 40 Fahrzeugen langsam an Fahrt auf. In der Grand-Am-Serie, zu der die 24 Stunden von Daytona gehören, starten zwei Klassen. Zum einen die Daytona-Prototypen, rund 550 PS starke Eigenkreationen mit Triebwerken von Porsche, BMW oder Ford. Zum anderen die GT-Klasse, in der die Porsche 997 seit Jahren die Hose anhaben. Mit ihren 435 PS starken Sechszylinder-Boxern messen sie sich mit BMW M6, Chevrolet Camaro und Mazda RX-8. Abgesehen von den Ferrari F 430 tritt die Konkurrenz jedoch nicht mit gewöhnlichen Straßenversionen, sondern mit Gitterrohr-Konstruktionen, sogenannten Silhouettte-Cars, an.

Der Kurs in Daytona wirbt mit dem Zusatz „the World Center of Racing“ - er hat Weltruf. Mit den 24 Stunden von Daytona beginnen die Speedweeks, die ihren Höhepunkt mit dem Nascar-Rennen im Februar feiern. Doch die 24 Stunden bringen in Daytona kaum weniger Spannung. Auch bei der diesjährigen Auflage ein Kampf Mann gegen Maschine und Rennstrecke. Für Rennsportlegende Hurley Haywood wurde es letztlich kein Happyend. Nachdem der Brumos-Porsche die Prototypenklasse in der Nacht lange Zeit angeführt hatte, fiel das Team mit Problemen an Aufhängung und Aerodynamik deutlich zurück.

Überhaupt lief für Topfavorit Porsche nicht alles nach Plan. Nach einem leeren Tank und einem Defekt an der Kupplung fiel der lange Zeit führende Porsche 911 GT3 mit der Nummer 71 ebenfalls weit zurück und musste den Sieg in der GT-Klasse an den Mazda RX-8 mit der Nummer 70 herschenken. Mit vier Runden Rückstand belegte der Porsche mit der Nummer 67 in der Fahrerbesetzung Bergmeister, Long und Neiman Platz zwei vor dem 911 GT3 mit der Nummer 66 und Top-Fahrer Wolf Henzler. In der Daytona-Prototypen-Klasse siegte nach hartem Kampf der Riley-Porsche mit der Startnummer 9 und dem deutschen Audi-Werkspiloten Mike Rockenfeller. auf Platz zwei und drei die beiden Riley-BMW mit den Nummern 01 und 95.

Während die unzähligen Teams, egal ob privat oder mit Werksunterstützung, Runde um Runde auf den welligen und zerklüfteten Daytona-Asphalt bannen, steigt ihnen Jahr für Jahr der Geruch von Feuer und Grillgut ins Cockpit. Denn in dem riesigen Oval mit seinen knapp 180.000 Plätzen befinden sich nur wenige hundert Zuschauer auf den Tribünen. Der eigentliche Event findet im Infield statt. Hier parken hunderte von Mega-Wohnmobilen. Zudem wird parzellenweise gecampt und gefeiert, was das Zeug hält. Die Fans kommen aus den gesamten USA, jedoch auch aus Kanada und Europa. Schließlich ist Ende Januar eine beliebte Ferienzeit im Bundesstaat Florida. So bekannt der Rennevent auch ist – mit kaum mehr als 20.000 Zuschauern gibt es bei den 24 Stunden von Daytona nur rund ein Zehntel der Zuschauer wie am Nürburgring oder in Le Mans. „Für uns ist das Ganze ein wichtiges Rennen“, erklärt Motorsportchef Hartmut Kristen Porsches Werksunterstützung für einige Teams, „für uns ist das so etwas wie der Saisonauftakt. Hier messen sich Fahrer aus allen Rennserien und allen Kategorien. Deshalb ist Daytona so interessant.“

Ein Rundgang über die Campingplätze im Infield zeigt, wie wenig sich die Motorsportfans aus Eifel und Florida unterscheiden. Doch die Lagerfeuer sind größer, die Steaks gigantischer und Grills professioneller – that’s USA. Wehende Fahnen von Opel, Volkswagen, Ford oder Mercedes sucht man hier vergebens. Stattdessen stehen auch bei der diesjährigen Auflage des Rund-um-die–Uhr-Rennens Fahnen der Südstaaten oder Kaliforniens im Wind. Die Fans lieben deutsche Autos – nicht nur weil Logos von BMW oder Porsche zahlreiche Zelte zieren. Die Parkplätze geben Zeugnis davon ab, dass in Daytona zahlreiche Marken- und Motorsportclubs ihren Jahresauftakt feiern.
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Quelle: Autoplenum, 2010-02-01

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