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Testbericht

Stefan Grundhoff, 31. Januar 2011
Die 24 Stunden von Daytona gehören zu den bekanntesten Autorennen der Welt. Die besten Piloten der Welt kommen Anfang des Jahres nach Florida, um den Auftakt der internationalen Rennsaison für sich zu entscheiden.

Während in Europa noch winterliche Temperaturen herrschen, die einen Rennbetrieb unmöglich machen, zieht es den Motorsportzirkus Anfang des Jahres traditionell nach Daytona Beach. Dort, wo am Strand vor über 100 Jahren die ersten Geschwindigkeitsrekorde gefahren wurden, liegt mit dem Daytona Race Track eine der bekanntesten Rennstrecken der Welt. Neben dem imageträchtigen Nascar-Rennen der „Daytona 500“, die im Februar stattfinden, bildet das 24-Stunden-Rennen von Daytona im sonnenverwöhnten Florida den Startschuss in die neue Rennsaison. Die mehr als 200.000 Zuschauerplätze rund um das Hochgeschwindigkeitsoval bleiben dabei traditionell weitgehend leer. Die 50.000 Zuschauer, die zu den 24 Stunden kommen, feiern im gigantischen Infield. Im Innenbereich der 3,56 Meilen langen Strecke ist am Rennwochenende kaum noch ein grüner Fleck Wiese zu erblicken. Gigantische Camper bevölkern das Infield ebenso wie eine unüberschaubare Zahl von Zelten. Viele Fans übernachten einfach auf der Ladefläche des eigenen Pick Ups oder im üppig dimensionierten Fond eines SUV. Die Motorsportjünger kommen hautnah an Fahrer und Teams heran. Autogramme, Fragen und Schulterklopfen gehören bei den 24 Stunden von Daytona dazu.

Obwohl das sonnenverwöhnte Florida an sich wenig mit der regnerischen Eifel gemein hat, kommen bei dem Event jedes Jahr Erinnerungen an den Langstreckenklassiker am Nürburgring auf. Auch hier machen die Fans die Nacht zum Tag und feiern mit wärmenden Lagerfeuern, Bud Light Bier und selbst gemalten Plakaten ihrer Helden. Im seichten Wind flattern derweil die Markenfahnen von Herstellern wie Chevrolet, Ford oder Mazda. Dabei fällt auf, dass sich die US-Fans insbesondere für eines begeistern können: deutsche Automarken. Kein Wunder, dass die 24 Stunden von Daytona seit Jahrzehnten eine Spielwiese der deutschen Autohersteller sind. Besonders Porsche hat den Event tief ins Herz geschlossen. Doch diesmal gab es in der imageträchtigen Prototypenklasse für das Porsche-Team von Flying Lizard mit der Startnummer 45 nicht viel zu bestellen. Ein Ausritt in der Nacht kostete 19 Runden. Kurz vor dem Ende machte ein verlorener Ölstopfen das enttäuschende Ergebnis perfekt. Seriensieger Jörg Bergmeister guckte dabei ebenso in die Röhre wie Teamkamerad Patrick Long. Im Training hatte Bergmeister im Riley-Porsche noch mit Rundenrekord die Pole Position geholt.

Die 24 Stunden von Daytona gehören zu den schwersten Autorennen der Welt. Die besten der knapp 50 gestarteten Teams haben im Ziel nach 24 Stunden eine Distanz von mehr als 2.500 Meilen zurückgelegt. Das entspricht einer Strecke von New York nach Phenix – und das Ganze im Vollgastempo. Die 24 Stunden von Daytona haben dabei ihre eigenen Gesetze. Die Dunkelheit kommt früh und der lichte Morgen beginnt Ende Januar spät. Zudem wollen 48 Fahrzeuge aus den beiden Rennklassen Prototyp und GT mit ihren verschiedenen Konzepten und unterschiedlichen Geschwindigkeiten artgerecht unter einen Hut gebracht werden. Kein Wunder, dass viele Teamchefs die „Rolex 24“ als eine Mischung aus Freitagnachmittagsverkehr auf der viel befahrenen Autobahn „Interstate 95“ und einem Hochgeschwindigkeitsrennen bezeichnen.

Die Fahrer sehen das kaum anders. Neben den zahlreichen Piloten aus den USA kommen viele der Topfahrer aus Europa und Südamerika nach Daytona Beach. „Wenn Du im Auto sitzt, erscheint es Dir jedes Mal unglaublich, wie viele Autos hier starten“, so Top-Pilot Nic Johnson, „wir fahren mit Vollgas Reifen an Reifen und die Teile fliegen nur so durch die Luft.“ In diesem Jahr ging es besonders heiß her. Der Fahrbahnbelag des 3,56 Meilen langen Highspeed-Ovals war frisch neu verlegt worden. Rundenzeiten aus vergangenen Jahren wurden nur so pulverisiert – zumindest bis morgens um fünf Uhr der große Nebel kam. Fast drei Stunden tuckerte das Feld hinter dem Pacecar her. Doch die starke Sonne vertrieb den Nebel gegen halb acht in der Früh und die 31 Grad steilen Kurven konnten wieder mit Geschwindigkeiten von über 300 km/h durchzogen werden.

Mit dabei nicht nur Topfahrer wie Jörg Bergmeister, Patrick Long, Ricardo Zonda oder Scott Pruet, sondern auch automobile Evergreens wie Martin Brundle oder der im vergangenen Jahr an sich zurückgetretene Hurley Haywood. „Als sich das Brumos-Team entschied, von der Prototypenklasse in die GT-Liga zu wechseln, stand für mich fest, dass ich hier noch einmal starte. Schließlich hatte ich 1969 auch mit einem Porsche 911 angefangen, Rennen zu fahren.“ Die 49. Auflage des amerikanischen Langstreckenklassikers wurde für Rennfahrlegende Hurley Haywood nicht zum Happy End. Lange Zeit in der GT-Klasse in Führung liegend, wurde der Kühler des Brumos-Porsche bei einem Ausritt beschädigt. Mehr als der fünfte Platz war letztlich nicht zu holen.

Deutlich besser lief es für Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler, der bereits die vergangenen 24-Stunden-Rennen in Le Mans und Spa gewonnen hatte. Der Schwabe gewann vom letzten Startplatz aus zusammen mit seinen amerikanischen Teamkollegen Andy Lally, Spencer Pumpelly, Steven Bertheau und Brendan Gaughan im von TRG Racing eingesetzten Porsche 911 GT3 Cup die GT-Klasse. „Ich bin glücklich, dieses tolle Rennen nach 2005 zum zweiten Mal gewonnen zu haben“, sagte Wolf Henzler. „Es war ganz schön hart, sich durch das gesamte Feld zu kämpfen.“ Für Porsche als erfolgreichstem Hersteller in der Geschichte dieses Rennens war es der 73. Klassensieg.
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Quelle: Autoplenum, 2011-01-31

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