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Testbericht

Stefan Grundhoff, 16. April 2019
Keine Autoindustrie hat sich in den vergangenen Jahren derart blühend entwickelt, wie die chinesische. Vergessen sind die Zeiten, in denen die lokalen Autohersteller abkupferten und kopierten, was das Zeug hielt. Doch wer genau hinschaut, kann auf der Messe durchaus noch ein paar Plagiate entdecken.

Eine der Überraschungen auf der Auto China 2019 in Shanghai ist der chinesische Hersteller Novat, der mit dem ME7 nicht nur einen sehenswerten Mittelklasse-SUV zeigt, sondern seine Anhänger auch von einem viertürigen Luxuscoupé träumen lässt. Dass der Novat an Front, Heck und Seitenlinie die ein oder andere deutliche Ähnlichkeit zum Porsche Panamera zeigt, dürfte den meisten Messebesuchern kaum verborgen bleiben. Und wenn schon Porsche kopieren, dann doch bitte richtig schlecht wie Zedriv mit seinem elektrischen GT3, einer unförmigen Mischung aus verkleinertem Porsche 911 und ebensolchem Cayman. Zumindest die Verantwortlichen von Zedriv recken den Daumen bei diesem Design hoch - aber wohl auch nur die. Das gilt auch für den BAIC BJ 80, der seit Jahren die ausgelaufene Mercedes G-Klasse mimt - mit bescheidenem Erfolg.

Die Studie des Nio ET sieht klasse aus; eine sportliche Coupélimousine, die es ohne Frage auch mit einem Tesla Model S oder einem Audi A7 aufnehmen kann. Aber Moment. Sieht der Nio ET dem Audi A7 nicht von vorne etwas ähnlich und kommen am Heck Erinnerungen an das ebenfalls elektrische Tesla Model S auf? Vielleicht sind es auch nur die LED-Leuchteneinheiten, die einen hier träumen lassen. In jedem Fall lässt das entsprechende Serienmodell noch etwas auf sich warten. Zunächst sollen nach Aussagen von Nio-Vizepräsident Jack Cheng die beiden elektrischen SUV vom Typ ES8 und ES6 in größeren Volumina auf die Straße gebracht werden, ehe der dritte Nio Wirklichkeit wird.

Toyota Tundra lässt grüßen. Auch wenn der japanische Full-Size-SUV in den Vereinigten Staaten meilenweit hinter der übermächtigen Konkurrenz von Ford F-150, Chevrolet Silverado und Dodge RAM hinterherfährt, scheint er dem chinesischen Autohersteller Haval sehr gut zu gefallen. Der auf der Auto China in Shanghai gezeigte Pick Up ist dem üppig dimensionierten Gegenüber auf dem US-Markt gerade von vorne wie aus dem Gesicht geschnitten.

Der Smart Forfour, aktuell noch produziert vom französischen Kooperationspartner Renault in Novo Mesto, ist auf vielen Märkten alles andere als ein Bestseller. Mittlerweile nur noch als Elektromodell zu bekommen und 2022 eingestellt, findet der viersitzige Smart in China jedoch nicht zum ersten Mal konkurrierende Liebhaber. Denn der Ora R1, ein Elektrokleinwagen mit 35 Kilowatt starkem Synchronmotor, hat sich gerade bei Seitenlinie und Proportionen stark am aktuellen Forfour bedient. In der optionalen Zweifarblackierung kann man sogar die nachempfundene Tridion-Sicherheitszelle erkennen. Das Gesicht allerdings dürfte von dem ein oder anderen japanischen Kei-Car stammen. Das Ganze gibt es auch noch eine Nummer kleiner, denn der Oshan E1 kann weder an Front und Heck, noch bei Abmessungen und Proportionen Ähnlichkeiten zum Smart Fortwo - mittlerweile nur noch als Elektromodell zu bekommen - verheimlichen. Doch der Oshan E1 ist nicht das einzige Konzernmodell, das abgekupfert wurde. Denn der Oshan GT SUV sieht dem auslaufenden Ford Kuga insbesondere von vorn wie aus dem Gesicht geschnitten.
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Quelle: Autoplenum, 2019-04-16

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