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Testbericht

Stefan Grundhoff, 6. Oktober 2010
Was den Europäern die Langstreckenrennen von Le Mans oder auf der Nordschleife, ist den Amerikanern ihr Petit-Le-Mans-Event in Atlanta. Das Rennen auf der Naturachterbahn ist für Fans und Fahrer der Saisonhöhepunkt der ALMS.

Es liegt der Geruch von Grillgut in der Luft und die Sonne taucht die hügeligen Landschaften in ein warmes Licht. Der Herbst ist die wohl schönste Jahreszeit im US-Bundesstaat Georgia. Familien lachen, feiern einen Barbeque und wie Ameisen krabbeln überall Offroad-Golfkarts durch Wald und Flur. Es scheint fast so, als wäre das Petit-Le-Mans-Rennen nicht mehr als schmückendes Beiwerk zu einem scheinbar perfekten Wochenende am Ende des warmen Sommers. Gedanken an das 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife kommen auf, wenn die 45 Rennwagen mit ohrenbetäubendem Lärm zum Spectator Hill hinaufdonnern.

Die American Le Mans Series (ALMS) ist in den USA neben der übermächtigen Nascar-Rennserie eine feste Motorsportgröße. In Prototypen- und GT-Klassen treten einige der besten Piloten der Welt bei dem Zehn-Stunden-Marathon gegeneinander an. Kein Wunder, dass es bei der 13. Auflage einen Zuschauerrekord gab: 124.000 Besucher kamen an die Road Altanta, wo das Petit-Le-Mans-Rennen jedes Jahr stattfindet. Fragt man die US-Fans nach der Formel-1, so haben die meisten nur ein müdes Lächeln übrig. Beim Finale der Rennsaison 2010 ging es auf der Road Atlanta noch einmal besonders heiß zur Sache. Der Kurs ist ähnlich spektakulär wie die Nordschleife des Nürburgrings oder der Waldparcours von Spa und feiert sich nicht zu Unrecht als eine der schönsten Rennstrecken der Welt. „Der Kurs ist sehr anspruchsvoll. Es geht ständig auf und ab, dazu viele Richtungswechsel und das Überholen ist sehr schwierig“, erklärt Porsche Werkspilot Jörg Bergmeister, der auf der Road Atlanta zum dritten Mal in Folge die Fahrerwertung in der Cup-Klasse errang, „ist fast nur in den engen Kehren sieben und zehn möglich.“

Doch nicht nur an den besonders spektakulären Stellen sammeln sich die Zuschauer zu tausenden. Mit Wohnmobilen, Zelten und Pick Ups geht es am Wochenende zur Road Atlanta, rund eine dreiviertel Stunde nordöstlich von der Stadt, die durch CNN und Coca-Cola weltbekannt geworden ist. Die Stimmung ist locker, familiär und freundschaftlich. Die meisten Besucher haben auf den Publikumsplätzen am Spectator Hill oder auf dem Dach des eigenen Mobilheims Stellung bezogen und warten auf Highspeed und spannende Überholmanöver. Im letzten Jahre machte den nordamerikanischen Motorfans der Dauerregen in Georgia einen Strich durch die Rechnung. Das Rennen wurde abgebrochen und wegen einer überschwemmten Strecke nicht wieder gestartet; Peugeot siegte. Bei der 13. Auflage strahlte die Sonne, als das 1.000-Meilen-Rennen startete. Den Rennauftakt bildet traditionell das Absingen der französischen und der amerikanischen Nationalhymne. That’s the Petit Le Mans Race, das einst von US-Motorsportmogul Don Panoz ins Leben gerufen wurde. Das Starterfeld war mit seinen 45 Teilnehmern nicht nur ungewöhnlich umfangreich, sondern auch hochkarätig besetzt.

Viele der Fans kommen jedes Jahr an die Road Atlanta; dazu gehören auch zahlreiche Clubs von Ferrari, Porsche, Corvette, Audi oder Jaguar. Unter seinesgleichen genießen viele das motorsportliche Miteinander auf dem „Porsche-Platz“ oder dem „Jaguar-Yard“. Man kennt sich - bringt Freunde, Kinder und Verwandte an den Kurs und genießt ein entspanntes Wochenende, während im Hintergrund die Boliden dröhnen und Grillgerüche längst die Gegend eingenommen haben. Im Vergleich zur Nordschleife sind die Fans vielleicht weniger einfallsreich, was Bastel-Tribünen und Großgrills angeht. Doch wenn sie von Pick Ups und Anhängern die coolen Offroad-Cars herunterfahren und damit an jede Stelle der Rennstrecke knattern, können europäische Motorsportfans nur träumen.

Beim Petit-Le-Mans-Event geht es um mehr als Siege und Platzierungen in den einzelnen Rennklassen. Doch gerade wenn Audi und Peugeot in der Königsklasse der Le-Mans-Serie gegeneinander kämpfen ist für Spannung gesorgt. Schließlich wollte Peugeot die Revanche für Le Mans, wo Audi mit dem R 15 TDI siegreich war. Im Gegensatz zum großen Rennvorbild im Frühjahr hatte diesmal Peugeot mit seinen beiden 908 HDI die Nase deutlich vorn und verbannte Audis bestplatzierten R 15 TDI auf Platz drei. Sechs Stunden nach Start des Renens musste der Führende Dindo Capello einen außerplanmäßigen Boxenstopp einlegen, weil sich eine vom Reglement vorgeschriebene Einlage in seinem Helm löste und sich die feuerfeste Balaclava über seine Augen schob. Jeglicher Sicht beraubt, musste Capello den hinter ihm liegenden Peugeot vorbeilassen und im Blindflug langsam die Box ansteuern. Das Audi Team konnten diesen Rundenrückstand bis zum Zieleinlauf in der Dunkelheit von Georgia nicht mehr aufholen. Die beiden Audi R15 TDI und die beiden Peugeot 908 HDI fuhren ähnliche Rundenzeiten und liefen problemlos, so dass der Rückstand nicht mehr aufzuholen war. Dindo Capello, Tom Kristensen und Allan McNish mussten sich schließlich mit dem dritten Platz begnügen.

Groß war die Freude dagegen bei Porsche. Jörg Bergmeister und Patrick Long holten sich auf einem Porsche 911 GT2 RSR die Fahrermeisterschaft, während sich BMW auf einem M3 GT2 die Team- und Mannschaftswertung in der Besetzung Dirk Werner, Bill Auberlen und Tommy Milner sicherte. Bei der 13. Auflage schafften es die Veranstalter erneut nicht, die magische Zehn-Stunden-Grenze zu knacken. Nach dem Reglement ist das Rennen nach 1.000 Meilen oder zehn Stunden beendet. Die Peugeot-Werkscrew konnte nach neun Stunden und elf Minuten die Arme hochreißen und den Sieg in der Königsklasse LMP1 feiern. Da waren die nötigen 394 Runden abgespult. Die Party für die Fans ging jedoch weiter – bis in den Morgen. Eben fast wie am Nürburgring.
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Quelle: Autoplenum, 2010-10-06

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