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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 7. März 2017

Was ist los auf dem Genfer Salon. Wir baten die Messe um eine kurze Selbstauskunft.
 
Lohnt sich in diesem Jahr der Besuch in Genf?
„Auf jeden Fall. Wie immer gibt es neben den Pkw-Neuheiten der kommenden Monate eine ganze Reihe von Exoten zu sehen, denen man sonst im Straßenverkehr nie begegnen würde. Das fängt beim superteuren Bugatti Chiron an und hört bei dem noch exklusiveren Brachial-Sportler von Italdesign nicht auf.“
 
Hört sich gut an. Aber gibt es denn auch richtig schöne Autos?
„Um den Titel der Messe-Schönheit bewirbt sich nicht zuletzt das Mercedes-AMG GT Concept, die Studie eines viertürigen Gran Turismo mit extralanger Motorhaube und knackigem Coupéheck. Selbst die goldfarbenen Felgen wirken zum funkelroten Lack wider Erwarten nicht geschmacklos. Insgesamt ein klassisch schön wirkendes Auto.“
 
Einen schönen Sportwagen zu zeichnen, ist kein Kunststück. Wie machen sich die anderen Autos hübsch?
„Aktuell gibt es zwei gegenläufige Designtrends: Sicken und extreme Glätte. Opel etwa hat dem neuen Insignia die bislang schärfsten Falten in der Markengeschichte ins Blech gebügelt. Das soll nicht nur für interessante Lichtbrechungs-Effekte sorgen, sondern auch das Können der Karosseriefertigung demonstrieren. Ganz im Gegensatz dazu hat Hyundai seine Brennstoffzellenstudie extrem glatt gestaltet. Wie einen Handschmeichler auf Rädern. Was besser gefällt, ist Geschmackssache.“
 
Wichtiger als das Aussehen ist ja der Antrieb. Wie läuft es denn in Genf mit dem umstrittenen Diesel?
„In Stadt und Land eher unaufgeregt. Der Selbstzünder spielt hier traditionell eine weniger dominierende Rolle als in Deutschland oder Frankreich. Von Abgasskandalen und Fahrverbotsdiskussionen zeigen sich die Schweizer bislang wenig beeindruck. Auf der Messe selbst ist der Diesel gar kein Thema mehr. Offensiv beworben wird er nicht, im Zweifel verstecken sie sich in den Ecken der Messestände. Was bisher ein typisches Dieselmodell war, wird in der Regel mit Plug-in-Hybridantrieb auf Benzinerbasis auf den Messestand gefahren. “
 
Eine Antwort auf die anhaltende Dieseldiskussion fehlt also weiterhin. Was fehlt noch?
 
„Generell fehlt es ein wenig an Zukunftsvisionen. Eines der wenigen Schaustücke, die weiter als bis morgen denken, bleibt dem öffentlichen Teil der Autoschau komplett vorenthalten: die Volkswagen-Konzernstudie Sedric, eine kastenförmige Kapsel, die Passagiere autonom durch den Straßenverkehr der Zukunft transportieren soll. Weil es sich um eine Gemeinschaftsentwicklung des gesamten Konzerns handelt, wollte man sie nicht dem Messestand einer einzelnen Marke zuschlagen.“
 
Apropos autonome Autos. Wer fährt denn eigentlich die Modelle in Genf?
Weiterhin größtenteils der Mensch. Aber teilautonomen Fahrfunktionen ziehen in immer mehr Modelle ein. Entsprechende Technik hat unter anderem nun auch der geliftete Nissan Qashqai an Bord, bei dem etwa auf der Autobahn der Computer das Steuer übernimmt. Einen Entwicklungssprung hin zu noch mehr Autonomie gibt es in Genf aber nicht.“
 
Was fehlt ist jetzt klar. Gibt es denn auch Marken, die fehlen?
„In Zeiten wo viele Hersteller die großen klassischen Automessen schwänzen, um stattdessen lieber hippe Elektronikausstellungen wie die CES in Las Vegas oder den Mobile World Congress zu besuchen, bleibt Genf von Streichungen weitgehend verschont. Nahezu alle großen Marken sind vertreten. Als fehlend fallen lediglich Tesla und die Chinesen auf. Auch Borgward und Qoros sind nicht da.“
 
Reden wir von den Herstellern, die vor Ort sind. Gibt es eigentlich noch Marken ohne SUV?
„Kaum noch. Selbst Sportwagenhersteller Alfa Romeo hat mit dem Stelvio nun ein entsprechendes Modell am Start. Unter den bekannten Marken gibt es nur noch bei Ferrari und Rolls-Royce Leerstellen im Portfolio. Zumindest bei letzterem wird sich das aber in absehbarer Zeit ändern.“
 
Gibt es noch ein anderes Boom-Segment als das der SUV?
„Wenn man so will, dann den Pick-up. Die Nutzfahrzeuge mit Lifestyle-Anspruch sind schwer im Kommen, mit dem Renault Alaskan und der Studie Mercedes X-Class sind in Genf zwei prominente neue Vertreter zu sehen. Dazu kommt der Fiat Fullback Cross, eine komfortable Pkw-Version des Allrad-Prischenwagens. Pick-ups sind günstig, in Südamerika und Teilen Europas ein Renner und in Deutschland kernige Alternative zu den weichgelutschten SUVs.“
 
Ok. Und wenn man ein ganz normales Auto sucht? Was kann einen dann in Genf beeindrucken?
„Zum Beispiel das Kleinwagenangebot. Der Seat Ibiza etwa bietet in der neuen Generation ein überraschend großes Platzangebot, Fords Fiesta überzeugt mit schickem Innenraum und der eine Klasse kleinere Kia Picanto mit cleverem Raumkonzept.“

Lohnt ein Besuch in Genf? Was sollte man sehen? Und was wird man nicht sehen. Zehn Fragen und Antworten.

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Fazit
Lohnt ein Besuch in Genf? Was sollte man sehen? Und was wird man nicht sehen. Zehn Fragen und Antworten.

Quelle: Autoplenum, 2017-03-07

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