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Testbericht

10. März 2009

Drei Fahrzustände sind möglich Mit mehr als 100 Modellen, die unter 140 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, sieht sich VW als grünster Hersteller der Welt. Doch ausgerechnet die grünsten der Grünen tragen den Zusatz Blue Motion - Farbenlehre auf Niedersächsisch. Ab sofort steht das Öko-Label nicht mehr nur für das sparsamste Modell einer Baureihe, sondern soll alle Varianten auszeichnen, die über besondere Spritspar-Techniken verfügen. So wie der Touareg Hybrid , dessen Antrieb momentan im aktuellen Modell getestet wird und schon ab Herbst 2010 im Nachfolger lieferbar sein soll. Beim Hybrid ergänzt ein Elektromotor mit 38 kW den 333 PS starken Benziner. 333 PS? Genau, beim V6 handelt es sich um den Dreiliter-Kompressor, der im neuen Audi S4 debütierte und bei VW den Zusatz TSI bekommen wird. Die beiden Kraftspender ermöglichen drei Fahrzustände: bis 50 km/h rein elektrisch, konventionell als Benziner oder in Kombination aus beiden Aggregaten. Im diesem so genannten Booster-Betrieb soll der Prototyp in 6,8 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und dennoch einen Normverbrauch von unter neun Litern erzielen. Im Gegensatz zum Hybrid-Pionier Toyota vertraut VW nicht auf einen leistungsverzweigten Antrieb, bei dem ein Planetengetriebe das Zusammenspiel aus Elektro- und Benzinmotor regelt, sondern setzt auf den Parallelhybrid. Hier sitzen Verbrennungsmotor, E-Antrieb und die neue Achtgang- Wandlerautomatik auf einer Antriebswelle, wobei der Benzinmotor über eine Kupplung abgetrennt werden kann.

Geländetauglich und sparsam Neben höherer Anhängelast und Geländetauglichkeit soll das System auch weniger Verbrauch bringen. Von der komplexen Technik bekommt der Touareg -Fahrer wenig mit. Beim sanften Anfahren setzt sich der große SUV rein elektrisch und damit nahezu lautlos in Bewegung, um bei höherer Geschwindigkeit auf den Benziner umzuschalten. Geht der Fahrer vom Gas, stellt das Start-Stopp-System den Verbrenner ab und kuppelt aus: Schließlich soll möglichst wenig Energie über eine Motorbremse abgebaut werden. Selbst auf der Autobahn wird bis Tempo 160 im Schiebebetrieb abgeschaltet. Doch der E-Motor kann noch mehr: Beim Bremsen arbeitet er als Generator und lädt den sechs Amperestunden fassenden Nickel-Metallhydrid-Akku unter dem Kofferraumboden auf. Bis zum Serienstart wollen die Ingenieure dem Touareg Hybrid noch das leichte Ruckeln abgewöhnen, das beim Übergang der einzelnen Antriebsmodi und beim Bremsen spürbar ist.

Passat in drei Blue Motion-Versionen lieferbar Nicht erst im kommenden Jahr, sondern ab sofort lässt sich der Passat in drei verschiedenen Blue Motion-Versionen bestellen: als Erdgas-Variante und zwei besonders saubere Diesel. Den größten Erfolg erwartet sich VW vom zwei Liter großen TDI mit 110 PS (ab 26.750 Euro), der den 1,9-Liter der bisherigen Blue Motion-Version ersetzt. Wie beim Vorgänger reduzieren rollwiderstandsoptimierte Reifen und eine überarbeitete Aerodynamik den Sprit- Durst. Zusätzlich soll ein Start-Stopp-System den Normverbrauch auf 4,9 Liter und den CO2-Ausstoß auf 128 Gramm pro Kilometer drücken. Bei der Blue TDI genannten 143-PSVersion (ab 29.275 Euro) stehen hingegen niedrige Emissionen im Vordergrund. Ein spezieller Zusatzkatalysator drückt hierbei Stickoxide unter Verwendung einer synthetischen Harnstofflösung auf ein so geringes Niveau, dass der Blue TDI bereits heute die ab 2014 gültige Euro 6-Norm erfüllt.

900 Kilometer Reichweite Da mit 17 Litern reichlich Harnstoff mitgeführt wird, muss zwischen den Inspektionen nicht nachgefüllt werden. Der ab 29.950 Euro erhältliche Erdgas- Passat TSI EcoFuel besitzt den modifizierten 1,4-Liter-Vierzylinder samt Doppelaufladung mit Kompressor und Turbo. Die 150 PS starke Version verspricht dank Tanks für 21 Kilogramm Gas und 31 Liter Benzin Reichweiten von über 900 Kilometern. Da Gas für 100 Kilometer nur knapp über vier Euro kostet, lässt sich momentan kein Passat grüner, Pardon blauer fahren.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-03-10

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