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Testbericht

27. August 2013
Im wilden Rudel der kompakten Meute war der VW Golf GTI nie der Stärkste – nicht mit 110PS bei seinem Debüt vor 37 Jahren, und nicht heute in siebter Generation mit doppelter Leistung unter der Haube. Seine Stärke war stets ein gleichermaßen sportliches wie ausgewogenes Gesamtpaket – so flink und alltagstauglich wie möglich. Mit dieser Maßgabe tritt auch der aktuelle VW Golf GTI-Jahrgang an, und schon nach wenigen Kilometern ist klar, dass er diesem Anspruch mehr als gerecht wird. Äußerlich tragen am VW Golf GTI allenfalls die Kiemen in der Frontschürze etwas dick auf, während die anderen GTI-Details – Bremssättel und Zierstreifen in Grill und Scheinwerfer in Rot, zwei sichtbare Endrohre am Heck – eher dezent ausfallen. Innen empfangen den VW Golf GTI-Fahrer rote Ziernähte am Lederlenkrad sowie seitenhaltstarke Sportsitze mit klassischen Karobezügen. Der Golfball als Schaltknauf entfällt jedoch, sobald das Doppelkupplungsgetriebe (1.925 Euro) an Bord ist. Dafür lugen hinterm Lenkrad zwei griffgünstige Wippen zum manuellen Durchklicken der sechs Gänge hervor.

VW Golf GTI kann sehr schnell, aber auch sehr komfortabel Nötig ist das nicht, weil das DSG auch im Automatikmodus schnell und unauffällig schaltet. Nur beim Anfahren ist hin und wieder ein leichtes Ruckeln zu spüren. Ansonsten fordert der VW Golf GTI für einen Sportler wenig Zugeständnisse beim Komfort, speziell mit adaptiven Dämpfern (1.000 Euro) wie im Testwagen, die im Comfort-Modus selbst die gröbsten Falten aus Holperpisten noch ordentlich wegfiltern. Ob im Stadtverkehr oder auf langen Etappen, der VW Golf GTI ist immer zuerst ein Golf mit all seinen Qualitäten – nur eben schneller. Auf der freien Autobahn kratzt der VW Golf GTI mittlerweile an der 250-km/h-Marke, ohne dass der Pilot schweißnasse Hände oder taube Ohren fürchten muss. Dumpf grummelnd und verzögerungsfrei schiebt der Zweiliter-Turbo den 1,4-Tonner so vehement voran, dass Tempo 100 nach 6,4 Sekunden anliegt. Schlupf ist eher hör- als in der fein und direkt ansprechenden Lenkung spürbar – auch ohne das mechanische Sperrdifferenzial der Performance-Version. Sofern man den VW Golf GTI nicht ständig durch Spitzkehren oder über Rennstrecken scheucht, hält auch die serienmäßige, elektronische Differenzialsperre XDS scharrende Vorderräder gut im Zaum. Ohnehin liefern alle Schnittstellen – Lenkung, Sitz, Gaspedal – ein fein dosiertes Maß an Rückmeldung, so dass sich der Fahrer ohne Eingewöhnung im VW Golf GTI wohl und sicher fühlt. Auch wenn er nicht dazu auffordert – der VW Golf GTI vermittelt mächtig Spaß, wenn man ihm die Sporen gibt. Allerdings leert sich dann der 50-Liter-Tank deutlich schneller, als es der Testverbrauch von 9,1 L/100 km erwarten lässt. Sei‘s drum. Der gebotene Gegenwert macht eine kleine Sünde allemal wett.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-08-27

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