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Testbericht

22. August 2014
Vierzig Jahre baut Volkswagen nun den Golf, und kein Auto verkauft sich in Deutschland besser. Allein im Juni gingen 1.044 frische Fahrzeugbriefe auf diesen Wagentyp über den Tisch – pro Werktag wohlgemerkt. So bitter es für die Konkurrenten aus Rüsselsheim, Köln, Frankreich und Korea auch ist: Kaum ein Auto hat bei automotorundsport mehr Vergleichstests gewonnen, gleichgültig ob als Limousine, Variant oder Golf Plus, der sich ja nun zum schickeren Sportsvan gewandelt hat. Für die Redaktion ist das Anlass genug, diese drei Gölfe mal gegeneinanderzustellen.

Alle Golf-Ausführungen als 2.0 TDIBevor es in den Vergleich geht, eins vorweg: Da alle drei VW-Golf-Testwagen in der edelsten Highline-Ausführung als 2.0 TDI (150PS) mit Schaltgetriebe, adaptiven Dämpfern und gleicher Bereifung vorfahren, sind die Unterschiede gering. Um sie aufzudecken, haben wir gründlich über Längen, Literangaben und Ausstattungslisten gegrübelt, sind über Schlechtwegstrecken gerumpelt und ams-Verbrauchsrunden gefahren. Und tatsächlich – es gibt sie, die Unterschiede. Teils sind sie sogar überraschend. Etwas Faktenkunde können wir Ihnen allerdings nicht ersparen. Aber: Es lohnt sich.Dann mal los. Der günstigste VW Golf ist die klassische 4,26 Meter lange Limousine. Für die Basisversion mit vier Türen (900 Euro) und 150-PS-TDI bucht Volkswagen 26.800 Euro ab, für den hier getesteten Highline 28.450 Euro. Dafür sind dann Dinge wie Klimaautomatik, höhenverstell- und beheizbare Sportsitze, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Abbiegelicht, zwei Mittelarmlehnen sowie eine Durchlade in der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne schon an Bord.Bei gleicher Ausstattung kostet der Variant 1.525 Euro mehr. Dafür erhält der Kunde, übrigens bei fast identischem Radstand, ein 30,7 Zentimeter längeres Heck und einen enorm großen Kofferraum. Wie groß? Dazu gleich mehr. Erst stellen wir noch den Sportsvan dazu. Schon mal interessant: Mit einer Länge von 4,34 Metern sortiert sich der Nachfolger des Golf Plus genau zwischen seinen beiden Brüdern ein, ist mit einem Preis von 30.125 Euro aber 150 Euro teurer als der Kombi und kostet 1.675 Euro mehr als die Limousine.Aber – und nun folgt schon die erste kleine, aber punkterelevante Überraschung: die City-Notbremsfunktion (Front Assist) ist beim 2.0 TDI bereits serienmäßig eingebaut, bei VW Golf Limousine und Variant kostet das System dagegen 300 Euro mehr. Ebenfalls erwähnenswert, da zum Nachteil der Limousine: Einen Spurwechselassistenten samt Auspark-Kontrolleur gibt es bei den Gölfen (bislang) nur für die beiden Großen.

VW Golf Variant bietet den meisten PlatzSo, Preislisten beiseite, Türen auf, einsteigen. Da die Radstände von Limousine und Variant nur um zwei Millimeter differieren, unterscheiden sich deren Innenraummaße minimal. Vier große Personen kommen gut unter und dürften sich an den bequemen, seitenhaltstarken Sportsitzen erfreuen. Sobald es ans Beladen geht, hat die VW Golf Limousine allerdings schlechte Karten. 380 bis 1.270 Liter Gepäck oder 466 Kilo Zuladung – mehr verträgt die 1.391 Kilo schwere Version nicht. Immerhin: Die Hutablage passt zur Not unter den verstellbaren Ladeboden, und wie für die beiden Brüder gibt es optional einen umklappbaren Beifahrersitz – jedoch nie für die Highline-Modelle.Den Kombi-Fahrer dürfte diese Einschränkung kaum stören. Schließlich kann er auch so bis zu 1,83 Meter lange Gegenstände auf der nahezu ebenen Ladefläche platzieren – wenn er denn die Lehnen per Fernentriegelung umgelegt hat. Satte 1.620 Liter an Gepäck nimmt der mit der niedrigsten Ladekante (625 mm) gesegnete Variant so mit. Minimal sind es immer noch 605 Liter. Praktisch: Gepäckrollo und Trennnetz (175 Euro) passen – falls nötig – auch in die Unterbodenfächer.Da kann selbst der 1.463 Kilo schwere VW Golf Sportsvan nicht mithalten. Ein Netz gibt es schon mal gar nicht, und seine dreigeteilte Rückbank lässt sich zwar um 18 Zentimeter verschieben und wartet mit einer Lehnenverstellung auf – mehr als 500 bis maximal 1.520 Liter passen aber nicht rein.

Wo reist es sich bequemer?Die Vorzüge des bis zu 12,6 Zentimeter höheren Vans liegen auch eher im leichten, rückenfreundlichen Zustieg und im üppigen Raumangebot. Seine Sitze sind sechs Zentimeter höher montiert, und dank fünf Zentimeter längerem Radstand sowie der verschiebbaren Bank bietet der VW Golf Sportsvan im Fond rund acht Zentimeter mehr Beinfreiheit als seine Brüder. Einziger Nachteil: Die im Testwagen mit rutschigem Leder bezogene Sitzbank ist weniger ausgeformt, straffer und bietet mit 490 Millimetern weniger Sitztiefe wie die deutlich bequemeren Highline-Stoffbänke (515 mm) von Variant und Limousine. Das Interieur des VW Golf Sportsvan selbst ist ebenso hochwertig und sorgfältig verarbeitet und unterscheidet sich nur minimal. So ist beispielsweise sein Armaturenbrett insgesamt etwas steiler ausgerichtet, und die Mittelkonsole bietet ein etwas breiteres Fach, da der Parkbremsschalter nach vorn zum Schalthebel umziehen musste.Dort sitzt bei allen drei Gölfen auch die Auswahltaste der adaptiven Fahrwerksregelung, und natürlich stellt sich die Frage: Bieten alle VW-Golf-Modelle auch den gleichen Fahrkomfort? Nein. Sowohl beladen als auch leer verarbeitet die Limousine Fahrbahnunebenheiten und Querfugen längst nicht so wunderbar geschmeidig und polterfrei wie die größeren Ableger, die sich kaum voneinander unterscheiden.

VW Golf Limousine ist das schnellste ModellErst im Handling-Parcours und bei flotter Kurvenfahrt differieren die beiden VW-Golf-Varianten deutlicher. So gibt sich der Sportsvan schwerfälliger, nimmt Kurven mit mehr Seitenneigung und lenkt zudem nicht so direkt ein wie der ruhiger liegende Kombi.Nicht einzuholen: die VW Golf Limousine. Die setzt ihre etwas trockenere Abstimmung nicht nur in leichtfüßige Agilität um und lässt sich noch präziser, schneller und neutraler durch Kurven scheuchen – sie zieht auch auf der Geraden am zügigsten davon. Nullhundert ist nach 8,4 Sekunden erledigt. Der Sportsvan, dem VW übrigens eine leichtgängigere, weniger präzise rastende Schaltung spendiert, benötigt 0,3 Sekunden mehr. Der auch im Durchzug leicht schwächelnde Variant folgt hintendran.Die Zweiliter-Diesel selbst? Vorbildlich. Mit dem satten Drehmoment von 340Nm ab 1.750 Touren schieben sie stets kraftvoll an und bleiben dabei leise, laufruhig und sparsam. Unterschiede sind kaum zu spüren. Selbst die Minimal- und Testverbräuche (4,3 bis maximal 6,5 l/110 km) gleichen sich bis auf ein oder zwei Schnapsgläser Diesel. Und jetzt? Tja – Variant und Sportsvan bringen die Urform ziemlich in Bedrängnis. Und am Ende ist der Variant der Beste.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-08-22

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