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Testbericht

13. Februar 2010

Dafür schreddern sie nun also wie wild ihre alten Opel Corsa B, VW Dreier-Golf und Ford Escort . Die Abwrackprämie beschert Tausenden Autos einen frühen Tod und dem Segment der Microcars ein enormes Wachstum: Im Vergleich zum Vorjahr legten die Kleinstwagen in den ersten vier Monaten 2009 um 118 Prozent zu. Zu den Profiteuren möchte neben Daihatsu , Kia und Peugeot nun auch Suzuki mit dem neuen Suzuki Alto gehören.

Kia Picanto, Daihatsu Cuore mit wenig Sicherheitseinrichtungen Wir sind hier ganz unten - bei den Einstiegs- und Stadtwagen, wohin trotz Grundpreisen um 10.000 Euro die Standards der größeren Klassen noch nicht vorgedrungen sind. So beschränken sich die Sicherheitseinrichtungen von Kia Picanto und Daihatsu Cuore in den Basisversionen auf ABS sowie Fahrer- und Beifahrerairbag - und liegen damit auf dem Niveau, das viele der jetzt abgewrackten Kleinwagen schon vor zehn Jahren boten. Seitenairbags bei Kia Picanto und Daihatsu Cuore nur ab den teuren Versionen Bei den Micros dagegen dürfen Käufer noch heute Seitenairbags nicht als Selbstverständlichkeit voraussetzen. Kia Picanto und Daihatsu Cuore liefern sie erst in den teureren Versionen, Windowbags überhaupt nicht. Beim Peugeot 107 lassen sie sich zumindest als Extra ordern. Auch der Suzuki Alto kommt erst ab der mittleren der drei Varianten mit einer einigermaßen kompletten Sicherheitsausstattung, besitzt dann aber serienmäßig sechs Airbags und ESP. Stabilitätsprogramm bei Kia Picanto und Peugeot 107 nur gegen Aufpreis Damit nimmt der in Indien gebaute Suzuki Alto eine Sonderstellung ein und verdient sich ein besonderes Lob. Denn während das elektronische Stabilitätsprogramm eine Klasse höher - etwa bei Ford Fiesta , Opel Corsa , Renault Clio , Seat Ibiza oder VW Polo - inzwischen zum Serienstandard gehört, kostet es bei Kia Picanto und Peugeot 107 Aufpreis. Allerdings scheuen gerade die extrem preissensiblen Kunden von Kleinstwagen die Extrakosten. Daihatsu Cuore nur ohne ESP Für Daihatsu war die zu niedrige Ausrüstungsquote sogar Grund genug, den seit Herbst 2007 gebauten Daihatsu Cuore seit einigen Wochen nicht einmal mehr gegen Aufpreis mit ESP anzubieten - eine klare Fehlentscheidung, zeigte doch der Testwagen, dass der kleine Japaner die elektronische Unterstützung besonders dringend braucht. Mit den vollen 407 Kilogramm Zuladung geht das schmalspurige Fahrwerk des Daihatsu Cuore eine Beziehung weit über seine Fähigkeiten ein, und sein ohnehin schwach ausgeprägtes Federungstalent verlässt ihn ganz. Zaghafte Bremsen beim Daihatsu Cuore Kurven umrundet der Daihatsu Cuore nur torkelig und mit starker Schlagseite, wobei er an der indirekten Lenkung hohe Haltekräfte aufbaut. Trifft er in der Biegung auf Unebenheiten, neigt er dazu, heftig zu versetzen. Dass ESP als Rettungsanker nicht mehr lieferbar ist, führt zu weiteren Punktabzügen. Ins Bild der unterentwickelten Fahrsicherheitseigenschaften des Daihatsu Cuore passen nicht zuletzt auch seine zaghaft verzögernden und zudem fadingempfindlichen Bremsen. Peugeot 107 und Suzuki Alto bieten Fahrspaß Die sind auch der größte Schwachpunkt des Suzuki Alto . Seine Anlage ist wie die des Daihatsu Cuore mit der Verzögerung auf links und rechts unterschiedlich griffiger Fahrbahn überfordert. Selbst auf trockenem Asphalt steht der Suzuki Alto aus Tempo 100 erst nach 43 Metern - zumindest verschlechtert sich diese mäßige Leistung bei maximaler Zuladung bei den zehn Folgebremsungen nicht weiter. Bei der Fahrsicherheit liegt der straff gefederte Suzuki Alto gleichauf mit dem sicher und leicht beherrschbaren Peugeot 107, der kurze Stöße wie lange Wellen am sorgsamsten wegfiltert. Mit ihren präzisen Lenkungen und dem wuseligen Handling lassen Peugeot 107 und Suzuki Alto sogar so etwas wie Fahrspaß aufkommen. Kia Picanto punktet im Vergleichstest mit Vierzylinder Damit kann der trägere Kia Picanto nicht dienen. Selbst nach über fünf Jahren Bauzeit hat Kia die unausgewogene Fahrwerksabstimmung nicht behoben. Zu schwach gedämpft und zu hart gefedert, schunkelt der Kia Picanto um Kurven, fängt kleinere Unebenheiten zwar ab, größere gehen dagegen kaum abgemildert durch. Und auf der Autobahn neigt der Kia Picanto zu nervigem Querfugenstuckern. Für die große Fahrt bleibt er dennoch die erste Wahl. Als Einzigen im Vergleichstest motorisiert ihn ein Vierzylinder. Der hilft dem Kia Picanto zwar beim Beschleunigen nicht - hier bleibt er leicht hinter den Konkurrenten zurück -, doch im Gegensatz zu den Dreizylindern in Daihatsu Cuore und Peugeot 107 lässt das Kia Picanto-Aggregat das Brüllen sein und benimmt sich noch manierlicher als das kultivierte Suzuki Alto-Triebwerk. Kia Picanto mit etwas Elastizität Alle vier Motoren fordern viel Schaltarbeit, was beim Suzuki Alto mit seiner leichtgängigen, kurzwegigen und präzisen Schaltung am besten klappt. Die Fünfgangbox des Peugeot 107 dagegen gibt sich störrisch, beim Daihatsu Cuore stört der große Sprung zwischen dem vierten und fünften Gang, der extrem leichtgängigen Schaltung des Kia Picanto fehlt es an Präzision. Drehmomentwerte im zweistelligen Newtonmeterbereich lassen keine Hoffnung auf bullige Durchzugskraft zu. Doch das Maß an Lethargie, mit denen sich die vier Kleinen im großen Gang voranquälen, erstaunt dann doch. Zumindest etwas Elastizität ermöglicht nur der Kia Picanto , der seine 97 Nm schon früh zu einem Drehmomenthügelchen zusammenhäuft.

Kia Picanto mit hübschem Interieur Das Bisschen mehr an Durchzugskraft und Laufkultur rechtfertigt aber nicht seinen mit 6,8 Liter/100 km deutlich höheren Testverbrauch. Während die drei anderen auf der zurückhaltend gefahrenen Verbrauchsrunde mit nur 4,2 Liter pro 100 Kilometer auskommen und damit sogar ihre ECE-Verbräuche unterbieten, zapft sich der Kia Picanto auch dort deutlich mehr aus dem Tank. Allerdings trägt sein höheres Gewicht dazu bei, dass er nicht so blechern wirkt wie die anderen. Wer etwa beim direkten Umstieg vom robusten Volvo XC 60 das dünne Türchen des Daihatsu Cuore zuwirft, sorgt sich doch um dessen seitliche Abwehrkraft. Dagegen wirkt der Kia Picanto wie ein Panzerwagen - ein nett eingerichteter zudem, denn er verzichtet innen auf nacktes Blech und sorgt mit etwas, das aussieht wie Leder, an Lenkrad und Schalthebel für ein wenig Luxus. Die Innenräume von Daihatsu Cuore, Peugeot 107 und Suzuki Alto erscheinen hingegen eher trist, ärmlich und billig. Microcar Daihatsu Cuore mit erstaunlich gutem Platzangebot Dafür beeindrucken die vier Micros beim Platzangebot - allen voran der Daihatsu Cuore. Seine Breite und Länge multiplizieren sich zu einer Fläche von 5,12 Quadratmetern - nur 0,1 Quadratmeter mehr als beim Toyota iQ . Doch durch seine extreme Kastenform und den langen Radstand - der fällt mit 2,49 Metern 15 Millimeter länger aus als bei einem VW Golf III - schafft der schmächtige Daihatsu Cuore ein verblüffend luftiges Raumgefühl und im Fond durch die um 25,5 Zentimeter längs verschiebbare Rückbank bei Bedarf eine Beinfreiheit, die ins Oberklassige tendiert. Dennoch hält man sich nur ungern länger auf der harten, kaum ausgeformten Bank auf. Sitze ohne Seitenhalt im Peugeot 107 Deutlich beengter, aber keineswegs so unzumutbar wie etwa in einem Ford Ka bringen die drei anderen Viersitzer ihre Passagiere unter. Nach ein bisschen Schlängelei durch die engen Fondtüren - die kosten nur beim Peugeot 107 Aufpreis (450 Euro) - finden Erwachsene hinten für die kleine Reise genügend Kopf- und Kniefreiheit vor. Wenig überraschend fährt es sich vorn aber angenehmer, vor allem auf den bequemen Sitzen des Suzuki Alto, deren integrierte Kopfstützen jedoch zu niedrig ausfallen. Am unerquicklichsten sind die Sitze des Peugeot 107 - sie unterstützen den Rücken kaum, und jeder Schreibtischstuhl bietet besseren Seitenhalt.

Wenig Platz im Microcar-Kofferraum Und in jedem kleinen Bürocontainer lässt sich mehr verklappen als in den Standard- Kofferräumen der vier. Wobei sich hier der Daihatsu Cuore noch einmal profiliert. Er hat mit 160 Litern das größte Basisvolumen, es erweitert sich durch die verschiebbare Rückbank bis auf 215 und bei umgelegten Fondlehnen auf 920 Liter. Dank der niedrigen Außenkante und der großen Heckklappe lässt sich der ebene Laderaum leichter beladen als die Heckabteile von Peugeot 107 und Suzuki Alto. Bei denen muss das Gepäck über hohe Kanten und durch kleine Öffnungen gewuchtet werden. Suzuki Alto siegt im Vergleichstest Immerhin lassen sich die Unterhaltskosten leicht stemmen. Für Käufer der Microcars wird der 1. Juli zum Feiertag, dann gilt die neue, CO2-abhängige Kfz-Steuer. Alle vier Autos liegen unter dem Freibetrag von 120 Gramm CO2/km, so fällt für sie nur der Sockelbetrag von zwei Euro pro 100 Kubikzentimeter an - also 20 Euro für Daihatsu Cuore, Peugeot 107 und Suzuki Alto mit ihren Einliter-Motoren, der Kia Picanto sprengt die Bank und fordert zwei Euro mehr. Die höheren Anschaffungs- und Treibstoffkosten vereiteln den Sieg des Kia Picanto, der in der Eigenschaftswertung noch vorn liegt. Mit dem günstigen Preis, guter Ausstattung und niedrigem Verbrauch schiebt sich der Suzuki Alto an Peugeot 107 und Kia Picanto vorbei auf Platz eins. Ein schillernder Sieger ist er nicht - aber zumindest von diesen vieren die beste Alternative.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-02-13

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