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Testbericht

7. Oktober 2008

Als der Veritas am Morgen zum Hafen von Monaco hinunterbollert, nimmt das öffentliche Leben auffällig Anteil. Ein dachloser Zweisitzer in der Anmutung eines Fünfziger-Jahre-Rennwagens und von der Größe eines Mercedes SLR McLaren. Der Veritas ist eine Eigenentwicklung. Nur Motor und Getriebe stammen von BMW, im Prototyp der Fünfliter-V8 aus dem Vorgänger-M5.

Kein ESP, keine Traktionskontrolle, kein ABS Im späteren Serienmodell hat der Käufer die Wahl zwischen dem V8 aus dem aktuellen M3 mit Schaltgetriebe oder, als Topmodell, dem V10 aus dem M5 mit sequenzieller Sechsgang-Box. Das Chassis besteht aus einem Rohrrahmen, woran das Fahrwerk angelenkt ist. Alles rein mechanisch, wie das gesamte Auto bis auf Servolenkung keinerlei Fahrhilfen bietet: kein ESP, keine Traktionskontrolle, kein ABS, nicht einmal Bremskraftverstärker. Das Fahrgefühl rudimentär, kein Komfort, keine ausgefuchste Elektronik. Der Pilot allein bestimmt, wie es vorwärts geht - meist beängstigend. Wir erzählen den interessierten Passanten von der Ausfahrt in die Seealpen am Tag zuvor, als wir vor dem Flughafen in Nizza über die hohen Flanken des Veritas klettern, im Wortsinn in ihn einsteigen und uns in seinen Schalensitz plumpsen lassen. Erstaunt registrieren wir die Enge eines Formelwagens und stecken dann die Vierpunkt-Gurte ineinander.

Urgewalt des Fünfliter-V8 Für die Augen des Fahrers endet die Karosserie auf Höhe der vorderen Lufthutze. Beim Schulterblick verabschiedet sich die Baseballkappe - wir hätten uns besser hinter den Frontscheiben-Stummel ducken müssen. So aber nimmt sich der Wind, was ihm gefällt. Dann wird die Straße breiter, und die Urgewalt des Fünfliter-V8 verdichtet sie zu wenigen Schaltvorgängen bis zu den engen Pässen der Rallye Monte Carlo. Hier wird der zwei Meter breite Veritas eingekeilt zwischen dem Gegenverkehr und der Felswand. So animierend das V8-Bollern auch zurückhallt: Jeder Versuch, die 400 PS springen zu lassen, setzt die Unversehrtheit der ausufernden Kohlefaser-Karosserie aufs Spiel. Der Veritas verlangt nach Einübungszeit und breiter Bahn, auf der Fahrer und Auto ihre Grenzen kennenlernen dürfen. Etwa einer Rennstrecke, dort sähen ihn seine Macher auch am liebsten. Weshalb im voraussichtlichen Preis ab 335.000 Euro ein Fahrerlehrgang enthalten ist. Wann er auf den Markt kommt? Der erste Kunde soll seinen Veritas frühestens nächsten Mai erhalten, mehr als 30 Fahrzeuge werden nicht gebaut. Dann könnte eine Art zweisitziges Coupé folgen, wieder limitiert.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-10-07

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