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Testbericht

15. April 2010

Sie sind selten geworden, aber es gibt sie noch - robuste Offroader wie den Toyota Landcruiser, die erst richtig gefordert werden, wenn nicht nur der Asphalt, sondern der Weg an sich endet. In Ländern wie Deutschland passiert das allerdings nur selten.

An High-Tech-Extras herrscht kein Mangel Mit der jüngsten Modellgeneration seit Ende 2009 legt sich die kleinere Baureihe deshalb kräftig ins Zeug, damit sie auch auf geteerter Piste mit modernen SUV mithalten kann, ohne auf den robusten Leiterrahmen zu verzichten. An High-Tech-Extras herrscht kein Mangel: Von Xenon- Scheinwerfern mit Kurvenlicht übers Pre-Crash-Safety-System samt adaptivem Tempomat bis hin zum elektronisch geregelten Fahrwerk, das die Wirkung von Stabilisatoren und Stoßdämpfern an Fahrweise und Untergrund anpasst - alles ist nur eine Frage des Geldes. Doch selbst in der komplett ausgestatteten TEC-Edition für 63.250 Euro strahlt das Interieur eher robuste Solidität als luxuriöse Behaglichkeit aus. Enge Straßen sind kein Landcruiser-Revier An Platz herrscht kein Mangel, die Rückbank ist verschiebbar, doch unter der Rollo-Abdeckung sieht der Laderaum kleiner aus, als es die Werksangabe von 553 Liter bis Fensterhöhe vermuten lässt. Die breite Hecktür schwenkt seitlich auf und benötigt viel Platz hinter dem Auto. Und mit ihrer hohen Unterkante ist die separat aufklappbare Heckscheibe beim Beladen auch keine echte Hilfe. Obwohl man mit der Rundum-Kamera alles im Blick hat - enge Nebenstraßen und verwinkelte Parkhäuser sind kein Landcruiser-Revier. Trotz der elektronischen Fahrwerksunterstützung wirkt der 2,2-Tonner mit seiner gefühllosen Lenkung in Kurven schwerfällig. Selbst der kleinste Wunsch nach Querdynamik wird vom früh eingreifenden ESP im Keim erstickt.

Freude macht der Toyota beim gemütlichen Cruisen Die Bremsen verzögern nur durchschnittlich, neigen aber nicht zum Fading. Auch beim Verbrauch (11,1 L/100 km im Testmittel) fordern Größe und Gewicht ihren Tribut. Mehr Freude macht der komfortabel federnde Toyota beim gemütlichen Cruisen, denn dabei stört weder der unter Last kernig hämmernde Vierzylinder-Diesel noch das mitunter zäh agierende Automatikgetriebe. Für den ganz normalen Alltag im bundesdeutschen Verkehrsgetümmel gibt es also sicher Besseres als einen Landcruiser. Doch neben dem guten Gefühl, hoch über allem zu thronen, bietet er zumindest als Zugfahrzeug (Anhängelast 3.000 Kilogramm) oder als siebensitziges Shuttle zur Berghütte handfeste Vorteile.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-04-15

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