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Testbericht

3. Mai 2011

Von zwei der günstigsten Neuwagen Deutschlands, dem neuen Hyundai i10 und dem, naja, arrivierten Peugeot 107, erwartet man alles andere als Höchstleistungen bei Komfort und Fahrsicherheit, denn so rot wie ihre Außenfarbe war sicher auch der Stift der Kalkulatoren. Dünnblechige, einfach aufgebaute Fahrwerke erlauben keine automobilen Spitzenleistungen. Also spannt man die Rückenmuskulatur schon mal für die härteste aller Komfortprüfungen vor: die Fahrt mit voller Beladung. Doch denkste, der Peugeot 107 sieht es gar nicht ein, die Vorurteile zu bestätigen. Sicher scheppern Steine munter in seinen wenig verkleideten Radhäusern, aber wie er auch härteste Schläge wegsteckt, ohne an die Anschläge seiner Federn zu klopfen, ist aller französischen Komfortehren wert.

Überdurchnittlicher Innenraum im Hyundai i10 Ein Blick nach hinten zeigt, dass auch die Gesichter im Fond kein größeres Unwohlsein signalisieren. Das wiederum unterscheidet den Hyundai i10 vom Peugeot 107. Der Hyundai i10 rollt erstaunlich souverän und leise über die Autobahn, aber vollbesetzt schüttelt die Marterpiste seine Passagiere durch wie ein unwuchtiger Küchenmixer - üblicher Klassenstandard eben. Dabei hat sich Hyundai für seinen kleinsten Spross einiges einfallen lassen, was eher auf eine höhere Klasse tippen lässt. Das gefällig gestaltete Innenräumchen des Hyundai i10 zeigt sich gut verkleidet und verwöhnt mit einem besonders in der Höhe luftigen Raumangebot. Die Bedienelemente sitzen am rechten Fleck und sind griffig ausgelegt. Wer seinen mobilen Musikspieler andocken möchte, findet eine vorbildlich gut erreichbare Schnittstelle direkt vor dem Schalthebel. Auch die Instrumente sind problemlos ablesbar (bis auf die gewöhnungsbedürftige blaue Beleuchtung), und wer das Öl kontrollieren oder die Scheibenwaschflüssigkeit nachfüllen möchte, wird vom Hyundai i10 unter der Motorhaube vorbildlich unterstützt. Ausgefranste Plastikteile im Peugeot 107 Da kann der schon etwas betagtere Peugeot 107 (eng verwandt mit Toyota Aygo und Citroën C1) nicht mithalten. Ungeniert glänzt den Insassen lackiertes Blech an den Türen und unlackiertes an der Innenseite der Motorhaube entgegen, die Kunststoffe fühlen sich wie Kinderspielzeug aus dem Ein-Euro-Markt an, und Radio wie Ölpeilstab verlangen Geduld bei der Bedienung. Selbst in dieser Klasse unverzeihlich sind zudem wild ausgefranste Plastikteile speziell im Kofferraum - der mit 130 Litern im Vergleich zu den 225 des Hyundai i10 winzig ausfällt. Außerdem warten auf der Blechrückseite der Hecksitze im Peugeot 107 kleine Metallhaken nur darauf, Möbelkartons aufzuschlitzen.

Das kann der Hyundai i10 besser: Er ist viel geräumiger, beladefreundlicher und mit großzügigeren Zusatzablagen bestückt als der Peugeot 107. Darüber hinaus schnurrt sein 1,1-Liter-Vierzylinder-Motörchen bei Standgas wie im Teillastbereich sehr manierlich, während der Einliter-Dreizylinder im Peugeot 107 frech lostrompetet. Nicht ohne damit Charmepunkte zu sammeln. Er stürmt mit seinen 68 PS sogar etwas schneller auf Tempo 100 als der Hyundai i10. Doch leider killen die zu langen Übersetzungen im vierten und fünften Gang den Spaß am Zwischenspurt. Im Grenzbereich wird's mit dem Hyundai i10 gefährlich Der Hyundai i10 braucht im Fünften über elf Sekunden weniger von 80 auf 120 km/h – in der Praxis der wichtigere Wert. Auch seine Lenkung fühlt sich, wiederum im Rahmen dieser Klasse, verbindlicher und präziser an als die eher camembertweiche Lenkung des Peugeot 107. Aber hoppla, was macht der Hyundai i10 denn im Grenzbereich? Sein hoher Aufbau lässt ihn wanken wie eine Jolle bei stürmischer See. Früh quietschen seine Vorderräder untersteuernd, auf schnelle Gaswegnahme in der Kurve zickt er auch noch mit Heckschwenks. Das ruppig agierende ESP verhindert hier zwar Schlimmeres, aber Fahrervertrauen fördert diese Abstimmung nicht. Gute Bremsleistung von beiden Stadtflitzern Mit dem Peugeot 107 kurvt es sich ausgereifter und kalkulierbarer. Ein feiner dosiertes elektronisches Sicherheitsprogramm zügelt Lastwechselreaktionen. Immerhin bremsen beide, angesichts der schmalen Reifen und Trommelbremsen hinten, auf ordentlichem Niveau um die 40 Meter aus 100 km/h.

In der Stadt spielen die Handlingunterschiede freilich eine viel kleinere Rolle. Da machen beide mit ihren kleinen Wendekreisen und den geringen Abmessungen beim Parkplatz-Wuseln mehr Spaß als alle Luxus-SUV zusammen. ESP beim Hyundai i10 nur gegen 910 Euro Aufpreis Schade nur, dass sie trotz ihrer Kürze nicht durch überragende Übersichtlichkeit glänzen. Bei der Laser-Rundumsichtmessung liegen sie mit Werten von 24,9 (Hyundai i10) und 27,6 Prozent (Peugeot 107) Überdeckung nur im Mittelfeld. Sicherheits-Ausstattungen wie Abbiegelicht oder Seitenairbags hinten bieten sie auch gegen Geld und gute Worte nicht an, und beim Hyundai i10 verlangt Hyundai sogar unverschämte 910 Euro für ESP. Weiß man dort denn nicht, dass diese lebensrettende Sicherheitstechnik dann von den extrem preissensiblen Käufern kaum geordert wird? Dafür gibt es beim Hyundai i10 ein CD-Radio in Serie. Nett, aber umgekehrt, wie etwa beim Peugeot 107, wäre es besser. So hat der Franzose zwar den etwas höheren Basispreis, doch auf ein ähnliches Ausstattungsniveau wie sein koreanischer Konkurrent gebracht, ist er ein paar Hundert Euro günstiger. Fünf-Liter-Verbrauch sind kein Problem Dafür möchte sein Öl jedoch alle 15.000 anstatt 20.000 Kilometer wie beim Hyundai i10 gewechselt werden. Ein kleiner Fauxpas, den der mit 869 Kilogramm über zwei Zentner leichtere Franzose mit einem um 0,2 Liter niedrigeren Testverbrauch ausgleicht. Wer beide besonders sparsam fährt, erreicht sogar locker Fünf-Liter-Werte. Doch auch der Hyundai i10 hat noch einen kleinen Pluspunkt zu bieten: Statt der gesetzlich vorgeschriebenen zwei Jahre bietet er drei Jahre Technik- und sogar 15 Jahre Mobilitäts-Garantie. Damit, mit seinem höheren Gesamtkomfort sowie der überzeugenderen Bedienung holt der Neue sich den Sieg. Aber nur ganz knapp – auch das ist eine Überraschung.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2011-05-03

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