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Testbericht

9. April 2014
Ist man erst einmal ganz oben, muss man seine Position ständig gegen ehrgeizige Aufstreber verteidigen. Angreifer hat der VW Golf in seiner langen Karriere als Champion schon jede Menge abgewehrt – schwierig wurde es meist, wenn sie aus dem eigenen Konzern kamen. So wie jetzt der Skoda Rapid Spaceback: ein cleverer, da technisch günstig produzierter Kompakter mit innerer Größe.

Skoda Rapid Spaceback 1.6 TDI Greentec zeigt sich schlicht Der Skoda Rapid Spaceback 1.6 TDI Greentec rückt von unten nach, wo der Octavia längst Richtung Mittelklasse entschwebt ist. Und er führt Skodas einfallsreiche Strategie der Zwischengröße weiter: Der Rapid Spaceback basiert nicht auf dem Golf, sondern stellt eine pfiffige Komponenten- Mischung aus Fabia und Octavia dar – obwohl er innen nur etwa so breit wie ein geräumiger Kleinwagen ist, bietet er im Fond fast die Beinfreiheit der Mittelklasse sowie einen sehr gut nutzbaren Kofferraum. Da muss der VW Golf 1.6 TDI Blue Motion zum ersten Mal schlucken und kann eine Klatsche im Karosseriekapitel nur abwehren, weil er a) viel mehr Sonderausstattungen bietet und b) deutlich besser verarbeitet ist. Der Skoda Rapid Spaceback 1.6 TDI Greentec zeigt sich konsequent praktisch – und sehr, sehr schlicht. Daran ändert selbst die Elegance-Ausstattung nichts. Sein Motor darf Kabel und Schläuche nicht unter einer Abdeckung verbergen, das Ladeabteil muss mit einfachstem Kunststoff auskommen, ebenso der Innenraum. Besonders hier wird die Konzernstrategie mehr als deutlich: Ein Skoda darf einem VW nicht zu nahe kommen, muss sich in Kargheit bescheiden. Ihrer Kreativität haben die Ingenieure deshalb an anderer Stelle freien Lauf gelassen – etwa bei den zahlreichen Ablagen des Skoda Rapid Spaceback. Oder dem Staufach für die Warnweste unter dem Fahrersitz und dem Eiskratzer in der Tankklappe. Nicht zu vergessen die vielen Befestigungsmöglichkeiten im riesigen Kofferraum. Immerhin hat die pragmatische Verkleidung einen Vorteil: Man scheut sich weniger, den Platz für Transportaufgaben zu nutzen. Kratzer? Und wenn schon.

VW Golf 1.6 TDI Blue Motion tiefergelegt zum Spritsparen Golf-Eigentümer dürften es sich dagegen zweimal überlegen, ob sie das fein ausgeschlagene Ladeabteil tatsächlich mit Sperrgepäck malträtieren möchten. Der VW Golf 1.6 TDI Blue Motion legt innen wie außen Wert auf eine gepflegte Erscheinung, wahrt das klassenlose Understatement, das ihn über die Generationen zum unangefochtenen Bestseller gemacht hat. Und die Entwicklung ist auf einem so hohen Reifegrad angelangt, dass man Fehler quasi mit der Lupe suchen muss. Fündig wird man erst bei den Charakterzügen, die den Golf zum Blue Motion machen. Hier sind weniger die aerodynamischen Unterschiede wie der größere Heckspoiler, der nahezu geschlossene Kühlergrill oder die Unterbodenverkleidung entscheidend als die Tieferlegung um 15 Millimeter. Sie lässt den VW zwar flacher unter dem Wind durchschlüpfen, was sich positiv auf den Verbrauch auswirkt, mindert aber den Federungskomfort. Zackige Straffheit statt sämiger Geschmeidigkeit. Dennoch liegt der Reisekomfort des VW Golf 1.6 TDI Blue Motion über dem des Rapid. Dieser macht seine Sache zwar gut, wirkt gegen den erwachsenen VW aber eher wie ein XL-Kleinwagen: Vor allem seine Vorderachse arbeitet rumpeliger, die Sitze sind weniger bequem, und die Fahrgastzelle ist schlechter gedämmt, alles nur einen Hauch, doch in der Summe ergibt sich ein spürbarer Komfort-Unterschied. Ähnliches gilt für den Antrieb. Der konzernweit verfügbare 1.6 TDI unterscheidet sich in Details, läuft im Golf einfach ruhiger. Im Blue Motion leistet er 5PS mehr als im Skoda Rapid Spaceback 1.6 TDI Greentec, stemmt das gleiche Drehmoment, ist aber zusätzlich noch stärker auf geringe Reibungs- und Drosselverluste getrimmt. Außerdem wird er in Verbindung mit der Start-Stopp-Automatik, der Rückgewinnung von Energie im Schubbetrieb, einem lang übersetzten Getriebe und rollwiderstandsoptimierten Reifen vorbildlich sparsam.

VW Golf 1.6 TDI Blue Motion mit geringerem Verbrauch Dass der VW Golf 1.6 TDI Blue Motion etwas gemächlicher als der Skoda Rapid Spaceback beschleunigt, liegt vor allem am höheren Gewicht des VW – rund 70 Kilogramm, was einem zusätzlichen "schlanken" Passagier entspricht. Die drastisch schlechteren Durchzugswerte im letzten Gang erklärt dagegen das Getriebe: Gegenüber dem Skoda Rapid Spaceback ist der VW Golf 1.6 TDI Blue Motion mit einer Fahrstufe mehr und längerer Gesamtübersetzung unterwegs; das drückt aufs Temperament, senkt andererseits Drehzahl und Motorgeräusch bei Reisetempo – und vor allem den Verbrauch: Der Bluemotion kommt im Schnitt mit 0,5 Litern weniger auf 100 Kilometer zurecht. Den Eindruck eines Sparmodells hinterlässt der VW vor allem beim Anfahren – wie übrigens auch der Skoda Rapid Spaceback 1.6 TDI Greentec: Beide benötigen Drehzahl, um vom Fleck zu kommen. Doch dann folgt ein breiter Drehmomentbuckel, der durchaus flottes Vorwärtskommen ermöglicht. Erst oberhalb der Autobahn-Richtgeschwindigkeit wird es zäh. Mehr Spaß machen beide auf der Landstraße, hier reicht die Leistung zum Überholen locker aus. Notfalls schaltet man eben zwei Gänge zurück, und die wankarm abgestimmten Kompakten stürzen sich mit Freude in Kurven. Auch hier besticht der Golf: Dank straffen Fahrwerksfedern und besserer Rückmeldung in der Lenkung wirkt er direkter und überspielt damit sogar sein höheres Gewicht.

Skoda Rapid Spaceback mit weniger Sicherheits-Features Dass der VW Golf 1.6 TDI Blue Motion prinzipiell teurer ist, egalisiert sich in diesem Vergleich nahezu: Als Elegance kommt der Skoda Rapid Spaceback 1.6 TDI Greentec auf einen ähnlich hohen Preis wie der Golf als Trendline, erhält aber für seine gehobene Ausstattung einen kräftigen Punktebonus. Doch diesen macht der VW über seine umfangreicheren Sicherheits-Features mehr als wett. Und so geht Kapitel um Kapitel an den Bestseller. Gleiches gilt für die Umweltwertung: Obwohl er mehr wiegt, verbraucht der VW Golf 1.6 TDI Blue Motion weniger, lässt sich mit knapp über vier Litern auf 100 Kilometer bewegen, sofern man äußerst zurückhaltend Gas gibt. Nur bei der Antriebswertung erlaubt er sich einen Rückstand – hervorgerufen durch den schlechteren Durchzug im lang übersetzten sechsten Gang. Angriff abgewehrt – wieder einmal. Wer versucht es als Nächstes?
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-04-09

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