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Testbericht

13. November 2013
Die Bundestagswahl (na, zufrieden mit dem Ausgang?) ist natürlich national und global von größerer Bedeutung als der Autokauf, doch der wird meistens gründlicher vorbereitet als das Kreuzchen auf dem Stimmzettel. Besonders schwierig wird es, wenn sich die Angebote auf dem Papier so wenig unterscheiden wie in diesem Vergleich. Denn Octavia Combi und VW Golf Variant haben ja − Auftritt modularer Querbaukasten − viel mehr gemein als etwa Frau Merkel und Herr Steinbrück. Denn beide bedienen sich aus einem Ideen-Pool, dem erwähnten MQB, und setzen nur eigene Akzente. In unserem Fall bedeutet das: traktionssicherer Vorderradantrieb, narrensicheres Fahrwerk mit bissigen Bremsen, zeitgemäßes Angebot an Assistenzsystemen, gewaltig viel Platz und ein kräftiger, laufruhiger Diesel mit 150PS. Der packt schon bei wenig Drehzahl gewaltig an, beamt die Fuhre in neun Sekunden auf 100 und auf weit mehr als 210km/h, wenn es mal pressiert und begnügt sich trotzdem mit weniger als 6,5 Litern. Im VW Golf Variant selbstzündet er aber unter Last erheblich leiser als im Octavia − und das Gewicht gibt Hinweise auf den Grund hierfür: Der Volkswagen bringt 90 Kilogramm mehr auf die Waage, da dürfte schlicht mehr Dämmmaterial im Spiel sein.

VW Golf Variant mit Adaptiv-Fahrwerk und zwei Gesichtern Aber nicht nur das wirkt gewichtstreibend: So verfügte der VW Golf Variant-Testwagen über den tollen Ergo-Active-Fahrersitz mit Massagefunktion (280 Euro für Highline), der nochmals bequemer ist als der gelungene Sitz des Octavia Ambition. Auch der Federungskomfort des VW Golf Variant lässt sich steigern, VW spendierte unserem Exemplar das DCC-Fahrwerk mit verstellbaren Dämpfern (990 Euro). Das lässt den VW Golf Variant besser federn als so manchen Mittelklasse-Kombi, zeigt sich aber bei hoher Zuladung auf ganz üblen Straßen entweder zu hart (Sport) oder unterdämpft (Comfort und Normal) mit harten Stößen bis zum Durchschlagen an der Hinterachse. Das macht der Octavia besser, er federt dafür aber auf normalem Geläuf mit permanenter Straffheit unnachgiebiger. Skoda will das Fahrwerk demnächst etwas softer abstimmen, schließlich gibt es gegen 220 Euro Aufpreis ja auch noch ein Sportfahrwerk für die richtig harten Jungs.

Beide Kombis agieren auf Augenhöhe Davon abgesehen machen es die zwei einem Tester schwer. Was soll man sagen über, was soll man kritisieren an zwei Kombis, die auf Augenhöhe an der Spitze ihrer Klasse marschieren? Anzeige- und Bedienelemente sind jeweils ein wenig anders arrangiert, sehr funktionale Lösungen gibt es aber hier wie dort. Ablagen finden sich zu Genüge, und praktische Haken für die Einkaufstaschen im Kofferraum auch, Verarbeitung und Materialauswahl passen bei beiden. Der Skoda hat im Fond zwar mehr Platz, doch auch im Golf können lange Kerls nicht klagen. Erwähnenswerter ist das größere Maximalvolumen des Octavia-Hecks (1740 zu 1.620 Liter), aber auch die nochmals durchdachtere Funktionalität des VW Golf Variant im Heckbereich. Das Warndreieck etwa liegt in einem Fach der Heckklappe, und das Gepäckraumtrennnetz ist nicht wie beim Skoda am größeren Teil der Rücksitzlehne befestigt, sondern an den Seitenverkleidungen. So kann der VW Golf Variant-Fahrer auch die größere Hälfte der Rückbank umklappen und trotzdem noch einen Fondpassagier mitnehmen.

VW Golf Variant ist etwas teurer Beim Anschaffungspreis gibt es wenigstens auffälligere Unterschiede. Denn der VW Golf Variant Highline kostet mit 28.950 Euro zwar rund 1.500 Euro mehr als der Octavia Combi Elegance, hat aber Bixenon-Scheinwerfer, Parksensoren auch vorn und anderes serienmäßig an Bord. Dennoch ist der Octavia ausstattungsbereinigt ein wenig billiger und spart sogar richtig Geld, wenn die Sitze mit Leder bezogen sein sollen. Bedenkenswert sind auch die niedrigen Kilometerkosten des Skoda, der allerdings wie der VW Golf Variantnur mit dürren zwei Jahren Technikgarantie versehen ist. Die zwei machen einem die Suche nach dem idealen Kombi für die nächsten Jahre also nicht wirklich leicht. Am Ende könnte das Gefühl das Zünglein an der Waage sein oder der sehr verständliche Wunsch nach möglichst viel Platz und Kofferraum. Für wen man sich auch entscheidet: Ein Fehler ist ausgeschlossen. Und damit wären wir wieder bei Frau Merkel und Herrn Steinbrück. Denn ob der Sieger der Bundestagswahl die beste Wahl war, werden wir bei dieser Wahl nie erfahren.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-11-13

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