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Testbericht

9. Februar 2010

Schwer zu sagen, ob da nur aus der Not eine Tugend gemacht oder das Ganze von Anfang an fein ersonnen wurde - eine gute Idee war es auf jeden Fall, die Produktionsanlagen der Ende 2007 eingestellten Audi A4 -Generation kurzerhand auf 1.200 Lastwagen zu packen und sie innerhalb von acht Wochen vom bayerischen Ingolstadt ins spanische Martorell zu karren. Auf dass dort jene Marke, die früher Fiat-Modelle nachbaute, nun zum ersten Mal einen Audi als Basis erhalte.

Der Seat Exeo ST als preisgünstige Alternative zu A4 und Passat Keine Frage: Es bekommt dem Seat Exeo ST, der als Mittelklasse-Kombi nun dafür sorgt, dass ambitionierte Seat-Fahrer innerhalb der Marke aufsteigen können und nicht aussteigen müssen. Das Ganze - trotz Modifikationen an etwa einem Drittel der Teile - für 2.500 Euro unter jenem Preis, den Audi einst für diesen A4 verlangte, und rund 1.300 Euro weniger, als VW für einen Passat Variant in Rechnung stellt. Anders formuliert: Nie gab es einen Seat, der seinen Besitzer auf so preiswerte Art glücklich machte, wenn er die Fahrertür ins Schloss warf. Dieses souveräne "Plopp" kannten Seat-Käufer bis dahin nicht. Seat Exeo ST: Ein Déjà-vu-Erlebnis Um in dessen Genuss zu kommen, gilt es jedoch, eine Schwelle der Irritation zu überwinden: Man steht vor dem Seat Exeo ST und hat ein Déjà-vu-Erlebnis. Irgendwie kennt man das Auto, speziell beim Betrachten von der Seite. Aber die neue Front und das Heck überraschen wie eine spontane Nasen-OP am Ehepartner, dessen Riechorgan man eigentlich gelungen fand. Innen setzt sich der Eindruck fort: Das Multifunktions-Lenkrad mit dem angenehmen kleinen Drehrad für die Radio-Lautstärkeregelung zum Beispiel ist ein sympathischer alter Bekannter. Und die Mittelkonsole mit dem Navigationsmonitor und den großen Tasten für die Bedienung sämtlicher Funktionen: alles aufs Angenehmste vom früheren A4 vertraut, hier aber erst mal so ungewohnt wie die Audi-Schalter und -Hebel in einem Lamborghini Gallardo . Das Raumangebot im Seat Exeo ST könnte besser sein Diese erste Phase des Erstaunens geht schnell vorüber. Phase zwei steht unter dem Motto: "Ganz schön eng hier." Der ausgemusterte A4 nämlich war alles andere als ein Wunderwerk der Platzökonomie. Anders als beim aktuellen Audi-Modell kneift und zwickt es im Seat Exeo ein bisschen. Vorne könnte mehr Platz für die Schultern und Arme sein, das rechte Knie müsste seitlich nicht unbedingt an die Mittelkonsole stoßen, und hinten ist im VW Golf nicht weniger Raum für die Mitfahrenden. Selbst der Kofferraum ist mit 442 Liter Volumen (bei nicht umgeklappten Rücksitzlehnen) keiner von der Sorte "Lass uns mal in den Media-Markt fahren und nach einer neuen Kühl-Gefrierkombination schauen".

Zweiliter-Benziner im Seat Exeo ST Aber Fahren macht ohnehin mehr Spaß ohne allzu grobes Gepäck. Die präzise Lenkung mit ihrer guten Rückmeldung animiert genauso zur engagierten Tour wie der erstklassige Zweiliter-Benziner, dessen Vergangenheit als VW Golf GTI-Antrieb man schnell spürt: Er macht schon aus niedrigen Drehzahlen sofort Druck, dreht ohne nachzulassen hoch und klingt dabei auch noch gut. Was nicht gut klingt, ist das Sechsgang-Getriebe, vor allem bei niedrigen Außentemperaturen. Dann kracht es auch manchmal, während es sich ansonsten nur knorpelig schaltet. Dafür ist die Federung alles andere als hölzern. Die Seat-Ingenieure haben sie etwas komfortabler abgestimmt als früher die Kollegen in Ingolstadt. Deshalb ist es eine angenehme Sache, mit dem Seat Exeo ST auf große Fahrt zu gehen, sich an der Leistungsbereitschaft des Motors zu freuen, am Arbeitswillen der Federn und Dämpfer, an der guten Ergonomie des Hispano-Bayern. Okay, kurze Querfugen mag die Vorderachse immer noch nicht. Und das Zerren in der Lenkung, wenn man in engen Kurven kräftig Gas gibt, erinnert genauso an nostalgische Zeiten wie die unpraktischen Klappgriffe. Aber was ist das gegen den rührenden Anblick eines Exeo-Käufers, der die Fahrertür ins Schloss wirft, um das satte "Plopp" zu hören.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-02-09

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