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Testbericht

16. Mai 2009

Wahrlich, es lohnt sich, ins neue Porsche-Museum nach Stuttgart-Zuffenhausen zu kommen. Dort posiert die erste Studie des Boxster, die 1993 in Detroit sämtlichen Autofans den Kopf verdrehte. Die Idee, mit der alles begann.

Erstmals mit direkt einspritzendem Sechszylinder-Boxer Jetzt - der Boxster ist längst eines der erfolgreichsten Modelle von Porsche geworden - steht man vor dieser Studie im Museum und denkt: "Wenn sie sich damals nicht getraut hätten ..." Unvorstellbar. 204 PS hatte der Mittelmotor-Roadster beim Serienstart im Jahr 1996. Jetzt, nach der jüngsten Modellpflege, meldet er sich mit 310 PS zum Dienst. Das sind 15 PS mehr als bisher. Er bringt zwar auch größere Lufteinlässe mit, geänderte Blinker und Nebelscheinwerfer sowie LED-Tagfahrleuchten - alles Petitessen also. Was wirklich zählt, ist der neue, direkt einspritzende Sechszylinder- Boxer, der im Prinzip aus dem Porsche Carrera stammt und ein großes Versprechen abgibt: mehr Leistung bei 16 Prozent weniger Verbrauch. Der neue Porsche Boxster S bietet mehr Druck Der Testverbrauch lag bei 11,8 Liter pro 100 Kilometer - ein Wert, der angesichts der Fahrleistungen okay ist. Denn was sich noch mal einen Tick verbessert hat, ist der Fahrspaß. Schwer vorstellbar für alle, die den bisherigen Porsche Boxster S gut kannten - aber so ist es. Da ist noch mal mehr Druck da, mehr Drehmoment.

Die Höchstgeschwindigkeit bleibt gleich Und das in einer ansatzlosen Direktheit, die verblüfft. Als wäre das Gaspedal ein Touchscreen: Schon bei der leisesten Berühung geht der Porsche Boxster S ab, sofort. Mit 4,8 Sekunden von null auf 100 km/h übertrifft das Testexemplar samt Doppelkupplungsgetriebe PDK und 1.095 Euro teurem Sport-Chrono-Paket Plus (also mit Rennstart-Funktion) die Werksangabe um 0,2 Sekunden (Werksangabe ohne Sport-Chrono-Plus Paket: null auf 100 km/h in 5,2 Sekunden). Der Vorgänger beschleunigte laut Werk in 5,4 Sekunden auf 100. Die Spitzengeschwindigkeit blieb mit 272 km/h gleich.

Aufpreis für den neuen Porsche Boxster S Der Preis nicht. Statt 54.710 Euro werden nun 55.781 Euro fällig. Serienmäßig gibt’s das typische Porsche Boxster -Feeling: spontanes Einlenken, offene Kommunikation zwischen Piste und Pilot und jene satte Souveränität, die für niedrigen Puls sorgt, auch wenn’s gerade richtig abgeht. Neu ist das Doppelkupplungsgetriebe für 2.945 Euro. Sieben Gänge, ohne Zugkraftunterbrechung blitzschnell gewechselt. Es passt gut zum Charakter des stärksten Porsche Boxster. Was für die unpraktisch geformten Schaltwippen am Lenkrad nicht gilt. Die Finger ihres Designers würden wir gerne mal aus der Nähe sehen. Es müssen anatomische Wunder sein.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-05-16

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