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Testbericht

15. September 2014
Der Smart Forfour stoppt in Stuttgart auf dem Schillerplatz, einer belebten Flaniermeile mit vielen Passanten aus aller Welt, wie sich schnell herausstellt: "Ich kenne aus Hongkong nur den Fortwo, aber den hier finde ich auch klasse", erzählt eine Chinesin, die zustimmendes Kopfnicken von einer Russin erhält. Auch sonst scheint der kleine Viertürer vorwiegend auf Sympathie und Wohlwollen zu stoßen, bei seinem ersten öffentlichen Auftritt spontan anzukommen.

Smart Forfour tritt gegen viele Rivalen an
Aber das muss er auch, denn der Markt der rund 3,50 Meter langen Kleinwagen ist eng besetzt: Fiat Panda und 500, VW Up, Skoda Citigo und Seat Mii sowie die ebenfalls weitgehend baugleichen Drillinge Citroën C1, Peugeot 108 und Toyota Aygo, dazu demnächst der gemeinsam mit Smart entwickelte Renault Twingo, den es erstmals mit zwei und vier Türen gibt. An starken Rivalen mangelt es dem Smart Forfour also nicht, zumal die Modelle von Citroën, Peugeot und Toyota ebenfalls noch ganz frisch sind und erst im Frühjahr neu aufgelegt wurden.Den ersten Pluspunkt verbucht das französisch-japanische Trio bereits beim Kauf: Als günstigster Vertreter ist der Peugeot 108 mit zwei Türen und 69PS schon ab 9.340 Euro zu haben. Allerdings kostet der Viertürer – mit besserer Ausstattung – mindestens 11.550 Euro und ist damit praktisch gleich teuer wie der Smart Forfour mit 71PS (ab 11.555 Euro). Beide Modelle werden übrigens ausschließlich von Dreizylinder-Benzinern angetrieben, Dieselmotoren sind nicht lieferbar. Einigkeit herrscht außerdem in der serienmäßigen Ausrüstung mit Fünfgang-Schaltgetriebe sowie Start-Stopp-Automatik, bei Smart wird etwas später noch ein Doppelkupplungsgetriebe nachgereicht.Der wichtigste Unterschied zwischen beiden Modellen liegt darin, dass der Peugeot ein klassischer Fronttriebler ist, der Smart Forfour hingegen anders als die erste Generation auf Heckmotor und Hinterradantrieb setzt. Warum? Weil er technisch nicht mehr auf dem Mitsubishi Colt basiert, sondern auf dem neuen zweisitzigen Fortwo. Die Streckung um 80 Zentimeter auf 3,49 Meter erlaubt nicht nur drei zusätzliche Sitzplätze, sondern schafft auch mehr Platz im Fond und im Kofferraum als beim 108. Außerdem verspricht der erheblich längere Radstand Vorteile beim Federungskomfort. Dazu kommen Fondtüren, die zwar nicht besonders groß sind, aber in einem Winkel von fast 90 Grad öffnen, was den Einstieg nach hinten deutlich erleichtert.

Smart Forfour mit Wendekreis von 8,65 Metern
Überhaupt spielt der Smart Forfour im Bereich von Rücksitzen und Gepäckabteil viele Stärken aus. So können die hinteren Sitzkissen gegen Mehrpreis umgedreht und abgesenkt werden, was der Ladehöhe zugutekommt. Wer lange, sperrige Gegenstände transportieren will, kann sogar die Beifahrerlehne umklappen; dann entsteht eine Ladelänge von 2,22 Metern. Beim Peugeot können lediglich die Rücksitzlehnen im Verhältnis 50:50 umgeklappt werden.Smart-Chefin Annette Winkler, zur gleichen Zeit mit einem Fortwo in Stuttgart unterwegs, ist besonders stolz auf die kleinen Wendekreise ihrer Zöglinge. Beim Zweisitzer sind es 6,95 Meter, beim Smart Forfour 8,65 Meter. Zum Vergleich: Der Wendekreis des 108 soll 9,60 Meter betragen. "Wir wollen für eine gute Lebensqualität in der Stadt sorgen", erklärt Winkler und dreht zum Beweis ein paar Kreise auf engstem Raum.Während der Peugeot mit einem optionalen großen Stoffdach punktet, kontert der Smart Forfour mit neuen Extras wie einem Chip im Innenraum, der einem Zugang zu Parkhäusern der APCOA-Kette verschafft, ohne dass man ein Ticket ziehen oder vor dem Rausfahren am Kassenautomaten zahlen müsste. Abgerechnet wird über den Chip per Kreditkarte, wobei es zusätzlich 15 Prozent Rabatt auf die Parkgebühren gibt – was beim ersten Praxistest superkomfortabel funktionierte. Zudem können Passagiere über die neue Smart-App freie Smart-Parkplätze posten, die sie unterwegs entdeckt haben, oder "smarte" Plätze wie angesagte Restaurants oder Bars weitergeben.

Neue Smart-Welt
Weitere Anregungen rund um die neue Smart-Familie kommen aus der ganzen Welt: "In Mexico City gibt es viele Autokinos. Da dürfen die Smart mittlerweile in der ersten Reihe parken", erzählt Annette Winkler während der Fahrt. Mit der Reaktion des Publikums ist sie überaus zufrieden: "Die Leute freuen sich, wenn sie den Smart sehen. Und sie erkennen ihn auch sofort als neu."Keine Frage: Beim ersten Schaulaufen auf öffentlichen Plätzen schlägt er sich wacker. "Kann ich den Smart Forfour sofort bei Ihnen bestellen?", fragt ein älterer Herr, der bislang einen Fortwo fährt. Nein, kann er an dieser Stelle leider nicht. Auch auf das neue Fortwo Cabrio und die E-Version (beide ab 2016) muss er noch warten. Der Konkurrenzkampf gegen Peugeot 108 und Co. beginnt allerdings sofort.

Begegnungs-Crash mit S-Klasse
Um die Sicherheit des Smart auch im Falle eines Aufpralls mit schweren Limousinen wie der S-Klasse zu erhöhen, hat das Daimler-Team mit Chef Rodolfo Schöneburg an der passiven Sicherheit intensiv getüftelt. Ergebnis ist eine extrem steife Fahrgastzelle, die zu 50 Prozent aus hochfesten und zu weiteren 25 Prozent aus ultrahochfesten Stählen besteht. Dazu kommt ein v-förmiges Element im Bodenbereich, das die aufkommenden Kräfte gezielt nach hinten leitet. Der neue Knieairbag "schützt auch Leute, die nicht angeschnallt sind", erläutert Schöneburg. Den 50- km/h-Begegnungs-Crash hat der Smart so erfolgreich bestanden.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-09-15

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