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Testbericht

Stefan Grundhoff, 13. Mai 2014
Mille Miglia - der spektakulärste Oldtimerevent der Welt startet an diesem Donnerstag. Über 450 historische Rennwagen bahnen sich weitgehend frei von Verkehrsregeln ihren Weg von Brescia nach Rom und wieder zurück. Das schnellste Museum der Welt unterwegs in Italien.

Kinder haben schulfrei, Geschäfte bleiben geschlossen und hunderttausende von Autobegeisterten zieht es wild Fähnchen schwenkend an die historische Route, die jedes Frühjahr quer durch Italien führt. Ein Oldtimerrennen wie die Mille Miglia kann es nur hier geben: Italien. Erstmals dauert das Rennen vier Tage. 1.708 Kilometer geht quer durch das Land von Pasta, Pizza und Berlusconi. Auch wenn es bei der Neuauflage der Mille längst nicht mehr um Geschwindigkeiten und Rekorde geht, donnern Mercedes Flügeltürer, BMW 328, Porsche 356 oder Bugatti 35A mit waghalsigen Piloten und erfahrenen Beifahrern durch sattgrüne Landschaften und enge Ortsdurchfahrten. Dort, wo Motorradpolizisten fröhlich winkend im Gegenverkehr den Weg frei machen für historische Boliden, ist Autofahren noch das, was früher einmal war: ein Abenteuer. Die Mille Miglia ist seit Jahrzehnten auf der ganzen Welt eine automobile Rennlegende. Hier will jeder Autofan einmal in seinem Leben mitfahren, denn im offenen Roadster die höchst unterschiedlichen Düfte, Orte und Regionen in sich aufsaugen, wird für jeden der Teilnehmer ein spektakuläres Ergebnis, das er nicht vergessen wird. Viele Teams werden von Autoherstellern gestellt; der Großteil sind jedoch Privatiers, die ihre Rennwagen nebst Team akribisch vorbereitet haben.

Seit 1977 wird die Mille Miglia als Hommage an das ehemals härteste Autorennen als Neuauflage ausgetragen. Mittlerweile geht es auf der Route Brescia - Rom und wieder zurück nicht mehr um Spitzengeschwindigkeiten und Bestzeiten. Doch auch als Gleichmäßigkeits- und Zuverlässigkeitsfahrt quer durch ganz Italien hat das Rennen für Teilnehmer und Zuschauer kaum etwas von seiner Faszination verloren. Teilnehmen dürfen ausschließlich Fahrzeuge, die bereits bei den historischen Rennen zwischen 1927 und 1957 am Start waren und sich im Originalzustand befinden. Stirling Moss, Huschke von Hanstein oder Tazio Nuvolari wurden durch die Mille Miglia zur Legende.

Höhepunkte im Teilnehmerfeld, dessen über 450 Rennklassiker einen Gesamtwert zwischen 300 und 500 Millionen Euro haben dürften, kommen von den verschiedensten Traditionsfirmen. Da sind aus der Vorkriegszeit Modelle wie der 1930er 4 ½ Liter Blower Bentley mit seinem Kompressor aufgeladenen Sechszylinder, der als Le Mans Team Car dem berühmtesten aller "Bentley-Boys" Sir Henry Birkin gehörte. Kaum weniger spektakulär der frühere Bentley Sports Four Seater mit offenem Vanden Plas-Aufbau. Ebenfalls absolute Raritäten sind Fahrzeuge wie das Bugatti-Doppel aus T 35 und T 51, die die über 1.700 Kilometer lange Strecke zu einer echten Herausforderung werden lassen.

Die ist am Steuer des spektakulären Alfa Romeo 6C, eines legendären BMW 328 aus der Zeit kurz vor dem Zweiten Weltkrieg oder eines Mercedes SSK 27 von 1928 kaum kleiner. Diese Fahrzeuge vier Tage bei jedem Wetter mit Höchsttempo im bekannt turbulenten italienischen Straßenverkehr auf nicht abgesperrter Strecke zu bewegen, ist eine Anstrengung für Mensch und Maschine. In einem Nachkriegsauto wie einem Mercedes 300 SL Flügeltürer, einem Porsche 356 von 1952 oder in einem 550 Spyder, in dem Hans Herrmann 1954 den GT-Sieg holte, ist es zumindest etwas kommoder. Nicht nur optisch eine Schau: Jaguar XK 120 / 140, die in den 50er Jahren die Geschwindigkeitsrekorde hielten oder lässige Klassiker wie Healey 2400 Silverstone von 1950 oder der kleine Fiat 1100 / 103 TV Coupé.

Am Donnerstagabend starten die Teilnehmer ab 18 Uhr in Brescia zur 228 Kilometer langen ersten Nachtetappe, die über Padua nach Thermae Abano Montegrotto führt. Am Freitag geht es ab morgens ins 710 Kilometer entfernte Rom. In der Hauptstadt startet das Feld der historischen Wettbewerbsrenner am Samstag wieder Richtung Norden zur 552 Kilometer langen dritten Etappe nach Bologna. Erstmals wird die Mille Miglia in diesem Jahr an vier Tagen ausgefahren. Das letzte Teilstück führt am Sonntag so schließlich ins 218 Kilometer entfernte Brescia.
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Quelle: Autoplenum, 2014-05-13

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