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Testbericht

10. Juni 2009

In unschuldigem Weiß rollt leise eine neue Ära bei Mercedes heran: Der Mercdes S 400 Hybrid zeigt sich nicht nur im aufgefrischten Facelift-Kleid, sondern trägt als erster Serien-Daimler auch ein Hybridsystem unter der Motorhaube. Mit seiner 0,9 Kilowattstunden großen Lithium-Ionen-Batterie ist er sogar weltweit das erste Hybridauto mit dieser besonders leistungsstarken Akkutechnik. Sie speist den 15 kW starken Elektromotor, der sich nur 4,5 Zentimeter dünn als Motor- Generator auf die Kurbelwelle zwischen dem Mercedes S 400-V6-Block und der Siebengang- Automatik klemmt. Damit soll endlich Schluss sein mit dem Ihr-habt-es-verpennt-Gerede. Mercedes will Vorreiter spielen.

Der Mercedes S 400 Hybrid ist ein Mildhybrid Nicht unbedingt beim Aufwand, denn der Mercedes S 400 Hybrid ist nur ein vergleichsweise einfach aufgebauter Mildhybrid, aber dafür bei dem, was hinten rauskommt: nur 186 Gramm CO2/km. Das ist in dieser Fahrzeugklasse derzeit der Spitzenwert noch vor einem Vollhybrid- Modell wie dem Lexus LS 600h mit 219 Gramm. Allerdings liegen die beiden in zwei Leistungswelten: Der Mercedes S 400 Hybrid stemmt kombinierte 299 PS, der Lexus LS 600h dagegen 445. Den besonders umweltgewissenschonenden rein elektrischen Fahrbetrieb beherrscht der Mercedes S 400 Hybrid ebenfalls nicht. Start-Stopp-Automatik für den Mercedes S 400 Hybrid Dafür stoppt der Mercedes S 400 Hybrid automatisch seinen Motor beim Stillstand, unterstützt mit einem Drehmoment-Boost von bis zu 160 Nm elektrisch den Verbrenner und schaufelt über Bremsrekuperation fleißig Strom zurück in die Batterie. Energie, die dringend gebraucht wird, um die Drehmomentschwäche des 3,5- Liter-Direkteinspritzers im unteren Tourenbereich zu kompensieren. Ein gewolltes Phlegma, das aus dem besonders verbrauchsgünstigen Atkinson-Verbrennungszyklus herrührt.

Keine Ladenachteile im Mercedes S 400 Hybrid Der Fahrer merkt nichts vom Kraft-Splitting, sondern spürt auf Gas den überzeugenden Druck eines feisten und laufruhigen Sechszylinders. Nur 75 Kilogramm zusätzlich wiegt das Hybridsystem im Mercedes S 400 Hybrid, kommt problemlos im Motorraum unter und kostet somit keinen Liter Kofferraum. Die üblichen Gewichts- und Ladenachteile minimiert die Mercedes S-Klasse also. Die elektrisch betriebene Klimaautomatik spart ebenso Kraftstoff wie die fast ständig ohne Last laufende Lichtmaschine. Woran muss sich der Fahrer beim neuen Spar-Luxus erst gewöhnen? An wenig. Konsequenter als die meisten Start-Stopp-Autos schaltet der Mercedes S 400 Hybrid schon beim langsamen Heranrollen den Motor ab. Auf zarten Gaspedaldruck wirft der Elektromotor den Benziner mit leichtem Ruckeln wieder an. Bei schleichender Stop-and-go-Fahrweise rüttelt es dann schon mal etwas häufiger. Gewöhnungsbedürftiges Bremspedalgefühl im Mercedes Auch das Bremspedalgefühl ist neu. Bis zu 0,15 g verzögert der S 400 Hybrid-Mercedes rein elektrisch, und der Tritt auf das Gegendruck nur simulierende Pedal fühlt sich zu Anfang etwas synthetisch an. Gewöhnungssache. Bei stärkeren Bremsungen vernichten die konventionellen Scheiben wie üblich die kinetische Energie. Auf den ersten Kilometern durch die Stadt pendelte sich der Verbrauch laut Bordcomputer bei rund neun Litern ein - als grober Anhaltspunkt ein sehr guter Wert für so ein Zwei-Tonnen-Schiff. Für Technikverliebte und Spar-Champions liefert sowohl das Zusatzdisplay zwischen den Uhren im Mercedes S 400 Hybrid als auch der große Infotainment-Bildschirm grafisch gelungene Detailinfos über Energiefluss und Verbrauch. Aktive Fahrwerkskontrolle für den Mercedes S 400 Hybrid Das große Display hat aber zwei Gesichter. Dank der neuen so genannten Dual-View-Technik kann der Beifahrer genüsslich einem Film folgen, während der Fahrer zum Beispiel die ebenfalls aufgefrischten 3D-Navigationsinfos abliest. Für schnellere Multimedia- Verbindungen taucht der neue Stern endlich in die Welt von Bluetooth und iPod-Interface ein. Dem Piloten steht der Mercedes S 400 Hybrid konsequenter als bisher zur Seite. Die mit der Mercedes E-Klasse eingeführten neuen Systeme wie die kamerabasierte Spurverlassenswarnung (zartes Vibrieren im Lenkrad), die automatische Notbremsung (0,6 Sekunden vor Aufprall), das jetzt aktiv Fußgänger erkennende Nachtsichtgerät, die Müdigkeitserkennung und der Tempolimitassistent gehören ebenso dazu wie das exzellente, sich stufenlos anpassende Fernlicht. Und wer sich den Luxus der aktiven Fahrwerkskontrolle (ABC nur für V8 und V12) leistet, erlebt, wie sich der Mercedes S 400 Hybrid jetzt mit elektronisch gesteuertem Radlastenausgleich dem Seitenwind entgegenstemmt.

Mercedes S 400 Hybrid: Hervorragender Komfort An die neue Erscheinung mit stärker gepfeiltem Grill, waagerechten weißen Hecklichtstreifen und dem neuen Tagfahrlicht muss sich auch die Stuttgarter Polizei erst noch gewöhnen: "Sie, was isch des für a Licht?" Der Komfort bleibt wie gehabt hervorragend. Noch leiser (optimierte Außenspiegel) schweben die Insassen auf den exzellenten Sitzen durch den Verkehr. Gleichzeitig lenkt man mit der neuen Direktlenkung des Mercedes S 400 Hybrid (Lenkwinkel wird mit größerer Umdrehung kleiner) etwas sportlicher als bisher, wenn auch immer noch spürbar distanzierter als im BMW 7er. Hoher Preis für den Mercedes S 400 Hybrid Somit transportiert die Mercedes S-Klasse ihre klassischen Tugenden in eine neue Ära der Elektrifizierung. Die hat beim Mercedes S 400 Hybrid ihren Preis: Er kostet mit 85.323 Euro über 9.000 Euro mehr als der fast gleich schnell spurtende Mercedes S 350.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-06-10

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