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Testbericht

5. Juni 2012

Eigentlich ist die Idee ja gut: Wenn in der Mitte eines Autolebens die Verkäufe langsam abflauen, sorgen frische Technik und ein aufgehübschtes Design für neuen Schwung. Doch was, wenn zusätzlicher Rückenwind gar nicht nötig ist wie im Falle des Mercedes GLK? Mercedes kleinster Offroader lässt seine Käufer schließlich schon vor dem Facelift über ein halbes Jahr schmoren. Die Modellpflege dürfte kaum zum Abbau der Wartezeiten beitragen. Mit voluminöseren Schürzen, jeder Menge Chrom um die Nase sowie neuen Scheinwerfern samt LED-Tagfahrlichtern sieht der Mercedes GLK noch edler aus. Im Offroad-Modus strahlen die optionalen Bi-Xenon-Scheinwerfer zudem drei Watt heller und sechs Grad breiter zur Seite, um nächtliche Abstecher durchs Unterholz besser auszuleuchten. Die rustikalen Offroad-Schürzen mit ihren unlackierten Kunststoff-Einlagen sind dagegen mangels Nachfrage nicht mehr lieferbar.

Online-Staudienste erst mit E-Klasse-Facelift 2013 Auch im Interieur wurde aufgeräumt. Bei Automatik-Modellen wandert der Wählhebel ans Lenkrad, um in der Mittelkonsole Platz für eine üppige Ablageschale zu schaffen. Massive Alu- oder Holzeinlagen sollen die Breite des Innenraums betonen, während das serienmäßige Sportlenkrad und farbige Bordcomputer-Anzeigen dem Auge schmeicheln. Dass die Infotainment-Einheit moderner wirkt, liegt hingegen nicht nur an den neuen Farben. So sind die Comand-Menüs im Mercedes GLK erstmals in Schwarz statt biederem Beige gehalten, hinzu kommen neue Internet-Funktionen wie ein Nachrichtenportal und die Suchmöglichkeit nach freien Parkplätzen. Online-Staudienste, wie sie Audi oder BMW anbieten, halten bei Mercedes jedoch erst mit dem E-Klasse-Facelift Anfang 2013 Einzug. Premiere feiert dafür die 360-Grad-Kamera, die Einzelbilder von vier Linsen zu einer lückenlosen Rundumsicht auf dem Monitor zusammenfasst. Noch gravierender fallen die Änderungen bei den Assistenzsystemen aus: Von Abstands-Tempomat bis Spurhalteassistent lässt sich der Mercedes GLK gegen Aufpreis mit fast allen Komfort- und Sicherheitsfunktionen der S-Klasse bestücken. Durch die Umstellung auf eine elektromechanische Lenkung kurbelt sich der Mercedes GLK auf Wunsch zudem automatisch in enge Parklücken. Mercedes GLK mit besserem Federungskomfort Mit ihrer variablen Übersetzung kommt die neue Lenkung aber auch dem Fahrverhalten zugute. Um die Mittellage sensibler ansprechend, wirkt der Mercedes GLK deutlich agiler, während die reduzierte Lenkunterstützung den Geradeauslauf bei hohem Tempo beruhigt. Ebensoviel Feinarbeit steckten die Ingenieure in den Federungskomfort. Obwohl grundsätzliche Fahrwerkskomponenten gleich blieben, sprechen die amplitudenabhängigen Dämpfer vor allem auf feine Wellen oder Querfugen sensibler an, ohne in schnellen Kurven mit heftigen Karosseriebewegungen zu erschrecken. Selbst die um zwei Kilogramm erleichterte Dachreling soll sich ums Fahrverhalten verdient machen. Die langen Hebelkräfte lassen Extrapfunde im oberen Bereich nämlich besonders agilitätshemmend wirken.

Weiterhin Allrad- und Heckantrieb im Programm Dass sich der Mercedes GLK ausgesprochen komfortabel fährt, liegt auch an der tollen Geräuschdämmung. Selbst von den Dieselmotoren ist kaum mehr als ein beruhigender Brummton zu hören. Der Mercedes GLK 220 CDI mit seinem kultivierten und kräftig anschiebenden 170-PS-Vierzylinder wird daher wohl weiterhin Topseller bleiben. Für 1.428 Euro Aufpreis lässt er sich um ein Bluetec-Paket mit Harnstoffeinspritzung und SCR-Kat ergänzen, mit dem er schon heute die ab 2014 gültige Euro 6-Norm erfüllt. Der 250er-Diesel hat Bluetec sogar serienmäßig an Bord, darüber hinaus kommt der Sechszylinder-CDI jetzt auf 265 PS und 620 Nm. Obwohl 85 Prozent aller Mercedes GLK mit Allradantrieb geordert werden, bleiben die Hecktriebler GLK 200 CDI und GLK 220 CDI im Programm. Der Verzicht auf Allradantrieb stellt schließlich die einzige Möglichkeit dar, für unter 40.000 Euro einen Mercedes-SUV zu fahren. Trotz leicht gestiegener Preise dürfte im Werk Bremen also weiterhin an der Kapazitätsgrenze gearbeitet werden. Dass Kunden wegen der Warterei zur Konkurrenz wechseln, ist jedoch nicht sehr wahrscheinlich: Bei Audi Q5 und BMW X3 sieht es derzeit nämlich auch nicht besser aus.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-06-05

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