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Testbericht

17. April 2010

Vorsicht Nuschler: Bei der Nennung der Typenbezeichnung 250 CGI kann es schnell zu Verwechslungen kommen. Schließlich ist der selbstzündende 250 CDI nur eine phonetische Nuance vom Benziner entfernt. PS-mäßig nicht einmal das - Vierzylinder-Diesel und -Benziner entwickeln beide 204 PS. Lediglich die 310 Newtonmeter Drehmoment des CGI fallen gegen die 500 des CDI klar ab. Aber die ebenfalls 45.339 Euro teure Diesel-Verwandtschaft darf ja auch mit zwei Ladern anblasen, der Benziner nur mit einem.

Der Turbolader erzielt einen höheren Wirkungsgrad Außerdem hat der CGI mit 1.796 Kubikzentimetern weniger Hubraum. Kein Problem - mit aufgeladenen, kleinvolumigen Benzinern kennt man sich aus bei Mercedes. Schon bevor der Begriff Downsizing in Mode kam, brachten sie ihre 1,8-Liter per Kompressor auf Zack. Dessen Vorteil: Er läuft von Anfang an mit und bringt bereits Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen, wenn Turboschaufeln noch matt daherfächeln. Aber - sagen die Techniker und holen selber tief Luft: Der Turbolader hat ja nun auch Pluspunkte. Zum Beispiel den höheren Wirkungsgrad. Muss der Kompressor seine atemspendende Kraft erst mal von der Motorleistung abzwacken, kommen die Schaufeln des Turbo gratis in Schwung - die Energie des Abgases würde sonst einfach verpuffen. Zudem ist der Turbo rund vier Kilogramm leichter. Verbrauchseinsparung von über zehn Prozent Mercedes verspricht über zehn Prozent weniger Verbrauch gegenüber dem Kompressor-Vorgänger 200 K, der überdies 20 PS weniger Leistung und 60 Newtonmeter weniger Drehmoment rausrückte. Aber er durfte auch nicht direkt einspritzen wie der CGI. Dieser schickt den Kraftstoff mit bis zu 140 bar direkt in die Brennräume. Ihm müssen Mehrloch-Magnetinjektoren genügen, die feiner regelnde Piezo-Technik bleibt dem hubraumstärkeren 350 CGI vorbehalten. Ebenso wie die so genannte Schichtladung, die unterschiedlich zündfähige Wolken im Brennraum erzeugt und durch Mager-Anteile sparen hilft. Die Gaswolken beim 250 CGI sind homogen, also quasi überall gleich gemischt. Um gute Füllung kümmern sich spezielle Ansaugkanäle sowie eine Drallklappe, die bei bestimmten Betriebszuständen kontrollierte Turbulenzen erzeugt. Mercedes E-Klasse Coupé steht für Angekommensein, Gelassenheit, Ruhe Und damit das Ganze den Ansprüchen an ein Mercedes E-Klasse Coupé gerecht wird, rotieren zwei gegenläufige Wellen in den Tiefen des Aluminium-Motorblocks als Massenausgleich. Der klappt ordentlich, auch wenn die Laufkultur nicht ganz die sämige Eleganz eines Sechszylinders erreicht. Klanglich liefert der CGI ebenfalls keine Feinkost für Verbrennungsmotor-Gourmets. Wozu auch? Mercedes-Coupés dienen eher selten als Anheizer für Leute, die sich beim automobilen Rockkonzert direkt vor die Bühne drängeln, um headbangend ihre schweißnasse Mähne zu schütteln. E-Klasse Coupé steht für Angekommensein, Gelassenheit, Ruhe. Und so wie mancher nach einem warmen Glas Wasser und einem Apfel Wellness empfindet, so legt sich der E 250 CGI wie ein warmer Frottee-Bademantel um seine Insassen. Die Paradedisziplin bleibt der Komfort Das, was vom Vierzylinder zu hören ist, wird nie lästig, hält dezent Abstand. Der serienmäßige Fünfgang-Wandlerautomat verschleiert ein etwaiges Turboloch, der CGI schiebt gleichmäßig an. Er, der Tiefenentspannte, bei dem der Modus S nicht etwa für Sport, sondern für Standard steht. Nach dem Starten fährt man stets in C für Comfort los. Und daran halten sich Wandlerabstimmung, Schaltstrategie und Ansprechverhalten des etwas träge reagierenden Gaspedals konsequent. Niedrig blubbert der Puls, während man ergonomisch perfekt hinter dem Lenkrad sitzt. Auf handschuhweichem Optionsleder, der Körper an den richtigen Stellen gestützt. Nicht mal zum Gurtholen ist unwürdiges Verrenken nötig - das erledigt der elektrische Bringdienst automatisch, für Trödler sogar noch per Knopfdruck. Hinten ist mit Wellness allerdings Schluss, die beiden Fondplätze sehen besser aus, als sie sind. Es mangelt sowohl an Bein- als auch an Kopffreiheit, und der Zustieg ist trotz vorfahrender Vordersitze ebenfalls beschwerlich. Das Umlegen der Rücksitzlehnen klappt einfach auf Hebelzug, vergrößert den Kofferraum (Standard 450 Liter) erheblich. Bei sparsamer Fahrt genügen 6,7 L/100 km So strebt man - umsorgt von Assistenzsystemen wie dem sauber arbeitenden Abstandsregeltempomaten mit Notbremsfunktion oder dem erhellenden Adaptivlicht - gelassen nahen wie fernen Zielen entgegen, nimmt dabei den hervorragenden Federungskomfort gern zur Kenntnis. Die Fähigkeit des Fahrwerksmix aus Mercedes C- und E-Klasse, mit seinen mechanisch adaptiven Dämpfern geschmeidig abzurollen und sauber zu absorbieren, wird nicht einmal durch störende Bewegungen erkauft. Selbst auf langen Wellen wogt und wankt nichts. Zudem lenkt das Coupé präzise, bleibt neutral, fährt mühelos schneller, als es die meisten seiner Kunden vermutlich je wollen. Dennoch: Man könnte, wenn man wollte. Bei Bedarf ist nach 7,8 Sekunden Tempo 100 erreicht, zieht der 1,6-Tonner mit maximal 247 km/h seine Bahn. Und was braucht er? Im Schnitt 9,8 Liter auf 100 Kilometer, bei sparsamer Fahrt genügen 6,7. Gut möglich also, dass die meisten Besitzer eines Mercedes E 250 CGI Coupé tatsächlich mit sieben Litern auskommen werden.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-04-17

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