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Testbericht

15. Januar 2013

So radikal der Modellwechsel bei der Mercedes A-Klasse auch ausgefallen sein mag, von Panik- oder gar Hamsterkäufen aus den Reihen der Fans des alten Modells ist nichts überliefert. Ebensowenig allerdings auch, wie viele der Empfehlung des Herstellers folgten und zur B-Klasse wechselten. Beide verkaufen sich top. Und 40 Prozent aller neuen B-Klasse-Fahrer kommen von der Konkurrenz, namentlich von BMW, Opel und VW. Über die A-Klasse lässt sich das noch nicht so genau sagen. Was sie kann, dagegen schon: vor allem schnell fahren. Schnell die Kurve kratzen, um genau zu sein. Selbst mit dem Standardfahrwerk fährt sie die mit optionalem Sportfahrwerk ausgerüstete B-Klasse schwindelig, trotz der um 17 Prozent niedrigeren Federsteifigkeit.

Mercedes A-Klasse gibt sich spurtstärker Mit seiner langen Nase spürt der Mercedes A 200 CDI zielsicher Kehren auf, klinkt sich auf Befehl des Fahrers unmittelbar in ihren Radius ein und folgt ihm mit hohem Tempo. Ödes Untersteuern? Ging zusammen mit dem Sandwichboden-Konzept in Rente. Stattdessen darf sogar das Heck ein wenig mit dem Kurvenaußenrand flirten, jedoch nie plötzlich, nie ESP-relevant. Derart bunt trieb es der Vorgänger nicht einmal in der Farbkarte. Typisch Mercedes dagegen: die Lenkung. Sie arbeitet frei von künstlicher Hektik und vermittelt präzise Rückmeldung. In Verbindung mit den 17-Zoll-Rädern und 225er-Reifen (690 Euro Aufpreis) erzielt die A-Klasse daher nahezu spielend deutlich bessere Werte in den Fahrdynamik-Disziplinen als der identisch bereifte B 200 CDI. Das reicht noch nicht? Also dann: Sportfahrwerk bestellen. Dabei entfällt allerdings der serienmäßig durchaus ordentliche Federungskomfort. Einzig im Fach "kurze Stöße absorbieren" fehlte die A-Klasse häufiger. Auf der Geraden setzt sich der Mercedes A 200 CDI ebenfalls vom Plattform-Bruder ab. Der knurrige, aber grundsätzlich kultivierte Vierzylinder-Diesel kann den Vorteil der leichteren (45 Kilogramm) und windschlüpfigeren (Stirnfläche 2,2 zu 2,4 m²) Karosserie in bessere Beschleunigungswerte umwandeln. Und der Verbrauch? Hier wirkt sich das schlankere Blechkleid ebenfalls positiv aus. Im Testdurchschnitt injizierte sich das 136 PS starke Aggregat 6,4 L/100 km, der B 200 CDI kommt auf 6,8 L/100 km.

Mercedes A-Klasse ist deutlich enger Auf der auto motor und sport -Verbrauchsrunde knauserte die Mercedes A-Klasse etwas konsequenter (4,1 zu 4,8 L/100 km). In Verbindung mit dem niedrigeren Grundpreis und der nahezu identischen Ausstattung holt sie sich den Sieg – im Umwelt- und Kostenkapitel. Mehr nicht? Na, in der Fahreigenschafts- und Antriebswertung ebenfalls. Doch jetzt öffnet der B alle vier Türen und die Heckklappe. Aufgrund der sechs Zentimeter längeren, 13 Zentimeter höheren und sechs Millimeter breiteren Karosserie wirkt er innen ähnlich kathedral wie der Stuttgarter Hauptbahnhof, die A-Klasse dagegen so beengt wie das Wartehäuschen an der Bushaltestelle daneben. Fahrer und Beifahrer stört das weniger, sie bekommen in beiden Modellen ähnlich viel Bewegungsfreiheit zugestanden. In der B-Klasse montiert Mercedes allerdings die bequemeren Sitze, in der A-Klasse zwingen sie mit ihrer durch die integrierten Kopfstützen bedingten Lehnenkrümmung zu einer unbequemen Sitzposition. Und dahinter ist es einfach nur eng. Die hier ebenfalls starr montierten Kopfstützen verhageln zusätzlich die Rundumsicht – ein Fall, der beim B 200 CDI erst dann eintritt, wenn hinten zwei nicht eben klein geratene Passagiere sitzen, was problemlos möglich ist. Dabei ließ sich noch nicht einmal die Rückbank des Testwagens verschieben (optional). Umklappen hingegen sehr wohl, was zu einer leicht ansteigenden Ladefläche ohne ärgerliche Stufe führt. Der Kofferraumausschnitt fällt deutlich breiter und höher aus als bei der dynamischen Verwandtschaft – die Zuladung merkwürdigerweise nicht, fällt aber mit 506 Kilogramm immer noch üppig aus.

Verarbeitung auf gleichem Niveau Übrigens: Bei der soliden Verarbeitung und der Materialqualität gleichen sich beide Modelle wie eineiige Zwillinge. Ja, und der B 200 CDI will so gar nicht dynamisch fahren? Nun, den Gewinner der Leichtathletik-Meisterschaften trennen ja auch nicht wenige Zehntel von einem Olympiasieger. Die B-Klasse fährt einfach weniger aufgekratzt, ist untersteuernd abgestimmt und leistet sich stärkere Karosseriebewegungen. Dafür spricht sie auf Bodenunebenheiten etwas besser an, könnte das mit dem Standardfahrwerk sicher noch besser. Damit – und mit der aufpreispflichtigen, variablen Rückbank – wäre ihr Vorsprung sicher deutlicher ausgefallen. Jetzt aber bitte nicht zu Panikkäufen hinreißen lassen – beide werden zum Glück ja noch einige Jahre gebaut.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-01-15

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