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Testbericht

1. Juni 2010

Der Automobilmarkt bietet für 20.000 Euro eine große Auswahl an Fahrzeugen - sofern es kein Cabrio sein soll. Denn an günstigen Modellen ohne Dach herrscht mittlerweile Mangel.

Japanischer Stoffdach Roadster oder französisches Klappdach Cabrio? Von den vielen kleinen Klappdach-Cabrios blieb nur der Peugeot 207 CC übrig. Mit dessen Vorgänger riefen die Franzosen diese Spezies einst ins Leben und sind damit heute noch erfolgreich: 2009 war der Peugeot 207 CC das meistverkaufte Cabrio in Deutschland. Bei 19.600 Euro und 120 PS geht es los, für die Premium-Version mit Klimaanlage, Alurädern und Lederlenkrad ruft Peugeot 20.900 Euro auf. Fehlen noch CD-Radio (460 Euro) und Windschott (260 Euro), die den Preis auf 21.620 Euro anheben - und damit fast auf das Niveau eines Mazda MX-5. Mit 22.090 Euro kaum teurer, kontert der 126 PS starke Zweisitzer aus Japan bei fast identischer Ausstattung und Motorleistung mit dem Flair eines klassischen Stoffverdeck-Roadsters. Enthusiasten schlägt dabei das Herz höher, doch dem Cabrio-Novizen stellt sich die Frage, welcher als Erstwagen zwischen Alltag und Wochenende den besseren Kompromiss bietet. Mazda MX-5 unterscheidet sich vom Peugeot 207 CC beim Platzangebot Während der Mazda ein reiner Zweisitzer ist, suggeriert der Peugeot mit seiner Rückbank die Möglichkeit, zwei weitere Personen mitzunehmen. In der Praxis scheitert dies am fehlenden Fußraum im Fond. Stattdessen dienen die Rücksitze als zusätzlicher Stauraum. Der ist auch nötig, denn sobald sich das Hardtop in den Gepäckraum faltet, bleiben im Kofferraum von großzügigen 370 nur mickrige, schlecht zugängliche 145 Liter. Das Heck des Mazda MX-5 fasst mit 150 Liter zwar kaum mehr, ist aber besser nutzbar und nimmt neben zwei Getränkekisten den Einkauf fürs Wochenende auf. Allerdings muss hier alles rein, was nicht ins knapp geschnittene Cockpit passt - größere Ablagen gibt es dort nicht. Menschen mit einer Körpergröße ab 1,85 Meter sollten zudem unbedingt Probe sitzen. Das Ein- und Ausfädeln der Extremitäten bereitet im Mazda spürbar mehr Mühe als im Peugeot 207 CC, und die kaum gepolsterte Querstrebe des Verdecks verläuft genau über den Köpfen der Insassen - Kontakt nicht ausgeschlossen, wobei der Mazda MX-5 straff, aber keineswegs hart federt. Luftiges Cabriogefühl bietet nur der Mazda MX-5 Auf der Autobahn sind im Fahrbericht zudem Wind- und Motorgeräusche sehr präsent. Unter dem Hardtop des Peugeot fühlen sich die Insassen besser abgeschottet. Das Raumgefühl auf den üppiger gepolsterten Vordersitzen des Peugeot 207 CC entspricht dem der 207-Limousine, die übersichtliche Armaturentafel zeigt ebenfalls keine Unterschiede. Eigene Reize strahlt der Franzose erst aus, nachdem er sich in einer 25 Sekunden dauernden Choreografie vollautomatisch entblättert hat. Doch die Frontscheibe im Motorhaubenformat ragt fast über die Köpfe hinweg und verhindert ein ähnlich luftiges Cabriogefühl wie im Mazda MX-5. Lenkung und Schaltung im Mazda fehlt es an Präzision, dem immerhin 120 PS starken 1,6-Liter an Spritzigkeit. Trotz ähnlicher Motor-Eckdaten wirkt der schwerere Peugeot 207 CC zäh und durchzugsschwach. Zudem deutet leichtes Karosserie-Zittern auf schlechten Pisten bei geöffnetem Dach auf eine eingeschränkte Torsionssteifigkeit hin. Im Mazda MX-5 ist Derartiges nicht zu spüren. Einmal Platz genommen, passt der MX-5 wie angegossen. Im Cockpit fällt der Blick auf fünf schnörkellos gezeichnete Instrumente. Die rechte Hand fällt wie selbstverständlich auf den Schaltstummel, mit dem sich die Gänge knackig aus dem Handgelenk durch die kurzen Gassen schieben lassen. Knapp 300 Kilo leichter, sprintet der Mazda MX-5 geradezu leichtfüßig davon. Kurvenreiche Strecken sind sein Metier, er tanzt agil und neutral wie ein Kart um die Ecken. Dank direkter Lenkung und sensibel regelndem ESP behält der Fahrer auch dann die Kontrolle, wenn das Heck in Kurven zart nach außen drängt, was auf Nässe schon mal passieren kann. Ebenfalls problemlos: Das rein manuelle Verdeck lässt sich ohne Kraftanstrengung im Fahrbericht vom Fahrersitz in wenigen Sekunden öffnen und schließen. Beim Preis kann der Mazda MX-5 nicht mit dem Peugeot 207 CC mithalten Das alles klingt nach Fahrmaschine, aber nicht unvernünftig. Und der Unterhalt? Strapaziert das Budget kaum stärker als der Peugeot 207 CC. Nach Punkten hat der Franzose trotzdem die Nase knapp vorn. Ein Mazda MX-5 mit klappbarem Hardtop wäre ein Kompromiss. Doch dafür heißt es weitersparen: Als Roadster-Coupé kostet der Mazda ab 24.490 Euro.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-06-01

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