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Testbericht

10. Oktober 2013
Revierkämpfe in einem populären Segment wie zum Beispiel der Mittelklasse werden immer dann besonders interessant, wenn unterschiedliche technische Konzepte aufeinanderprallen. In diesem Fall trifft der neue, fast um einen Doppelzentner leichtere Mazda 6 mit dem 145PS starken Zweiliter-Saugmotor auf den schwereren Skoda Superb, der nur 125PS aus einem 1,4 Liter großen Turbomotor schöpft. In der Theorie scheint der Superb von vornherein motorisch benachteiligt: Er dürfte deshalb deutlich mehr verbrauchen, schlechter beschleunigen, im Kriterium Elastizität verlieren und erst recht in der Höchstgeschwindigkeit. Die im Test ermittelten Werte überraschten dann aber doch.

Mazda 6 kann sich motorisch nicht absetzen Beim Spurt liegt erwartungsgemäß der Mazda 6 vorn. In nur 9,2 Sekunden erreicht er aus dem Stand Tempo 100, während der Skoda sich hier mit 10,8 Sekunden hinter dem japanischen Wettbewerber einreiht. Dann jedoch der erstaunte Blick auf die Stoppuhr, als es um die Elastizität geht. Während sich der Zweiliter-Sauger im Mazda 6 14,8 Sekunden Zeit nimmt, um den 1.383 Kilogramm wiegenden Viertürer im fünften Gang von 60 auf 100km/h zu beschleunigen, benötigt der Skoda trotz seiner 1.477 Kilogramm dafür nur 12,4 Sekunden. Der Drehmomentverlauf seines Turbo-Vierzylinders und die optimal abgestimmte Gesamt-Übersetzung münden hier in dem Urteil: Vorteil Superb. Nächste Disziplin ist die Höchstgeschwindigkeit. Der Mazda 6 eilt hier nicht überraschend voraus, allerdings wenig dramatisch. Während er auf 208km/h kommt, liegen im Superb immerhin noch 204km/h an; dieser geringe Abstand spricht für eine äußerst effiziente Aerodynamik der tschechischen Limousine. Hier schafft es der Skoda sogar, auf der sparsam gefahrenen ams-Verbrauchsrunde den NEFZ-Wert zu unterbieten. Nach der gemischten Testrunde über Stadt, Land und Autobahn relativieren sich die Differenzen zwischen Skoda und Mazda 6 dann wieder. Während sich der Sauger im Mazda 6 erst mit 7,8 Liter Super auf 100 Kilometer Fahrstrecke zufrieden gibt, schluckt der Turbomotor kaum einen Zehntelliter mehr – für fast anderthalb Tonnen Leergewicht eine respektable Zahl. Dass der Motor im Mazda 6etwas brummiger ans Werk geht, mindert den Fahrkomfort nur wenig.

Skoda Superb mit besserem Raumkonzept Mit seiner Gesamtlänge von 4,87 Meter hat der Mazda 6 dem Skoda bei den Außenmaßen zwar drei Zentimeter voraus und zeigt auch etwas mehr Breite, doch bei den Innenmaßen wird er von seinem Wettbewerber in den wichtigen Disziplinen klar geschlagen. Der Superb tritt ja traditionell mit dem Image eines wahren Platzmeisters an. Er bietet damit deutlich mehr Sitzraum hinten sowie einen bequemeren Fond-Einstieg wegen der etwas höheren Dachlinie. Dazu gibt es sogar noch ein Plus an Kofferraum: 565 Liter gegen 489 im Mazda 6 summieren sich unter dem Strich zu einem Vorteil, der beim Probesitzen mit der Familie schon kaufentscheidend wirken kann. Auch das Heckklappen-Konzept des Superb überzeugt. Die Wahl zwischen kleiner und großer Öffnung erhöht die Variabilität beim Beladen und die Transportmöglichkeit für sperrige Güter. Weiterer Pluspunkt für Skoda: Die Rundumsicht ist mit nur 24 Prozent Überdeckung deutlich besser als bei dem japanischen Wettbewerber, was nach strengen Messkriterien drei Punkte Vorsprung sichert; subjektiv fällt der Unterschied jedoch weniger ins Gewicht. In der Qualitätsanmutung muss sich der Mazda 6 hinter dem Skoda einreihen, der mit einem sorgfältig abgestimmten, hochwertigen Materialmix bei Ansicht und Berührung punkten kann.

Mazda 6 punktet bei der Sicherheit Keine Wertung ohne einen scharfen Blick auf die Sicherheit: Durch freundliche Assistenten wie den Tempomat mit Distanzregelung und den Bremsassistenten mit Notbremsfunktion kann sich der Mazda 6 einen Vorteil sichern, doch beim Bremsen zeigt der Skoda seine Stärken. Unbeladen und mit kalten Bremsscheiben steht er aus Tempo 100 heraus bereits nach 35,5 Metern. Der Mazda 6 benötigt dafür 2,3 Meter zusätzliche Distanz, was im Notfall entscheidend sein kann. Auch aus Tempo 160 heraus rollt er bei einer Vollbremsung mit 99,3 Metern drei Meter weiter als der Skoda. Hier hat Mazda noch Spielraum, um Testergebnisse in die eigene Richtung umzubiegen.

Agiles Handling bei Mazda 6 Bei der Beurteilung der Fahreigenschaften kann der Mazda 6 den Skoda im Kapitel Handling knapp abhängen. Seine Lenkung spricht sehr präzise an, ermöglicht dem Viertürer ein überraschend agiles Fahrverhalten und zeigt sich lediglich in der Rückmeldung als etwas gefühlsarm. Die Skoda-Lenkung reagiert aus der Mittellage heraus etwas gedämpfter und minimal zögerlicher, ohne Präzision vermissen zu lassen. Während das elektronische Stabilitätsprogramm ESP im Mazda mit deutlichen Eingriffen auf kritische Fahrzustände – etwa zu hohes Tempo in der Kurve – reagiert, verhilft die Abstimmung und Gewichtsverteilung dem Mazda 6 jedoch zu einem nahezu neutralen Eigenlenkverhalten.

Skoda problemlos und sicher Der Skoda fühlt sich in der Beherrschbarkeit etwas gutmütiger an als sein Konkurrent, überzeugt mit einer ESP-Abstimmung voll unauffälliger Wirksamkeit. Seine Charakterisierung auf dem Testparcours der Fahreigenschaften lautet problemlos und sicher, was allerdings nicht heißen soll, dass der Mazda 6 im Umkehrschluss problemvoll oder unsicher wäre, ganz im Gegenteil. Allerdings wirkt die Fahrwerksabstimmung etwas hölzern, denn sie stellt kurze Stöße klar an die Passagiere durch. In bestimmten Situationen wie über flachen Kanten in der Fahrbahn erwies sich aber auch der Skoda als schon mal polterig, während der Mazda 6 mit voller Zuladung etwas träger reagiert. Einen knappen, aber verdienten Vorsprung verbucht der Mazda 6 im Kapitel Kosten. Er tritt mit einem um rund 1.100 Euro günstigeren Basispreis an, ist dafür nicht fühlbar ärmlicher ausgestattet und rollt mit einem Jahr mehr Garantie in die Garage des Käufers als der Superb. Das Plus von 33 Punkten, das sich der Skoda in der Eigenschaftswertung erarbeitet hat, reduziert sich über die Kapitel Umwelt und Kosten so auf den Endstand von 30 Punkten Vorsprung. Der teurere Superb kann sein theoretisches Manko beim Motor überzeugend minimieren und erfreut mit vorbildlichem Platzangebot. Noch ein Jahr mehr Garantie würde seine technischen Vorzüge unterstreichen. Der Mazda 6 überzeugt mit einem günstigeren Preis, seiner Sicherheitsausstattung und dem agilen Handling.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-10-10

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