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Testbericht

26. Juni 2010

Steht die Entscheidung für ein neues Auto vor der Tür, träumt mancher von einem Cabrio, kokettiert mit einem SUV oder flirtet mit einem Coupé - doch am Ende fällt die Wahl häufig doch auf eine Kompakt-Limousine. Keine andere Gattung erzielt hierzulande höhere Verkaufszahlen. Wer als Hersteller in dieser vollbesetzten Klasse bei den Kunden punkten will, kommt um ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis nicht herum. Doch das allein genügt nicht.

Toyota bringt eine überarbeitete Version des Auris Toyota hat deshalb 2007 mit beträchtlichem Werbeaufwand den Toyota Auris als Nachfolger des jahrzehntelangen Dauerbrenners Corolla eingeführt - allerdings ohne den erhofften Erfolg. Abgesehen vom anderen Namen und der leicht vanartigen Karosserie blieb auch der Toyota Auris ein konservativer Vertreter seiner Gattung. Jetzt schickt Toyota eine überarbeitete Auris-Version zu den Händlern, beschränkt sich dabei aber auf Änderungen im Detail. Innen gibt es etwa eine neu gestaltete Mittelkonsole mit besser bedienbarem Handbremsgriff und Fortschritte beim Qualitätseindruck der Kunststoffoberflächen, die jedoch ähnlich dezent ausfallen wie das äußere Facelift. Ein echter Knaller ist die für den Sommer angekündigte Hybridversion mit der Technik aus dem Toyota Prius. Für die restlichen Motoren inklusive des gefahrenen, 132 PS starken 1,6-Liters begnügt sich Toyota dagegen mit Feinschliff und Euro 5-Umstellung. Preislich ändert sich ebenfalls wenig. Mit 19.500 Euro bleibt der Toyota Auris 1.6 als Viertürer noch unter 20.000 Euro, für die Version Club mit Klimaautomatik und 17-Zoll-Alurädern ruft Toyota 20.700 Euro auf. Kia Cee´d überzeugt vor allem durch seine siebenjährige Werksgarantie Der Kia Cee'd macht im Fahrbericht mit niedrigen Preisen und umfangreicher Ausstattung auf sich aufmerksam - vor allem jedoch durch seine siebenjährige Werksgarantie. Das stärkt das Vertrauen in die Qualität der Koreaner, zumal die Garantie beim Weiterverkauf erhalten bleibt. Mit dem ebenfalls 1,6 Liter großen, 125 PS starken Saugbenziner steht der Kia Ceed bereits ab 16.715 Euro in der Preisliste. In der Spirit-Ausstattung mit Klimaanlage, Nebelscheinwerfern und Leichtmetallrädern steigt die Summe auf 18.995 Euro. Extras bietet Kia vorzugsweise im Paket an, macht aber beim Start-Stopp-System ISG (300 Euro) für verbrauchsbewusste Fahrer eine Ausnahme. Opel Astra als Einziger mit aufgeladenem Downsizing-Triebwerk Damit kann der Opel Astra zum Fahrbericht noch nicht dienen, obwohl seine Optionsliste auch Extras wie Verkehrszeichenerkennung, adaptives Kurvenlicht oder elektronisch geregelte Stoßdämpfer aufführt. Als Einziger tritt der Opel Astra mit einem aufgeladenen Downsizing-Triebwerk an. Der 1,4-Liter entwickelt dank Turbo 140 PS und ist ab 19.075 Euro zu haben - allerdings ohne Bordcomputer, Radio und Klimaanlage. Erst ab Cosmo (22.425 Euro) ist der Umfang vergleichbar. Viel Auto fürs Geld gibt es dennoch, schließlich ist der Opel Astra mit Abstand der Längste im Feld. Das verschafft ihm aber lediglich einen etwas größeren Gepäckraum (370 Liter). Mehr als geteilt umklappbare Rücksitze offeriert keiner der drei, mit einem ausziehbaren Heckträger (590 Euro) kann nur der innovative Opel punkten. Auch innen bieten die üppigen Abmessungen kaum Vorteile. Im Fond geht es auf der bequemen Bank sogar beengter zu als im Kia. Beim Blick nach schräg hinten sind wegen der breiten Dachsäulen andere Verkehrsteilnehmer schwer zu erkennen. Auf den umfangreich einstellbaren und sehr bequemen Optionssitzen in der ersten Reihe fühlen sich die Passagiere hingegen sehr gut untergebracht. Material- und Verarbeitungsqualität machen einen soliden Eindruck. An Ablagen herrscht kein Mangel, an Tasten in der Mittelkonsole auch nicht, was eine intuitive Bedienung nicht erleichtert. Opel Astra zeigt sich sparsam und durchzugsstark Beim Fahren präsentiert sich der Opel Astra von seiner Schokoladenseite. Der mit adaptiven Dämpfern (930 Euro) ausgerüstete Testwagen spricht auf kurze Unebenheiten sensibel an und schluckt auch kräftige Verwerfungen, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen. Mit der leichtgängigen Lenkung lässt sich der Opel sauber um die Ecken zirkeln, Lastwechsel haben keinen Einfluss auf das sichere Kurvenverhalten. Der Turbo schiebt ordentlich an, hat aber mit Brummfrequenzen, hohem Gewicht (1.443 Kilo) und einem lang übersetzten sechsten Gang zu kämpfen. Dennoch ist der Astra im Fahrbericht klar der Durchzugsstärkste und mit 8,1 L/100 km Verbrauch der Sparsamste. Kia Cee'd verzichtet auf drehzahlsenkenden sechsten Gang Bei Handling sorgt der Kia Cee'd für eine Überraschung - mit Hilfe der 225/45 R 17-Bereifung des optionalen Sportpakets (680 Euro). Dank straffer Abstimmung, nicht zu leichtgängiger Lenkung und geringem Gewicht (1.258 Kilo) macht der Kia Ceed im Kurvengeschlängel viel Spaß, wobei das ESP mit deutlich spürbaren Eingriffen darüber wacht, dass der Fahrer nicht übertreibt. Die Kehrseite der Medaille: Auf holpriger Piste bleiben die Insassen auf den hart gepolsterten Sitzen von Fahrbahnstößen im Fahrbericht kaum verschont. Auch beim Geräuschniveau spielt der dröhnige, stets präsente Vierventiler in einer eigenen Liga. Zudem verzichtet der Kia Ceed als Einziger auf einen drehzahlsenkenden sechsten Gang, obwohl er ihn am nötigsten hätte. Darüber hinaus gibt sich der Kia Ceed aber keine echte Blöße. Seine ordentliche Raumausnutzung gibt ebenso wenig Anlass zur Kritik wie die gute Rundumsicht und die unkomplizierte Bedienung des gefällig gestalteten Cockpits. Toyota Auris wirkt gegenüber dem Opel-Turbo kraftlos Zum Toyota Auris passt dagegen am besten die Rolle des unauffälligen Alltagsbegleiters. Auf den ausreichend bequemen, etwas wenig Oberschenkelauflage bietenden Sitzen genießt der Fahrer einen guten Überblick nach vorn, der in Kurven jedoch von den A-Säulen eingeschränkt wird. Die rechte Hand erreicht bequem den erhöht positionierten Knauf des sehr präzise zu schaltenden Sechsganggetriebes, die darunter platzierte Ablage entpuppt sich im Alltag dagegen als unpraktisch. Keine Probleme bereitet die Bedienung, sofern nicht das wenig nutzerfreundliche Touchscreen-Navigationssystem an Bord ist. Im Fond überzeugt der einfache Umklappmechanismus zur Erweiterung des mäßig großen Gepäckraums, doch das Platzangebot fällt angesichts des vanartigen Aufbaus eher bescheiden aus. Auch der Antrieb hinterlässt trotz aufwendiger Technik im Fahrbericht keinen überzeugenden Eindruck. Der mit variablen Steuerzeiten ausgerüstete Vierventiler arbeitet kultiviert, wirkt gegenüber dem Opel-Turbo jedoch kraftlos, sofern man ihn nicht mit hohen Drehzahlen bewegt. Zudem benötigt er am meisten Sprit im Test (8,6 L/100 km) wie im Normzyklus (6,6 Liter). Auch der Federung mangelt es an Entschlossenheit. Mit Beladung oder auf langen Bodenwellen reagiert sie ausreichend geschmeidig. Dagegen lässt das Ansprechverhalten auf kleine Unebenheiten zu wünschen übrig. So kann der Toyota Auris nur den konsequent dynamischen Kia Ceed knapp auf Distanz halten. Unter Berücksichtigung der Kosten muss er ihn dagegen ziehen lassen; mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und siebenjähriger Garantie pirscht sich der Kia Ceed noch dicht an den vergleichsweise mager ausgestatteten Astra heran. Doch dank günstigen Unterhaltskosten kann der Opel Astra seinen deutlichen Vorsprung aus der Eigenschaftswertung ins Ziel retten.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-06-26

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