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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 9. August 2012
Der Fisker Karma hat es vorgemacht, nun zieht Nissans Premium-Tochter Infiniti mit der seriennahen E-Mobil-Studie Concept LE nach: geräumige Stufenheck-Limousinen sind auch bei alternativen Antriebsformen gefragt.

E-Mobilität? Da denken viele nach wie vor an eine automobile Verzichtserklärung. An Kleinwagen, die eher Ausdruck des verkehrstechnischen Gutemenschentums sind, als an praktikable Fortbewegung. Deswegen sind E-Limousinen stark in Kommen. Und frei nach dem Uli-Hoeneß-Motto "The trend ist your friend" springt auch Nissans Premium-Ableger Infiniti auf den Trend hin zum emissionslosen Familien-Stufenheckfahrzeug auf.

In spätestens drei Jahren soll es soweit sein. Wie sich die Japaner eine solche Elektro-Limousine vorstellen, zeigt der Infiniti LE-Konzept. "Vieles von der Studie wird Realität werden", erklärt Ben Poore, Vize Präsident von Infiniti America und ergänzt "Das Auto ist eine Produktions-Absichts-Erklärung."

Das Design gibt einen Ausblick auf die Infiniti-Formensprache der kommenden Jahre. "Das Auto ist in erster Linie ein Ininiti und erst in zweiter Linie ein E-Mobil"; führt Poore weiter aus. Die Front mit dem elliptisch geformten großen Kühlergrill und den mandelförmigen Scheinwerfern erinnert stark an die neue Mercedes A-Klasse. Eine scharf geschnittene Linie durchzieht die Flanke und endet in schmalen Rückleuchten, die weit in die hinteren Kotflügel hineinreichen. Neben den ausgeprägten Lichtkanten ist die stark abfallende Dachlinie des Viertürers auffällig. Die Aerodynamik kommt mit einem cw-Wert von 0,25 ebenfalls nicht zu kurz.

Die Länge des Stromers von 4,75 Metern entspricht genau der des Infiniti G-Sedans. Das schlägt sich auch im Innenraum nieder. Der ist geprägt von den Infiniti-typischen geschwungenen Wellen, die beidseitig auf die Mittelkonsole zulaufen. Das Anzeige- und Bedienkonzept ist nichts Außergewöhnliches und dürfte schon sehr nahe an der Serie sein: Die Armaturen verzichten auf aufgesetzte Hightech-Spielereien. Die Rundinstrumente mit einem zentralen Tacho könnten von einem herkömmlichen Fahrzeug stammen. Nur neben dem Tachometer verraten der E-Power-Balken und die Reichweiten-Anzeige das E-Mobil. Gesteuert werden die einzelnen Fahrmodi von einem kurzen Knubbel.

Zentrales Element des Anzeige- und Bedienkonzepts sind die beiden zusammenhängenden Bildschirme in der Mittelkonsole, die von einem Intel-Atom-Prozessor verbunden und koordiniert werden. Das sieht dann zum Beispiel so aus: Während oben die Karte des Navis angezeigt wird, ist der untere Bildschirm ein Touchscreen. Aber auch der Ladezustand und die Reichweite können angezeigt werden, gegebenenfalls auch Ladestationen, die in der Nähe liegen. Natürlich werden dazu auch Daten aus der Cloud verwendet.

Möglich sind das "normale" Layout des Innenraums und die ansprechenden Platzverhältnisse durch die Anordnung der Batterien unterhalb des Fahrzeugbodens. Damit werden Pakaging-Nachteile minimiert. Der elektrische Antriebsstrang kommt größtenteils vom Nissan-Leaf. Verwendet wird ebenfalls eine 24-Kilowattstunden-Lithium-Ionen Batterie mit einem ChaDeMo DC50 Kilowatt-Schnellladesystem. Wie beim Leaf leistet der E-Motor 136 PS und soll eine Reichweite von 160 Kilometer garantieren. Damit die Fahrt in diesem Luxus-E-Mobil nicht zur unbequemen Rüttelei wird, ist die E-Plattform sehr verwindungssteif. Dazu sorgen Doppelkolben-Stoßdämpfer für Komfort.
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Quelle: Autoplenum, 2012-08-09

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