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Testbericht

16. Juli 2008

Der Honda ist kein Auto, das ursprünglich für den Antrieb mit einem Verbrennungsmotor konzipiert wurde. Es ist das erste Serienauto, das die Ingenieure um eine Brennstoffzelle herum gebaut haben. Die Zelle selbst sitzt zwischen den beiden Frontpassagieren. Unter der Rücksitzbank versteckt sich eine Lithium-Ionen-Batterie, der Wasserstofftank ist über der Hinterachse platziert. Der Elektromotor arbeitet im Vorderwagen und treibt die Vorderräder an. Und noch eines unterscheidet den Clarity von anderen Brennstoffzellen-Erprobungsträgern: Er besitzt die amerikanische Zulassung, die ihm eine Durchschnittsreichweite von 72 Meilen pro Kilogramm Wasserstoff bescheinigt.

 

 

Reichweite auf 450 Kilometer gesteigert

 

Die Brennstoffzelle hat einen enormen Reifeprozess durchfahren. 1999 leistete eine 134 Liter große, 202 Kilogramm schwere Zelle gerade einmal 60 kW. Heute bringt es die Clarity-Power-Unit auf 100 kW. Dabei hat sie nur noch ein Volumen von 52 Litern und ein Gewicht von 67 Kilogramm. Außerdem ist sie absolut unempfindlich geworden, arbeitet selbst unter widrigsten Temperaturbedingungen von minus 30 bis plus 95 Grad. Die moderne Lithium-Ionen-Batterie ist um 40 Prozent leichter und 50 Prozent kompakter als die Vorgänger-Modelle. Der Tank hat dramatisch weniger Teile und in der Kapazität um 24 Prozent zugelegt. Und im Zuge dieser Verbesserungen stieg die Reichweite um 30 Prozent von 330 auf rund 450 Kilometer.

Los geht’s. Gestartet wird über einen Powerknopf. Die Brennstoffzelle meldet sich wenig spektakulär zum Dienst, signalisiert dem Fahrer im Display einfach, dass sie bereit ist. Der Ganghebel neben dem Lenkrad ist etwas hakelig, aber viele Wahlmöglichkeiten gibt es sowieso nicht: D, R oder N - das reicht. Tritt man bei D voll auf das Gaspedal, dann zeigt die 1.625 Kilogramm schwere Limousine erstaunliche Sprintereigenschaften. Mit einem hochfrequenten Turbinengeheule schiebt die Brennstoffzelle an. Voll ausgequetscht wird der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in neun Sekunden erledigt.

 

 

Optisch zeigt ein kleiner grüner Punkt in der Instrumentenmitte zunächst einmal die Betriebsbereitschaft der Maschine an. Je mehr sie sich ins Zeug legen muss, desto stärker schwillt der kleine Punkt zu einem fetten Ball in der Mitte.

 

Obwohl der Clarity speziell für die USA entwickelt wurde und zunächst den kalifornischen Markt erobern soll, vermittelt die Lenkung einen sehr guten Fahrbahnkontakt. Auch die Bremse lässt von der Dosierbarkeit her keine Wünsche offen.

 

Ein ordentlich ausgestattetes Automobil der Oberklasse

 

Überhaupt macht die neue Honda-Limousine keineswegs den Eindruck eines spleenigen High-Tech-Spielzeugs. Hier fährt vielmehr ein ordentlich ausgestattetes Automobil der Oberklasse vor - mit üppigem Navigationsbildschirm sowie Staufächern für große Wasserflaschen und kleine Kaffeebecher. Trotz der Coupé-Silhouette mit der breiten C-Säule finden im Fond auf bequemen Einzelsitzen auch großgewachsene Passagiere Platz. Einziges Manko: Der 171 Liter fassende Wasserstofftank, der in einem Aluminium-Hilfsrahmen über der Hinterachse sitzt, schränkt den Kofferraum doch etwas ein. Dabei kommt der Clarity im Vergleich zu den ersten Honda FCX-Modellen mit nur einem Tank aus, der eine Reichweite von immerhin rund 450 Kilometern erlaubt.

 

Eine exklusive Kleinserie von 200 Autos

 

Die "Serienproduktion" des Clarity läuft im ehemaligen NSX-Werk in Utsunomiya an. Das Ziel: eine exklusive Kleinserie von 200 Autos in den nächsten drei Jahren. Honda möchte abwarten, ob der kalifornische Staat seine Versprechungen einhält und eine Wasserstoff-Versorgung aufbaut. Und ob weitere Länder oder Städte diesem Beispiel folgen. Natürlich spielen bei diesem ehrgeizigen Projekt auch die Kosten eine Rolle.

 

Bis in zehn Jahren, so rechnet Honda-Chef Fukui, wird ein Brennstoffzellen-Auto rund 60.000 Dollar kosten. Die aktuellen Kosten sind streng geheim, aber hinter vorgehaltener Hand wird über eine Summe in der Größenordnung von einer Million gesprochen.

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Testwertung
3.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-07-16

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