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Testbericht

14. April 2012

Seit Jahren wird der altbewährten Halogenlampe H4 das Ende prophezeit. Schließlich kann sie mit ihrem gesetzlich geforderten Lichtstrom von 1.000 Lumen nicht mehr mit der neueren H7-Schwester, die mit 1.500 Lumen deutlich heller ist, Schritt halten. Trotzdem werden weiterhin Autos mit H4-Scheinwerfern verkauft, sogar der neue VW Beetle setzt auf die einfache Technik. Das hat vor allem Kostengründe, denn die H4-Lampe kann mit ihren beiden Glühwendeln Fern- und Abblendlicht in einem Scheinwerfer realisieren. H7-Lampen dagegen haben nur eine Wendel, benötigen daher jeweils einen Reflektor für Abblend- und für Fernlicht.

Trotz der Nachteile des H4-Prinzips kann ein solcher Scheinwerfer – der aus den wesentlichen Komponenten Lampe und Reflektor besteht – spürbar besser leuchten. Ab Werk sind zumeist Standardlampen montiert, die im Lauf ihres Lebens – bei einer Normallampe sind das etwa 1.000 Betriebsstunden – langsam an Leuchtkraft verlieren. 100 Prozent mehr Licht gibt keine Welche Lampe aber nun nehmen? Der Markt lockt mit Versprechen wie "100 Prozent mehr Licht", "Blue Xenon Effekt" oder "vierfache Lebensdauer". Das Angebot in Werkstätten, Baumärkten, Tankstellen und im Internet ist verwirrend groß. Deshalb haben wir 20 sehr unterschiedliche Lampen vom Internet-Billigmodell für zwei Euro bis zum High-Tech-Brenner für 23 Euro gekauft und sie gemeinsam mit der Dekra im Lichtlabor getestet. Sämtliche Lampen wurden in einem Ford Fiesta- Scheinwerfer (Modell 2006 bis 2008) geprüft, der mit klarer Abdeckscheibe und großem Freiformflächen-Reflektor den aktuellen Stand der H4-Technik darstellt. Die ermittelten Ergebnisse lassen sich nicht präzise auf alle Scheinwerfer übertragen, weil andere Reflektoren das Licht durchaus unterschiedlich auf der Straße verteilen können. Trotzdem gilt allgemein: Eine H4-Lampe, die im Test fünf Sterne bekommt, wird immer hell, weit und gleichmäßig leuchten, eine trübe Funzel bleibt eine ebensolche. Die Testergebnisse zeigen beachtliche Unterschiede. Es gibt vier Ausreißer nach unten und sieben mäßige Lampen, aber auch vier gute und fünf sehr gute Leuchtmittel. Erwartungsgemäß erobern die Top-Produkte der Markenhersteller das Siegerpodest. Präzise Fertigung und enge Toleranzen zeigen Wirkung. Das vollmundige Versprechen "bis zu 100 Prozent mehr Licht" erreicht zwar kein Testexemplar, trotzdem sind diese High-Tech-Lampen das einfachste Mittel, aus einem Scheinwerfer das Optimum herauszuholen.

Finger weg von illegalen Glühlampen aus Fernost Überraschend schnitten die nicht erlaubten 90/100 Watt- Lampen aus Fernost ab, die einfach im Internet geordert werden können und wesentlich mehr Licht versprechen. Gefährliches Streulicht, wenig Lichtausbeute und miserable Geometrie lassen nur einen Schluss zu: Finger weg. Die Preisspanne der sehr guten Lampen differiert zwischen Internethandel und Autohaus durchaus um mehr als 100 Prozent. Wer die Lampen selber wechselt, sollte anschließend zur Einstellung in die Werkstatt fahren. Nur die präzise Justierung bringt wirklich mehr Licht ins Dunkel. So wurde getestet Der Test nach ECE-Norm R 112 wurde von den Dekra-Lichtexperten im Lichtlabor von Arnheim durchgeführt. Dazu wird der komplette Scheinwerfer unverrückbar auf dem Goniometer befestigt, mit der Prüflampe bestückt und sorgfältig nach Vorschrift eingestellt. Die korrekte Einstellung ist äußerst wichtig für die Messergebnisse, schon eine Abweichung der vertikalen Scheinwerferausrichtung um nur 0,1 Grad kann 20 Prozent mehr oder weniger Licht auf die Straße bringen und die Blendung für den Gegenverkehr erhöhen. Deshalb wird die Einstellung von zwei Mitarbeitern vor und während des Tests kontrolliert. Beim Testdurchlauf schwenkt das Goniometer den Scheinwerfer computergesteuert auf genauen Bahnen. Das Scheinwerferlicht wird dabei von einer Fotozelle aufgenommen, die Daten an den Rechner schickt, der damit ein akkurates Bild der tatsächlichen Lichtverteilung beider Scheinwerfer ermittelt und als Lichtkurve des Abblendlichts auf der Straße simuliert. Die äußere Grenze der grün dargestellten Lichtverteilung ist die Drei-Lux-Linie. Bis dort sind Gegenstände vom Autofahrer erkennbar. Das Fernlicht wird nicht gemessen. Die Werte für den jeweiligen Lichtstrom werden in der Ulbricht- Kugel ermittelt. Die Prüfspannung für alle Testdurchläufe liegt bei 13,2 Volt.

Das bedeuten die Messwerte der Lampen Lichtstrom: Er wird in der Ulbricht-Kugel für jede Lampe einzeln gemessen und ist ein Maß für die Helligkeit. Der Scheinwerfer hat keinen Einfluss. Die Prüfspannung liegt bei exakt 13,2 Volt. Alle Messwerte beziehen sich auf das Abblendlicht. Nicht alle Werte liegen innerhalb der Toleranz von 1.000 Lumen /- 15 Prozent. Beleuchtungsstärke: Die Lampe wird mit Scheinwerfer auf dem Goniometer montiert und mit 13,2 Volt angesteuert. Eine Fotozelle in 25 Meter Entfernung misst die Lichtverteilung, die der Computer als Grafik darstellt. Wichtige Vergleichspunkte sind 75R (75 Meter vor dem Scheinwerfer am rechten Fahrbahnrand), 50 R (50 Meter, rechts) und 50 L (50 Meter vor dem Auto auf der Gegenfahrbahn). Maximale Helligkeit: Dieser Wert definiert die absolute Helligkeit im Nahbereich. Im Stadtverkehr ein relevanter Wert, bei der Überlandfahrt unwichtig (deshalb geht dieser Wert nicht in die Wertung ein), dort zählt die Helligkeit vor allem bei 75 R. Mittelwert: Der gewichtete Mittelwert berechnet sich so: (2•75R) 50R 50V. Der doppelte Wert für 75R gibt die Bedeutung des Messwerts für den Autofahrer wieder. Blendung: Sie wird auf der linken Fahrspur gemessen und ist ein Maß für Streulicht, Geometrie der Leuchtwendel und korrekte Beleuchtungsstärke. Fazit Unzufrieden mit Ihrem H4-Licht? Das muss nicht sein. Zwar schaffen auch die fünf Testsieger von Bosch, Osram, Philips, GE und Ring nicht die versprochenen 100 Prozent mehr Licht, aber sie leuchten deutlich heller und weiter als die Standard-Lampen. So einfach, effektiv und preisgünstig kann Licht-Tuning sein. Vorsicht ist bei Billig-Angeboten und den illegalen 100-Watt-Lampen angebracht: schwaches Licht, mangelhafte Lampengeometrie und gefährliches Streulicht.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-04-14

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