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Testbericht

23. September 2014
Einstiegsmodell ist ein Begriff, der einem nur mühsam über die Tastatur kommt bei einem Auto, dessen Preisliste nördlich der 200.000-Euro-Marke losgeht. Verstehen wir den Ghost also besser als den Rolls-Royce für alle, die ein sehr erfolgreiches Unternehmen führen und noch keinem industriellen Imperium oder eben keiner hochadeligen Familie vorstehen. Die Society jedenfalls hat den Rolls-Royce Ghost freundlich aufgenommen, wünscht sich nun aber etwas mehr Dynamik. Etwas, womit der größere Phantom keinesfalls aufwarten mag, und was die Positionierung des Rolls-Royce Ghost im Markenportfolio präzisiert.

LED-Licht und ein neues Fahrwerks-Setup
Dazu soll nun neben einer neu abgestimmten Hinterachse mit hydraulischen Lagern und der direkteren Lenkübersetzung auch das sanft modifizierte Design beitragen. Seitenlinie und Motorhaube seien dynamisiert, vermeldet die Stylingabteilung, der Kühlergrill nicht ganz so tempelhaft wie beim Phantom. Dazu strahlt der Ghost nun aus LED-Scheinwerfern. Und er bekommt die neueste Infotainment-Generation - eine Komplettadaption von BMWs iDrive samt schrifterkennendem Touchpad. Natürlich schickt München auch die Assistenzarmada: Spurhalte- und wechselwarner, Adaptivtempomat und Head-up-Display.

Nicht nur im Geiste ein echter Rolls-Royce
Wobei der Ghost vor allem eines ist, ein echter Rolls-Royce, was in dem Moment klar ist, in dem du durch die hinten angeschlagenen Fondtüren das Herrenzimmer betrittst und erst deine Schuhe im Teppich, dann du selbst komplett im Rücksitz versinkst. Die Sessel lassen sich elektrisch verstellen, beheizen, können massieren und sind natürlich mit Leder bezogen – wie eigentlich alles, was drinnen nicht besser aus Metall oder Holz besteht. Doch bevor es hinten mit den zwei Monitoren, über die sich das komplette Infotainment - von der Navigation bis zum Videoprogramm - über den Drehdrücker durchklimpern lässt, zu gemütlich wird, setzen wir uns nach vorn rechts.Immerhin ist das hier ja ein rechtsgelenkter Ghost und wir sind mitten in London. Die Rush Hour drängt sich aus der Stadt, der Rolls schwebt mit, umgeben von knatternden Roller, drängenden Taxis und Mountainbikern, die radeln, als sei das eine Kampfsportart. Am Anfang braucht es so noch die Frontkamera und die Surround-Ansicht auf dem 10,85 Zoll-Monitor, um sich mit dem 5,40 Meter langen und 1,95 Meter breiten Rolls-Royce Ghost da unbeschadet durchzulavieren. Aber dann klappt das auf einmal mit einer Mühelosigkeit, die nicht nur darin gründen kann, dass die anderen um uns herum vor der Autorität des Ghost Abstand halten. Der Rolls kreuzt mit der Erhabenheit eines Luxusdampfers durch die City. Statt eines Drehzahlmessers gibt es traditionell eine Anzeige der Leistungsreserve. Mehr als zehn Prozent abzurufen, gelingt erst draußen, in der Stadt streicht die Anzeigenadel sacht zwischen 95 und 99 Prozent. Wobei der Ghost ja solche Mengen an Leistung (570PS) und Massen an Drehmoment (780Nm) hat, dass immer genügend von beidem vorhanden und damit der traditionelle unternehmenseigene Anspruch stets erfüllt bleibt.

Komfort, Komfort, Komfort im Rolls-Royce Ghost II
Aber fährt er nun dynamischer? Schon, aber deswegen lässt er sich nicht in den Komfort hineinpfuschen. Mehr als die gesteigerte Agilität überrascht die Handlichkeit des 2,5-Tonners, und am meisten dieses geradezu arrogante Federungsvermögen. Selbst übelste Unebenheiten versickern in der Aufhängung. Dazu wispert der V12-Turbo, perlt die Automatik unmerklich durch ihre acht Stufen und streicht der Wind sacht über die Karosse. Und als der Ghost schließlich wieder unten an der Themse steht, die Tower-Bridge im Blick, möchten wir es an ein wenig Kaufberatung für die Bestverdienenden unter uns nicht fehlen lassen. Nein, mehr Rolls-Royce braucht kein Mensch.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-09-23

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