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Testbericht

3. Mai 2016
"Vorsprung durch Technik" - dieser traditionsreiche Audi-Slogan könnte für den SQ7 TDI erfunden worden sein. Der 435 PS starke V8-SUV ist das neue Technologie-Flaggschiff der Ingolstädter, mit 24 Assistenzsystemen, 48-Volt-Teilbordnetz und elektrisch unterstützen Turboladern.Manchmal ist ein wenig Physik-Verständnis hilfreich, etwa wenn Audi-Projektleiter Klaus Bugelnig im Vorfeld der ersten Probefahrt im SQ7 von den Vorzügen des 48-Volt-Netzes schwärmt. Leistung, sagt er, ist Spannung mal Stromstärke, und damit ist eigentlich alles erklärt: Wenn ich viele Watt benötige, dann brauche ich entweder viele Volt (Spannung) oder Ampere (Stromstärke). Wegen der begrenzten Leitungsdurchmesser im Auto lässt sich die Stromstärke nicht beliebig erhöhen, die Spannung schon eher. So weit so gut.

Hohe Spannung im Audi SQ7 nur für Lader und Wankstabilisierung
Als erstes Serienauto der Welt hat der SQ7 ein 48-Volt-Netz an Bord, es ist jedoch nicht für alle elektrischen Verbraucher zuständig, lediglich für EAV, den elektrisch angetriebenen Verdichter, der bei sehr niedrigen Drehzahlen den dann noch müden Turboladern unterstützend Luft zupustet. Außerdem darf sich die aktive elektromechanische Wankstabilisierung an der Vierfach-Spannung bedienen. Denn diese beiden Systeme benötigen viel elektrische Leistung. Sie greifen dazu auf eine Lithium-Ionen-Batterie zu, die wiederum über einen Gleichstromwandler von der normalen 12-Volt-Lichtmaschine gespeist wird. Das muss man alles nicht verstehen, um Spaß am neuen Audi SQ7 haben, doch es hilft dabei zu begreifen, wieso dieser immerhin 2,2 Tonnen schwere und über fünf Meter lange Trumm so elegant und leichtfüßig durch die Kurven tänzelt und mit so seidigem Komfort über die Straßen schwebt. Doch bevor wir loslegen, zeigt Klaus Bugelnig noch die Drehmoment- und Leistungskurve des neuen Vierliter-V8 – wobei: Kurven sind es eigentlich nicht, eher Hochplateaus mit eckig steilem Anstieg. Bereits bei knapp über 1.000 Umdrehungen liegen 900 Nm an. Dafür ist der elektrisch angetriebene Verdichter zuständig. Er stellt bereits komprimierte Ansaugluft zur Verfügung, wenn der erste der beiden Turbolader beim Gasgeben gerade erst in Schwung kommt. Bereits nach einer viertel Sekunde rotiert der Verdichter im Ansaugtrakt mit 70.000 Umdrehungen und drückt die Luft zu den Einlassventilen.

Beim Audi SQ7 schüttet der E-Lader das Turboloch zu
Hört sich kompliziert an? Bewirkt in der Praxis aber was ganz einfaches: Das völlige Fehlen eines Turbolochs. Fast erinnert der Achtzylinder-Diesel mit seinem ansatzlosen Antritt an ein sehr kräftiges Elektroauto. In knapp unter fünf Sekunden donnert der SQ7 auf 100 km/h, bei normalem Landstraßentempo zieht er so vehement durch, dass Überholmanöver zur Sekundenbruchteil-kurzen Gewohnheit werden. Wumms, macht der V8 und zieht an einer Kolonne vor sich hin trödelnder Kurzurlauber vorbei, lange bevor die nächste Bremszone kommt, wie auf einem Motorrad fühlt sich das an. Besonders viel Krawall macht der Diesel dabei übrigens nicht, überhaupt verbirgt er seine selbstzündende Verbrennungsweise so geschickt, dass man nicht einmal beim Kaltstart etwas davon bemerkt. Das klingt eher nach bösem Ami-V8, satt, sonor und potent.

Audi SQ7 fast so schwer und komfortabel wie ein Rolls-Royce
Und die Wankstabilisierung? Macht den SQ7 zusammen mit der serienmäßigen Luftfederungzu einem der komfortabelsten Autos diesseits des Rolls-Royce Phantom ist. Vereinfacht gesagt verdrehen Elektromotoren über Planetenradgetriebe die Stabilisatoren an Vorder-und Hinterachse je nach Fahrsituation so, dass die Karosserie bei Kurvenfahrt waagrecht bleibt. Weil die Stabis so bedarfsgerecht versteifen, können die Federelemente dennoch feinfühlig ansprechen. Zudem hilft das zusammen mit dem optionalen Sportdifferenzial und der Allradlenkung, die 2,2 Tonnen möglichst leichtfüßig um die Ecken huschen zu lassen. Das klappt hervorragend, auch weil passend dazu die Lenkung im Vergleich zum normalen Q7 direkter übersetzt ist. Wie ein Kart fährt der große Audi zwar nicht um die Kurven, doch weit besser als man es ihm auf Anhieb zutraute.

Audi SQ7 mit vertretbarem Verbrauch und krassem Preis
Es gäbe noch viel zu erzählen zum SQ7, zu all seinen Assistenzsystemen ließe sich einiges sagen, zum sämig schaltenden Getriebe, zum aufgefrischten Infotainment oder dem niedrigen Normverbrauch (7,2 Liter/100 km, entspricht 189 g CO2/km). Bei der Probefahrt in den Vogesen blieb der Durchschnittsverbrauch im Bordcomputer knapp unter der Zehnliter-Grenze, auch das angesichts der Ausmaße und der Fahrleistungen ein sehr beachtlicher Wert. Anders als den kleineren SQ5 wird es den SQ7 nur als Diesel geben, auch auf dem US-Markt. Bestellbar ist er übrigens ab Mitte Mai, für mindestens 89.900 Euro, das sind gut 28.000 Euro mehr als für den Q7 3.0 TDI. Eine ausführlichere Preisliste gibt es noch nicht - vielleicht besser so: Wenn der Markenclaim so offensiv ausgelegt wird, schlägt sich das meist auch bei den Preisen nieder.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2016-05-03

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