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Testbericht

28. Juni 2016
Auf Kuba durften wir den Audi Q2 bereits fahren – zweifelsohne eine tolle Kulisse für die Journalisten und Filmteams. Die Verkehrs- und Straßenbedingungen der Karibik-Insel sind jedoch nicht vergleichbar mit denen in Deutschland, weshalb wir gespannt waren, wie sich Audis neuer Kompakt-SUV in seiner Heimat schlägt. Hunderte Autobahn-, Landstraßen- und Stadt-Kilometer förderten viele Vorzüge, aber auch einige Schwächen des getesteten 2.0 TDI Quattro mit 150PS und S-Tronic zu Tage. Den ausführlichen Test lesen Sie in der nächsten automotorundsport (ab 7. Juli 2016 am Kiosk)

10 Dinge, die am Audi Q2 erst bei einer längeren Testfahrt auffallen
1. Die Fahrwerksabstimmung passt. Trotz der 18-Zoll-Räder unseres Testwagens überzeugt der Federungskomfort des Q2. Gerade kurze Querfugen entschärfen die optionalen Adaptivdämpfer gekonnt, ohne in schnellen Kurven weich oder gar schaukelig zu wirken.2. Die optionale S-tronic sorgt für niedrige Drehzahlen. Das neu entwickelte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe mit Nasskupplung, das für alle Varianten mit mehr als 320 Nm Drehmoment zum Einsatz kommt, verfügt über eine besonders hohe Gangspreizung von 8,7. Der siebte Gang wird so zum Schongang: Bei 100 km/h liegen nur knapp 1.500/min an.3. Die Karosserie wirkt sehr hochwertig und steif: Die Türen fallen mit einem tiefen und satten Geräusch ins Schloss, auf schlechten Strecken zittert oder klappert nichts. Die Verwindungssteifigkeit der Karosserie wirkt sehr hoch und unterstreicht den tollen Qualitätseindruck.4. Die Fondsitze könnten bequemer sein. Selbst großgewachsene Fondpassagiere haben genug Kopf- und Beinfreiheit und steigen bequem zu – keine Selbstverständlichkeit angesichts von nur 4,19 Meter Außenlänge (ein A3 Sportback ist 13 Zentimeter länger). Auf langen Fahrten können die Kindersitzhalterungen jedoch drücken, weil deren Kunststoffabdeckungen etwas hervorstehen.5. Das Start-Stopp-System arbeitet sehr akribisch. Schon wenn der Q2 ausrollt und langsamer als 7 km/h ist, schaltet sich der Motor ab. Geht es weiter, wird er in Sekundenbruchteilen wieder angeknipst – so hilft das System beim Spritsparen ohne zu nerven.6. Der Stauassistent ist eine große Hilfe. Nicht nur auf Autobahnen oder Schnellstraßen, auch im Stadtverkehr hält er den Abstand zum Vordermann und lenkt ihm hinterher. Obwohl der maximale Lenkwinkel des Spurhalters nicht für enge Kurven ausreicht und der Fahrer jederzeit in der Lage sein muss einzugreifen, macht der optionale Stauassistent den täglichen Kampf durch die Rush-Hour erträglicher.7. Wer bei nassem Fahrzeug die Tür öffnet, kann schon mal ein Sturzbächlein abbekommen. Wie bei vielen modernen Autos ohne Regenrinne fließt Wasser vom Dach nach innen und landet auf der Armlehne der Türverkleidung. Etwas Vorsicht beim Öffnen kann also nicht schaden.8. Die Bedienung des Infotainmentsystems verlangt Einarbeitung: Mit seinem Virtual-Cockpit, das sich ganz nach den Wünschen des Fahrers konfigurieren lässt und knack-scharfem Zentral-Monitor spricht das Infotainment nicht nur Technik-Nerds an, es hilft während der Fahrt auch mit vielen praktischen Zusatzinformationen wie den schnellen Online-Staumeldern. Allerdings bedarf es einiger Trockenübungen, bis der Umgang mit den Menü-Strukturen oder der Lenkradfernbedienung während der Fahrt flutscht.9. Der Q2 versteht sich bestens mit Smartphones: Die aufpreispflichtige Phonebox lädt Handys kabellos auf (wenn sie den Qi-Standard unterstützen) und verbindet sie induktiv mit der Außenantenne. Zudem lassen sich Apps via Apple Carplay oder Android Auto auf dem Bordmonitor darstellen und über den MMI-Drehregler bedienen.10. Das B&O-Soundsystem klingt phantastisch. Musik-Fans dürfen sich über das HiFi-System von Bang&Olufsen freuen, das tonal sehr ausgewogen klingt, einen vollen, satten Bass produziert und selbst bei hoher Lautstärke noch verzerrungsfrei spielt.

Erste Fahrt mit dem Audi Q2 auf Kuba
Ein viel größerer Kontrast ist eigentlich nicht vorstellbar: Da steht der knallrote Audi Q2 mit seinen scharfen Kanten und den markanten Voll-LED-Leuchten (1.245 Euro Aufpreis, serienmäßig nur Halogen-Scheinwerfer) zwischen den typischen alten amerikanischen Straßenkreuzern Havannas. Nur 4,19 Meter lang und 1,79 breit wirkt Audis kleinster SUV geradezu schmächtig – zumindest für kubanische Verhältnisse.Innen sieht die Sache schon ganz anders aus: Trotz der kompakten Abmessungen finden vier Personen ausreichend Platz. Lediglich der knapp geschnittene hintere Türausschnitt stört. Nach dem etwas mühseligen Einstieg sitzt es sich im Fond aber angenehm. Überraschend: Obwohl die Dachlinie nach hinten fast coupéhaft flach verläuft, genießen selbst groß gewachsene Fondpassagiere ausreichend Kopffreiheit. Hinter der geteilt umklappbaren Rücksitzbank bleibt Raum für beachtliche 405 Liter Gepäck. Zum Vergleich: In den 23 Zentimeter längeren Mercedes GLA gehen nur 15 Liter mehr rein, der neun Zentimeter kürzere Mini Countryman schluckt lediglich 350 Liter. Mit einigen optischen Tricks haben die Designer es geschafft, den Q2 sportlich-gedrungen wirken zu lassen. Überhaupt sticht der kleine SUV aus der Audi-Palette mit seinem frischen, jungen Design heraus.

Adaptive Dämpfer kann man sich sparen
Zum Marktstart stehen drei Benziner und drei Diesel zur Verfügung. Das ab voraussichtlich gut 23.000 Euro erhältliche Basismodell wird von einem 1,0-Liter-Dreizylinder-TFSI angetrieben. Darüber rangieren zwei Vierzylinder-Benziner mit 1,4 und 2,0 Liter Hubraum. Zudem gibt es drei Vierzylinder-Diesel mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum. Die Leistungsspanne reicht von 116 bis 190 PS. Zu einem späteren Zeitpunkt folgt voraussichtlich noch ein SQ2 mit dem aus dem TT bekannten, 310 PS starken Zwei-Liter-Vierzylinder. Die beiden leistungsstärksten Motoren sind serienmäßig mit Allradantrieb ausgestattet. Wer nicht selber die Gänge wechseln will, greift zum siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe, das in der neuesten Generation nun bis zu 400 Nm Drehmoment packt.Für die erste Ausfahrt rund um Kubas Hauptstadt Havanna stand lediglich der 1.4 TFSI mit 150 PS und Frontantrieb zur Verfügung, mit dem der Q2 mehr als ausreichend stark motorisiert ist. Zum Teil waren die Testwagen mit adaptiven Dämpfern ausgestattet. Fazit: Schon das Standard-Fahrwerk bietet einen guten Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort, die rund 800 Euro Aufpreis kann man sich sparen. Wie für Audi typisch, so ist auch der Q2 eher straff gefedert. Er fühlt sich etwas weicher an als ein A3, allerdings ohne unangenehm zu wanken.

Audi Q2 mit edlem und hochwertigem Interieur
Einen beeindruckend hochwertigen Eindruck hinterlässt – wie immer bei Audi – das Interieur. Das Cockpit des Q2 lehnt sich stark an das des jüngst modellgepflegten A3 an. Die Zahl der Knöpfe wurde auf die wesentlichen reduziert, die zudem griffgünstig platziert wurden. Wer die volle Vernetzung samt WLAN und zwei Jahre kostenloser Daten-Flatrate nutzen will, muss das Navi Plus mit MMI touch für 2.980 Euro ordern. Für das aus dem TT bekannte digitale Kombiinstrument werden nochmal 650 Euro fällig. Viel Geld, aber dafür bekommt der Q2-Fahrer hochauflösende Displays, die sehr gut ablesbar sind, und kann zahlreiche Online-Dienste wie Musik-Streaming und viele Funktionen des Smartphones nutzen. Wen das noch nicht überzeugt: Mit MMI lässt sich der Q2 später sicher deutlich besser wieder verkaufen.

Viel Fahrspaß im Audi Q2
Da der Zugang ins Internet im noch weitgehend analogen Kuba selten richtig klappt, kann sich der Fahrer voll aufs Fahren konzentrieren. Das macht mit dem dank des kurzen Radstands (2,6 Meter) sehr handlichen Q2 richtig Spaß. Und wenn dann doch mal Stau ist, nimmt einem der optionale Stauassistent gerne die lästige Arbeit ab. Lobenswert: Das Pre Sense-System, das kritische Fahrsituationen und plötzlich querende Fußgänger erkennt und gegebenenfalls eine Vollbremsung einleitet, ist im Q2 serienmäßig.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2016-06-28

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