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Testbericht

25. Februar 2018
Irgendwann knicken selbst die Aufrechten unter dem Druck des Zeitgeists ein: Land Rover, einst auf Gummistiefel spezialisiert, ist längst im High-Heels-Markt erfolgreich. Immerhin legt man Wert darauf, dass selbst die Lifestyle-Modelle durch dick und dünn kommen (würden). Dies gilt für den Land Rover Discovery Sport wie für den Range Rover Evoque. Beide grenzen sich damit wohltuend von den Unnützen unter den Nutzfahrzeugen ab.Nun würde man ausgehend von den Größenverhältnissen fragen, ob sich der Aufstieg vom Evoque auf den größeren Discovery Sport lohnt, doch ein Blick in die Preislisten lässt staunen: Tatsächlich kostet der Kleinere von beiden mehr. Schon stecken wir mittendrin in einem Paradoxon, denn beide teilen sich auch noch partiell die Technik.

Design huldigt dem Trend
Land Rover – das sind seit jeher die Modelle fürs Grobe. Die Produkte unter dem Label Range Rover sollen unterdessen vorzugsweise feine Herrschaften animieren, ihren dicken Geldbeutel zu öffnen und einen Premium-Aufschlag springen zu lassen. Man will sich schließlich abheben von denen, die sich Luxus nicht leisten können.Diese Vergangenheit schwingt bis in die Gegenwart mit: Der Discovery Sport ist eher der derbe Typ, kommt entsprechend mit pflegeleichten Gummimatten. Dagegen erinnert „Evoque“ (von französisch „évoquer“:„sich erinnern“) nicht umsonst in der Aussprache an „en vogue“ und huldigtmehr dem Designals dem Nutzwert. Damit ist der Range Rover ein typischer Vertreter der modischen SUV.Beide sind technisch Evolutionen des Freelander und nutzen neben dem Zweiliter-Diesel die gleiche Allradtechnik, kommen im Gelände ähnlich weit. Gleichwohl würde man sich scheuen, den Evoque vom Asphalt abbiegen zu lassen. Häufig sieht man ihn mit blinkenden XXL-Felgen durch die Stadt flanieren, die nicht einmal einen hohen Bordstein ohne Schaden erklimmen könnten. Außerdem: Wer will schon die feinen Teppiche verschmutzen?Da wirkt der Discovery Sport robuster. Seine Rücksitzbank ist flexibel, lässt sich in der Länge verschieben und die Lehne in der Neigung verstellen. Gegen Aufpreis gibt es zwei zusätzliche Sitze, wobei der große Türausschnitt den Einstieg in den geräumigeren Fond erleichtert. Zudem lässt sich hier mehr Gepäck als im Evoque verstauen, für den im Karosseriekapitel wenig zu holen ist, zumal er nach schräg hinten deutlich unübersichtlicher ist.Wer viel Platz benötigt, muss zum Land Rover greifen. Wer komfortabel verreisen möchte, auch. Denn anders als der Namenszusatz „Sport“ vermuten lässt, ist er besser gefedert als der Evoque, verdaut vor allem kurze Bodenwellen effektiver, bleibt im Innenraum etwas leiser. Zudem sind seine Vordersitze bequemer, wenngleich sie weniger Seitenhalt bieten. Lediglich die Rückbank des Evoque ist besser gepolstert.

Dynamisch oder rustikal?
Eigentlich müsste der Evoque den Zusatz „Sport“ tragen (falls das bei einem SUV überhaupt Sinn ergäbe): Er ist leichter, kürzer und flacher als der Discovery, lenkt williger ein und drängt in schnell gefahrenen Kurven sogar mit dem Heck. Wer mit dieser Eigenheit umgehen kann, hat seinen Spaß. Im Gegenzug vermittelt der behäbigere, aber spurstabilere Discovery ein handfesteres Gefühl der Fahrsicherheit.Für den Evoque sprechen der kräftigere Durchzug und der minimal geringere Verbrauch. In Verbindung mit dem niedrigeren Schwerpunkt ergeben sich bessere Werte beim schnellen Spurwechsel. Wer gesteigerten Wert auf Dynamik legt, muss zum Evoque greifen. Wobei Beobachtungen auf Deutschlands Straßen den Schluss zulassen, dass Dynamik vor allem im Auftritt gewünscht wird und weniger fahrerisch.Dieser eher emotionale Mehrwert erfordert einen beachtlichen Mehrpreis, doch dafür ist der Evoque besser ausgestattet. Elektrische Sitze, Klimaanlage und die hintere Einparkhilfe beispielsweise hat er serienmäßig, der Discovery erst ab der Linie SE beziehungsweise HSE. Und ab SE dürfen Range-Rover-Kunden auf Ledersitzen Platz nehmen, die im Land Rover 918 Euro extra kosten würden.Am Ende sind es ganze vier Punkte, die die Empfehlung für den Discovery Sport geben – und natürlich der niedrigere Preis.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2018-02-25

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