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Testbericht

Marcel Sommer, 16. Juni 2014
Wenn beim 24 Stundenrennen von Le Mans die Rennwagen über die Strecke düsen, machen es sich ein paar reiche Briten neben ihren Supersportwagen gemütlich - und schlafen im Igluzelt.

Camping in Frankreich. Was sich romantisch und ruhig anhört, kann in Wirklichkeit zum schlimmsten Urlaub der Welt werden. Allerdings nur für Liebhaber des ruhigen Campings. Denn wenn um Punkt 15 Uhr der Startschuss zum 24 Stundenrennen von Le Mans erfolgt, und die 52 Boliden im Renntempo über die 13,6 Kilometer lange Strecke brettern, geht echten Fans das Herz auf - und die Ohren. Und was wäre da wohl besser, als möglichst nahe an den laut röhrenden und knallenden Akteuren direkt an der Rennstrecke zu schlafen? Dass dies nur mit Hilfe eines Zeltes geht, stört die Camper nahe der Porsche-Kurve nicht. Genauer gesagt handelt es sich hier ausschließlich um britische Motorsportanhänger, die gern unter sich bleiben und dies durch einen Metallzaun auch ganz offen zeigen. "Wenn ich für ein paar Minuten in meinem Igluzelt liege und dann knallt hier nur wenige Meter an meinem Kopf entfernt ein Rennwagen vorbei, dann ist das einfach super. Am liebsten würde ich mitten auf der Strecke schlafen und die mitten durch mein Zelt knallen lassen - wobei schlafen eigentlich trinken, grillen und äh… trinken bedeutet", lallt ein rot verbrannter Brite, der zwischen einem Aston Martin und einem Porsche hockt.

Dass letzterer Hersteller in diesem Jahr nicht nur durch die Fans, sondern auch im Fahrerfeld vertreten ist, sorgt natürlich auch auf dem Campingplatz für so manch einen seltenen Besucher. So steht neben dem rund 250 Euro teuren Igluzelt ein über 500.000 Euro teurer Porsche Carrera GT. Allein die Vorstellung, dass der Sportwagen den Gegenwert einer 2.000 Einheiten großen Zelt-Stadt hat, sorgt für feuchte Augen. Doch der GT ist nicht der einzige Supersportler auf dem exklusivsten Campingplatz der Welt. Ferrari, Aston Martin und Lotus sind ebenso vertreten, wie Sportwagen der Marken BMW, Mercedes und Audi. Zwischen Grill, Heckflosse und Zaun verrät ein Camper sogar noch ein kleines, aber nicht gerade unwichtiges Geheimnis: "Wenn Sie denken, dass wir am Ende unsere Zelte wieder einpacken, haben sie sich geschnitten. Wir hauen einfach ab und lassen den Bulldozer drüber fahren." Ob das stimmt, steht jedoch auf einem anderen Blatt.
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Quelle: Autoplenum, 2014-06-16

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